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Windgas: Erdgas aus Ökostrom

04.10.2016 - 17:01


Die Möglichkeit Windgas zu beziehen, haben Gaskunden in Deutschland nun seit fünf Jahren. Wir erklären, wie aus Wind Gas wird und warum die Windgas-Technologie so wichtig für die Energiewende ist.


Ökogas: Klimagas, Biogas und Windgas

Umweltbewusste Verbraucher setzen auf Ökogas. Hier hat man verschiedene Möglichkeiten: Bei sogenannten Klimagastarifen erhält man herkömmliches Erdgas und die Anbieter gleichen den CO2-Ausstoß an anderer Stelle aus, in der Regel, indem sie Klimaschutzprojekte unterstützen.

Wer tatsächlich mit Erdgas aus erneuerbaren Ressourcen versorgt werden möchte, wählt Biogas oder Windgas. Biogas wird durch die Vergärung von Biomasse gewonnen. Als solche können Reste aus der Landwirtschaft oder Nahrungsherstellung verwendet werden oder sogenannte Energiepflanzen wie Mais. Letzteres steht zum Teil in der Kritik, weil der Anbau von Energiepflanzen oftmals mit Monokulturen einhergeht. Eine Alternative zum Biogas ist Windgas. Hier wird Ökostrom aus Windkraftanlagen in Erdgas umgewandelt.


Gas aus Wind – so funktioniert´s

Windgas: Erdgas aus Ökostrom
© Carsten Raffel / Greenpeace Energy eG
Für die Gewinnung von Windgas wird das Elektrolyseverfahren genutzt: Nach der Zugabe von Wasser wird in einem sogenannten Elektrolyseur der Strom in Wasserstoff umgewandelt. Der Wasserstoff kann dann als erneuerbares Erdgas direkt ins Gasnetz eingespeist werden. Dort vermischt er sich mit herkömmlichem Erdgas. Die Technologie wird auch als Power-to-Gas bezeichnet.


Windgas als Speichermöglichkeit für Ökostrom

Windgas ist wie Biogas eine erneuerbare Alternative zu dem endlichen Rohstoff Erdgas. Die Umwandlung von Ökostrom in Windgas hat jedoch noch einen weiteren großen Vorteil: Überschüssiger Windstrom kann so über einen längeren Zeitraum gespeichert werden. Zu Hochzeiten wird in Windkraftanlagen eine so große Menge Strom produziert, dass die Stromnetze überlastet werden könnten. Und der Netzausbau geht nur schleppend voran. Gerade Strom aus Offshore-Anlagen kann deshalb immer öfter nicht genutzt werden. Als Windgas kann der Ökostrom über mehrere Monate gespeichert werden – und zwar im bereits vorhandenen Gasnetz. Bei Bedarf ist es dann möglich, das Gas wieder „rückzuverstromen“. Das Stromnetz wird so deutlich flexibler.


Wie kann ich Windgas beziehen?

Greenpeace Energy bietet mit ProWindgas Gaskunden einen Tarif mit einem Gemisch aus herkömmlichem Erdgas und Windgas an. ProWindgas kam vor genau fünf Jahren auf den Markt und war damit deutschlandweit das erste derartige Angebot. Der Tarif ist ein Fördertarif, enthält also einen Beitrag, der der Erforschung und dem Ausbau der Windgas-Technologie dient. Dahinter steckt die Überzeugung, dass die Windgas-Technologie für eine erfolgreiche Energiewende unerlässlich ist.

Bei Verbrauchern stößt das Angebot auf sehr positive Resonanz: ProWindgas hat sich zu einem der beliebtesten Ökogastarife überhaupt entwickelt und wird heute an über 14.000 Kunden geliefert. In Zukunft soll der Wasserstoff-Anteil im Gasmix kontinuierlich gesteigert werden, verspricht Greenpeace Energy.

Mittlerweile haben andere Anbieter nachgezogen: Heute bietet beispielsweise auch E.ON einen Windgastarif an.

(mwa)

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