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Gaspreiserhöhung unbegründet: Verbraucherschützer kritisieren Gasanbieter

02.09.2011 - 17:23

Die Gaspreise steigen derzeit auf breiter Front. Fast 280 Grundversorger erhöhen allein im September und Oktober ihre Allgemeinen Tarife - um durchschnittlich elf Prozent. Jetzt hagelt es heftige Kritik von Verbraucherschützern. Die Preiserhöhungen seien unbegründet, so der Bund der Energieverbraucher. Die Gasbeschaffungskosten seien nur geringfügig gestiegen. Sie raten bei massiven Preissteigerungen zu einem Anbieterwechsel. Auch Energiesparen kann die Haushaltskasse entlasten.

Der Winter wird teuer: Eine regelrechte Welle von Gaspreiserhöhungen rollt derzeit durch Deutschland. Um bis zu 25 Prozent mehr müssen Kunden mancherorts im Grundversorgungstarif bezahlen. Für eine Familie mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden heißt das: Die Haushaltskasse wird mit rund 400 Euro zusätzlich belastet. Da hilft nur Hoffen auf einen milden Winter.

Oder ein Gasvergleich und der Wechsel zu einem günstigeren Anbieter. Denn nach Ansicht des Bundes der Energieverbraucher e.V. sind die Preissteigerungen bei weitem nicht gerechtfertigt. Die Verbraucherschützer berufen sich auf Berechnungen eines ihrer Vorstandsmitglieder, des Energieexperten Gunnar Harms. Demnach sind die Gasbeschaffungskosten für die Versorger 2011 nur geringfügig gestiegen. "Viele Gasversorger sahnen nur einfach ab oder haben teures heizölgebundenes Gas geordert", so Vereinsvorsitzender Aribert Peters.

Preiserhöhungen höchstens im einstelligen Prozentbereich angemessen

Durch das Überangebot am Weltmarkt ist Gas an den Energiebörden auf dem Terminmarkt für die Versorger derzeit deutlich günstiger zu haben als in langfristigen Verträgen, die an den Ölpreis gekoppelt sind. Vom zweiten auf das vierte Quartal 2011 stieg der Preis nur um ca. 0,4 Cent je Kilowattstunde. Ölgebundenes Gas wurde dagegen um rund 0,8 Cent teurer. Harms hält Preiserhöhungen maximal im einstelligen Prozentbereich für gerechtfertigt - wenn der Gasanbieter sein Gas klug eingekauft habe.

Managementfehler oder Gewinnoptimierung - dafür will wohl kein Verbraucher bezahlen. Die Verbraucherschützer raten Gaskunden deshalb, sich nicht mit gravierenden Preiserhöhungen abzufinden und stattdessen von ihrem Sonderkündigungsrecht Gebrauch zu machen. Dies muss allerdings rasch geschehen, wenn höhere Preise angekündigt werden - meist läuft die Frist nur zwei bis vier Wochen. Kunden, die noch in der teuren Grundversorgung beliefert werden, können ohnehin mit einer einmonatigen Frist kündigen. Sicherheit vor möglicherweise geplanten Preiserhöhungen beim neuen Versorger geben Gastarife mit einer Preisgarantie.

Energiesparen kann die Gasrechnung deutlich senken

Eine weitere Abhilfe gegen explodierende Gaskosten ist Energiesparen. Angemessene Raumtemperaturen und richtiges Lüften können bereits für eine spürbare Entlastung sorgen. Zu weit sollte die Heizung aber nicht herunter gedreht werden, um Schimmel und Feuchtigkeit zu vermeiden. Ob der eigene Heizenergieverbrauch angemessen ist, welche Maßnahmen Abhilfe schaffen könnten und welche Fördermittel für energetische Sanierungen zur Verfügung stehen, rechnen die interaktiven Energiesparratgeber vor, die CHECK24 in Zusammenarbeit mit co2online gemeinnützige GmbH kostenlos bereitstellt.

(mb)

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