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Heizung und Wärme: Energiewende kommt kaum voran

13.01.2012 - 14:00

Während aus dem Stromsektor immer neue Rekorde bei der Nutzung erneuerbarer Energien gemeldet werden, stockt die Energiewende in den Heizungskellern. Der Einsatz von regenerativen Energien wie Biogas macht kaum Fortschritte und auch bei der Wärmedämmung geht es nur im Schneckentempo voran. Dabei verschlingt die Heizung von Gebäuden rund 40 Prozent des deutschen Energieverbrauchs.

Ölheizung, Gastherme oder Nachtspeicherofen - kaum eine Wohnung in Deutschland kommt ohne Heizanlage aus. Die Heizperiode dauert in der Regel von Anfang Oktober bis in den April. Das bedeutet: Millionen Heizungen bullern mehr als ein halbes Jahr lang, um Wohnungen und Büros warm zu halten. Ihr Energiebedarf ist gewaltig: Fast 40 Prozent des deutschen Energieverbrauchs gehen für Raumheizung und Warmwasserbereitung drauf. In Privathaushalten entfallen nach Angaben der deutschen Energie-Agentur (dena) durchschnittlich rund 83 Prozent des Endenergieverbrauchs auf die Bereiche Heizung und Warmwasser.

Potential für die Energiewende liegt brach

Viele Heizungsanlagen gelten als veraltet, hunderttausende Wohnungen nach modernen Standards als schlecht oder gar nicht gedämmt. Mit vergleichsweise geringem finanziellen Aufwand ließen sich große Mengen an Energie und Treibhausgasen einsparen. Die Vermeidung einer Tonne Kohlendioxid bei der Stromerzeugung kostet im Vergleich zum Wärmesektor ein Vielfaches. Doch während Stromversorger und private Investoren kräftig in Windräder und Solarzellen investieren, sank nach Angaben des Bundesverbands Erneuerbare Energie der Anteil regenerativer Energien am Wärmemarkt zuletzt sogar leicht. Er lag 2010 bei 10,2 Prozent, 2011 waren es nur noch 10,1 Prozent. Offenbar stieg die Zahl der grünen Wärmequellen zuletzt kaum noch - der Wärmebedarf insgesamt aber schon.

Diese Entwicklung ist kein Wunder: Die Erzeugung von Ökostrom wird durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz üppig gefördert - das lockt Investoren an und sorgt für einen raschen Ausbau der grünen Stromerzeugung. Die Förderung von energetischen Sanierungen durch eine bessere steuerliche Absetzbarkeit von Modernisierungskosten steckt dagegen in den Mühlen des Förderalismus fest. Bund und Länder streiten immer noch im Vermittlungsausschuss, wer welchen Anteil der Kosten tragen muss. Ursprünglich sollte das Gesetz bereits im vergangenen Sommer in Kraft treten.

Die Energiewende mit der eigenen Heizung voranbringen

Für Immobilienbesitzer können sich die Ausgaben für einen Brennwertkessel, eine Solaranlage oder ein bessere Wärmedämmung aber dennoch oft rechnen. Denn die Preise für Öl und Gas steigen. Und trotz des politischen Streits existieren einige Fördertöpfe, die Bauherren nutzen können. Wie die Rechnung im Einzelfall aussieht und ob die geplante Maßnahme gefördert werden kann, können Interessenten mit den Energiesparratgebern kostenlos überprüfen - ganz bequem online. Auch Ansprechpartner und Handwerke in der Nähe werden auf Wunsch aufgelistet.

Wird mit Gas geheizt, gibt es auch eine zweite Möglichkeit, die Umwelt und das eigene Portemonnaie zu entlasten: Ökogas. Biogas und Klimatarife sorgen für einen geringeren CO2-Ausstoß - und sind häufig sogar billiger verfügbar als das gewöhnliche Gas des Grundversorgers. Ein kostenloser und unverbindlicher Preisvergleich mit dem Online-Gasrechner klärt rasch, wie hoch die Einsparung ausfällt. Auf Wunsch kann dabei auch gleich der Anbieterwechsel in Auftrag gegeben werden. Und die Energiewende kommt wieder ein kleines Stück voran.

(mb)

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