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Mieterbund warnt vor Energie-Armut durch hohe Öl- und Gaspreise

01.12.2011 - 16:04

Die Energiekosten werden für immer mehr Haushalte zu einer extremen Belastung. Der Mieterbund warnt vor einer wachsenden Energie-Armut durch die hohen Öl- und Gaspreise. Viele Menschen könnten sich eine warme Wohnung schlicht nicht mehr leisten, sagte Mieterbund-Sprecher Ulrich Ropertz der "Bild"-Zeitung. Auch die Strompreise steigen immer weiter. Doch Verbraucher können gegensteuern - mit Energiesparen und einem günstigeren Anbieter.

Heizenergie wurde nach Angaben des Mieterbundes im Vergleich zu 2010 deutlich teurer. Die Kosten stiegen wesentlich stärker als die Inflation. Haushalte, die mit Öl heizen, sind besonders betroffen: Der Brennstoff verteuerte sich im Vergleich zum Vorjahr um ganze 25 Prozent. Die Gaspreise stiegen um rund acht Prozent, Fernwärme kostet um rund sieben Prozent mehr. In der Musterrechnung des Mieterbundes steigen die Heizkosten für eine 70-Quadratmeter-Wohnung dadurch um jährlich 62 Euro (Fernwärme), 64 Euro (Gas) oder sogar 213 Euro (Öl).

Immer mehr Menschen drehen die Heizung herunter

Die Folgen sind gerade für einkommensschwächere Haushalt oft dramatisch: Sie müssen laut Mieterbund inzwischen oft 40 Prozent ihres Einkommens allein für Miete und Nebenkosten aufwenden. Hinzu kommen seit Jahren steigende Stromkosten. Die Entwicklung von Löhnen oder Hartz IV-Sätzen hält mit diesen Preissteigerungen bei weitem nicht Schritt. Die Folge: Immer mehr Menschen können sich eine warme Wohnung nicht mehr leisten, drehen die Heizung herunter - und riskieren Feuchtigkeit und Schimmel.

Gerade weniger betuchte Haushalte stehen vor einem fast unlösbaren Problem: Eine neu gebaute oder frisch sanierte Wohnung, die wenig Heizenergie verschlingt, ist wegen der hohen Miete nicht drin. In einer bezahlbaren Bleibe fallen aber immer höhere Heizkosten an, die das Budget sprengen. Gleiches gilt für den Strom-Bereich: Ein alter Kühlschrank verbraucht Unmengen an teurem Strom, ein neues Energiesparmodell ist aber unerschwinglich - auch deshalb, weil die Stromrechnung so teuer ist. Ein Teufelskreis.

Energiesparen mit einfachen Tipps

Der Energieverbrauch lässt sich aber auch ohne finanziellen Aufwand drosseln. Zum Beispiel durch konsequentes Kochen mit Deckel, durch das Nutzen der Restwärme der Kochplatten und durch ein Herunterdrehen des Kühlschranks - sieben bis acht Grad reichen, kälter muss es nicht sein. Auch der Standby-Verbrauch von Fernseher, Radio und PC oder Ladegeräten geht ins Geld, ebenso wie eine zu hohe Temperaturwahl bei der Waschmaschine. Mit den kostenlosen Energiesparratgebern von CHECK24 und co2online können Haushalte ihren Strom- und Standby-Verbrauch prüfen und gezielt Gegenmaßnahmen ergreifen.

Nutzer können auch berechnen, wie ihr Heizenergiebedarf im Vergleich zu anderen Haushalten ausfällt. Hier lässt sich ebenfalls ohne große Investitionen Öl oder Gas sparen: Nachtabsenkung konsequent nutzen, nachts Rollläden schließen und die Heizkörper immer frei halten, so dass die Luft zirkulieren kann. Beim Lüften die Fenster nie kippen, sondern stattdessen wenige Minuten stoßlüften - und die Heizkörper dabei abdrehen. Die Raumtemperatur nicht zu hoch wählen: Jedes Grad weniger spart fünf Prozent Heizkosten. Zu kalt ist aber auch nicht gut, denn an kühlen Wänden bildet sich schnell Schimmel. Werden einzelne Räume nicht geheizt, Türen geschlossen halten, damit sich in diesen Zimmern keine Feuchtigkeit niederschlägt.

Anbieter wechseln und Heizkosten sparen

Eine deutliche Entlastung für das schmale Portemonnaie können auch günstigere Tarife bringen. Die Grundversorgung, in der Haushalte standardmäßig mit Gas beliefert werden, ist beispielsweise meist die teuerste Möglichkeit, Erdgas zu beziehen. Mit dem Tarifrechner können Verbraucher kostenlos Gastarife vergleichen, das günstigste Angebot ermitteln und direkt den Gasversorger wechseln. Ebenso ist auch ein Stromanbieter Preisvergleich möglich.

Interessenten sollten dabei allerdings auch auf die Tarifdetails achten und sich nicht allein von einem günstigen Preisversprechen locken lassen. Wer versucht, Energie zu sparen, sollte beispielsweise auf Pakettarife und Angebote mit Mehr-/Minderverbrauchsaufschlag verzichten - sie können schnell teuer werden, wenn die Energiesparbemühungen Erfolg haben und der Verbrauch sich ändert. Die Vergleichsrechner bieten die Möglichkeit, Tarife nach verschiedenen Kriterien zu filtern - Verbraucher sollten diese Möglichkeit nutzen, um einen ideales Angebot zu finden.

(mb)

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