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Höhere Gaspreise ab Juli: ­­­Versorger verlangen bis zu 18 Prozent mehr

21.06.2011 - 12:24

66 Gasversorger planen ab Juli oder August 2011 eine Erhöhung ihrer Gaspreise – im Schnitt um 10,5 Prozent. Für einen durchschnittlichen Vier-Personen-Haushalt mit einem Gasverbrauch von 20.000 kWh bedeutet dies eine Preissteigerung von 138 Euro.

Betroffen sind 1,9 Millionen Haushalte, in etwa jeder zehnte Privathaushalt mit Gasversorgung. Dies zeigt eine deutschlandweite Analyse der Energiepreisveränderungen in der Grundversorgung durch das unabhängige Vergleichsportal CHECK24.

Am härtesten treffen die Erhöhungen Kunden der Gemeindewerke Münchweiler a.d. Rodalb (Rheinland-Pfalz): 20.000 kWh Gas kosten sie in Zukunft 18,1 Prozent bzw. 276 Euro mehr. Auch EnBW ist unter den Erhöhern und gab bekannt, die Preise um 9,8 Prozent (128 Euro für 20.000 kWh) anzuheben. Dies betrifft rund 420.000 Kunden.

Jahresvergleich Juni 2010/2011: Preise für Gas vier Prozent höher

Der durchschnittliche Gaspreis in Deutschland ist seit Juni 2010 um vier Prozent gestiegen. Dies zeigt der CHECK24 Gaspreisindex.* Besonders die Grundversorger haben die Preise angezogen – in der Grundversorgung im Schnitt um vier Prozent, beim günstigsten Alternativtarif um fünf Prozent. Mit durchschnittlich 1,8 Prozent fallen die Erhöhungen bei den jeweils zehn günstigsten Alternativversorgern pro Netzgebiet deutlich geringer aus.

Dass sich die Gaspreise im vergangenen Jahr sehr moderat entwickelt haben, könnte in der gesunkenen Nachfrage für Öl und Gas während der Wirtschaftskrise begründet sein. Die Versorger hatten dadurch die Möglichkeit, sich ohne langfristige Liefertermine zu niedrigen Preisen eindecken.

Allerdings stieg der Preis für leichtes Heizöl zwischen Juni 2010 und Mai 2011 um 17,5 Prozent (Quelle: Statistisches Bundesamt). Das könnte bedeuten, dass sich auch der Gaspreis erhöht: Denn auch wenn es für Endkunden offiziell keine Ölpreisbindung mehr gibt, passt sich der Gaspreis in der Regel mit einer halbjährigen Verzögerung an. CHECK24 erwartet deshalb, dass auch der Preis für Erdgas in den nächsten Monaten bei vielen Versorgern steigen wird.

Deutlichste Preissteigerungen in Berlin und Bremen

Vor allem die Hauptstädter sind von den gestiegenen Gaspreisen betroffen. Der Berliner Grundversorger GASAG hat die Preise um 14 Prozent angehoben. Auch Gaskunden in Bremen (+12 Prozent) und im Saarland (+8 Prozent) zahlen deutlich mehr.

In Hamburg hielt E.ON Hanse die Preise das ganze Jahr konstant, in Thüringen (-2 Prozent), Schleswig-Holstein (-1 Prozent) und Sachsen (-0,5 Prozent) wurden die Preise im Durchschnitt sogar gesenkt. Dennoch ist Thüringen das Bundesland mit den teuersten Gaspreisen: 1.545 Euro für 20.000 kWh zahlen die Thüringer durchschnittlich. Auf die Ränge der Negativliste landen Sachsen (1.493 Euro) und das Saarland (1.479 Euro).

In Schleswig-Holstein werden nur 1.256 Euro für 20.000 kWh fällig und damit 18,7 Prozent weniger als in Thüringen. Auch in Niedersachsen (1.263 Euro) und Hamburg (1.321 Euro) ist Gas im deutschlandweiten Vergleich günstig.

*Der CHECK24 Gaspreisindex berücksichtigt pro Netzgebiet die Preise aller Grundversorgungstarife, des günstigsten Tarifs der Grundversorger sowie der zehn günstigsten Alternativanbieter für 20.000 kWh (durchschnittlicher Jahresverbrauch Vier-Personen-Haushalt). Da nicht in jedem Netzgebiet dieselben Alternativversorger liefern, wurden die zehn günstigsten Alternativanbieter pro Netzgebiet berücksichtigt. Die Preise sind nach Einwohnern pro Netzgebiet gewichtet um Energieversorger entsprechend ihrer Größe zu berücksichtigen. Nicht einbezogen: Erstjahresboni, Rabatte, Tarife mit Vorauskasse, Pakettarife.

(eko)

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