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Russland: Gaspreise werden dauerhaft hoch bleiben

16.11.2011 - 15:48

"Es wird nie wieder billiges Gas geben." - Diese Prognose äußerte Gazprom-Vizechef Alexander Medwedew in einem Interview mit der Zeitung "Die Welt". Daran würden auch die Ausbeutung so genannter unkonventioneller Erdgasvorkommen und der Import von verflüssigtem Erdgas mit Tankschiffen nichts ändern. Verbrauchern bleibt in diesem Szenario nur Energie sparen und die Suche nach einem günstigeren Gasanbieter.

Die Nachfrage nach Erdgas ist hoch und sie wird weiter steigen. Davon geht nicht nur Gazprom aus, sondern auch zahlreiche Energieexperten und die EU. Denn Gas verbrennt sauberer und mit geringerem CO2-Ausstoß als andere fossile Energieträger. Gleichzeitig sind moderne Gaskraftwerke flexibel regelbar - sie gelten daher als ideale Brückentechnologie für die Energiewende. Und in den Schwellenländern steigt der Energiehunger, was die weltweite Gasnachfrage zusätzlich nach oben treibt.

Zwar werden immer mehr so genannte unkonventionelle Gasvorkommen erschlossen und ausgebeutet. Diese zusätzlichen Gasmengen drückten zuletzt am Weltmarkt die Preise. Weil außerdem in Europa in großem Stil neue Importkapazitäten für Gas aufgebaut werden, rechnet eine aktuelle Studie der Beratungsgesellschaft AT Kearney ab 2015 mit einem Überangebot an Gas und wieder sinkenden Preisen. Bei Gazprom sieht man das jedoch anders.

Schiefergas mit massiven Umweltproblemen

Denn Schiefergas und ähnliche Vorkommen können nur zum Preis von gravierenden Umweltbelastungen abgebaut werden. Daher werde sich dieses Gas in Europa nicht etablieren können, so Medwedew. Das Gas aus unkonventionellen Vorkommen habe den Weltmarktpreis auf dem Spotmarkt außerdem nur vorübergehend drücken können. Inzwischen habe sich das Preisniveau den langfristigen Verträgen von Gazprom wieder angenähert.

Die Preispolitik von Gazprom war in den vergangenen Monaten in die Kritik geraten. Das Unternehmen schließt langfristige Lieferverträge mit seinen Abnehmern, etwa der deutschen E.ON Ruhrgas. Darin ist eine Ölpreisbindung festgelegt, die seit Jahresbeginn für deutlich steigende Gaspreise sorgte. Dadurch gerieten Ruhrgas und andere Gazprom-Kunden unter Druck: Sie mussten das Gas teilweise unter dem Einkaufspreis an die Endabnehmer abgeben, weil ihre Konkurrenten auf dem Weltmarkt billigeres Gas kaufen konnten.

Verbraucher müssen beim Gas sparen

Für Verbraucher bedeutet die Prognose des Gazprom-Managers, dass sie eher nicht auf sinkende Gaspreise hoffen sollten. Denn Deutschland bezieht einen großen Teil seines Gasbedarfs über Pipelines aus Russland und damit von Gazprom. Auch andere Förderländer wollen an der Ölpreisbindung festhalten, wie jetzt auf dem 1. Forum Gas exportierender Länder (GECF) in Katar deutlich wurde. Gaskunden bleibt deshalb nur, möglichst wenig Gas zu verbrauchen und sich nach einem günstigen Gasanbieter umzusehen.

Um bis zu 500 Euro können die jährlichen Ausgaben für Gas sinken, wenn ein Haushalt einen kostenlosen und unverbindlichen Gasvergleich durchführt und zu einem günstigeren Anbieter wechselt. Mit den interaktiven und kostenlosen Energiesparratgebern können Verbraucher rasch prüfen, ob ihr Gasverbrauch zu hoch ausfällt und welche Energiesparmöglichkeiten sich in ihrem individuellen Fall lohnen würden. Auch Kontakte zu Energieberatern und Handwerkern werden kostenlos vermittelt.

(mb)

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