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Welche Rolle spielt Erdgas auf dem Energiemarkt?

15.06.2016 - 15:51

Nicht nur auf dem Wärmemarkt spielt Erdgas als Energieträger eine Hauptrolle. Wir haben die wichtigsten Einsatzbereiche zusammengefasst.

Nummer 1 auf dem Wärmesektor

Welche Rolle spielt Erdgas auf dem Energiemarkt
Die Hälfte aller Haushalte heizt mit Erdgas.
Gerade beim Heizen setzen die Deutschen auf Erdgas. So heizen laut einer Studie des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) knapp 50 Prozent aller deutschen Haushalte mit Gas. In Deutschland haben 49,3 Prozent von 40,8 Millionen Wohnungen eine Gasheizung. Auch bei der Fernwärmeerzeugung stellt Erdgas mit 53 Prozent neben Mineralöl den Hauptenergieträger dar. Bis 2020 wird die Anzahl der gasbetriebenen Heizungen noch steigen. Der BDEW schätzt, dass in vier Jahren etwa 20 Millionen alte Heizkessel durch Erdgastechnik ersetzt werden. Somit könnten bis zu 45 Millionen Tonnen Kohlendioxid eingespart werden.
 

Erdgas-Fahrzeuge im Abwärtstrend

Die Zahl der Zulassungen Erdgas betriebener Autos sank von 2015 auf 2016 um rund zwei Prozent. Auch die Zahl der Erdgastankstellen ist rückläufig. Einen Grund für den Rückgang sehen Autoexperten in der geringen Vermarktung der Modelle. Zudem konzentriere sich der Markt derzeit eher auf die Entwicklung von Elektroautos. Auch der hohe Anschaffungspreis macht die Gas-Fahrzeuge weniger attraktiv. Dafür ist der Treibstoff wesentlicher günstiger als Benzin oder Diesel. Wer mit Erdgas statt mit Benzin tankt, zahlt rund 50 Prozent weniger. Erdgas verursacht zudem etwa 20 Prozent weniger CO2 als Benziner.
 

Gaskraftwerke

Gaskraftwerke zählen aufgrund ihres hohen Wirkungsgrades zu den effizientesten Kraftwerkstypen. Dennoch wird Strom überwiegend in Braunkohleanlagen erzeugt. Die Stromproduktion durch gasbetriebene Anlagen ist jedoch rückläufig. Wurden 2008 noch 183 Milliarden Kilowattstunden Strom pro Jahr erzeugt, waren es 2015 nur noch 106 Milliarden. Doch gerade im Zuge der Energiewende könnten Gasanlagen als flexible Energielieferer eventuelle Versorgungsengpässe ausgleichen.
 

Erdgas und Energiewende

Auf dem Weg in die Energiewende galten Gaskraftwerke lange als klimaschonende Ergänzung zu erneuerbaren Energien. Sie sollten Reservekapazitäten bereitstellen. Doch mittlerweile beantragen viele Anlagenbetreiber die Schließung ihrer Werke, da sie durch den allgemein sinkenden Strombedarf in Europa und dem Preisverfall der CO2-Zertifikate unrentabel geworden sind. Auch Wartung und Betrieb der Gasanlagen kosten mehr als bei Kohlekraftwerken. So werden immer mehr gasbetriebene Anlagen stillgelegt, während ineffizientere, umweltbelastende Kohlekraftwerke am Netz bleiben.
 

Immer mehr Wechsler

Seit der Öffnung des Gasmarktes 2007 steigt die Zahl der Verbraucher, die ihren Gasanbieter wechseln, jährlich. Während laut BDEW im Anfangsjahr nur ein Prozent der Haushalte in Deutschland wechselte, sind es mittlerweile 31,5 Prozent. Bei Strom lag der Anteil der Wechsler im ersten Quartal 2016 bei 40 Prozent.

(sst)

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