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Wärmedämmung: Förderung für Gebäudesanierung wird gekürzt

31.01.2012 - 16:12

Der klirrende Frost lässt Hunderttausende Heizungen in Deutschland auf Hochtouren laufen. Das ist teuer - gleichzeitig verschwindet wertvolle Energie durch Mauerritzen und den Schornstein. Denn Heizanlagen und Wärmedämmung entsprechen in vielen Wohnhäusern längst nicht mehr dem aktuellen Stand der Technik. Mit relativ geringem finanziellem Aufwand ließe sich hier viel Energie sparen. Doch die Fördermittel werden stattdessen gekürzt.

Nur noch 900 Millionen Euro statt wie geplant 1,5 Milliarden aus dem Energie- und Klimafonds stehen 2012 für die KfW-Gebäudesanierungsprogramme zur Verfügung. Das teilte die Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Bundestagsfraktion mit. Mit den Geldern finanziert die KfW zinsgünstige Kredite für energetische Modernisierungen. Grund für die Kürzung sind die sinkenden Einnahmen des Fonds, die aus dem Verkauf von CO2-Zertifikaten stammen. Die Preise für die Verschmutzungsrechte sind im Keller, weil wegen der Wirtschaftskrise die Nachfrage nach den Zertifikaten zurückgegangen ist. Gleichzeitig sind die Fluggesellschaften, die seit diesem Jahr am Emissionshandel teilnehmen müssen, nach Ansicht vieler Experten noch zu großzügig mit CO2-Rechten ausgestattet.

Förderung von Wärmedämmung: Nötig wären 5 Milliarden Euro

Umweltverbände und die halbstaatliche Deutsche Energie-Agentur warnen nun, dass die Energiewende in Gefahr gerate. Denn um die Energiespar- und Klimaschutzziele der Bundesregierung zu erreichen, müsste der Gebäudebestand in den kommenden Jahrzehnten umfassend energetisch saniert werden. Eine Sanierungsquote von drei Prozent sein nötig, rechnen die Grünen vor. Die Bundesregierung strebt zwei Prozent an. Derzeit liegt die Quote aber nur bei rund einem Prozent. Um die Hausbesitzer zu mehr Modernisierungen anzuregen, wären aber sogar weit mehr als die bisher eingeplanten 1,5 Milliarden Euro nötig. Deutscher Mieterbund und die Bundesvereinigung Spitzenverbände der Immobilienwirtschaft (BSI) beziffern den Förderbedarf einhellig auf 5 Milliarden Euro jährlich.

Hinzu kommt: Auch die bessere steuerliche Absetzbarkeit von energetischen Sanierungen kommt nicht voran. Das Gesetz hängt seit dem vergangenen Sommer im Vermittlungsausschuss fest. Bund und Länder können sich nicht über die Aufteilung der Kosten einigen. Bei den Verbrauchern steigen indes die Ausgaben fürs Heizen rapide, wenn die Außentemperaturen in den Keller gehen. Und Heizenergie wird immer teurer. Deshalb kann sich trotz der Fördermittelkürzung die Investition in eine neue Wärmedämmung oder eine moderne Heizung schnell bezahlt machen. Viele Energieversorger bieten zu diesem Thema eine preisgünstige Energieberatung an. Eine kostenlose Berechnung von Investitionen, Amortisation und CO2-Einsparung können Interessenten auch mit den Energiesparratgebern von CHECK24 und co2online vornehmen.

Tipps zum Heizkosten senken und Energie sparen

Zusätzliches Potential, um die Heizkosten zu senken, bergen günstigere Gastarife. Bis zu 500 Euro jährliche Einsparung sind drin - und das bei kostenlosem Gaspreisvergleich und Wechsel sowie einer jederzeit gesicherten Versorgung. Für den aktuellen Kälteeinbruch kommen all diese Maßnahmen allerdings zu spät. Mit einigen Tricks lassen sich die Kosten aber wenigstens etwas begrenzen: Wenige Minuten stoßlüften statt Fenster kippen, Nachtabsenkung nutzen, ohne die Wohnung auskühlen zu lassen und die Temperatureinstellungen kontrollieren. Für Wohnräume reichen gut 20 Grad, in Küche oder Schlafzimmer auch zwei Grad weniger. Dann noch Möbel oder Vorhänge vor den Heizkörpern entfernen, nachts Rollläden schließen und Ritzen unter Türen und an Fenstern mit Dichtband verschließen - schon verliert die Kälte wenigstens etwas ihren Schrecken.

(mb)

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