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Gaspreiserhöhung: Gas ab August und September um bis zu 29 Prozent teurer

20.07.2011 - 12:29

90 Gasversorger planen im August und September 2011, ihre Gaspreise in der Grundversorgung im Schnitt um elf Prozent anzuheben. Ein durchschnittlicher Vier-Personen-Haushalt, der im Jahr etwa 20.000 kWh verbraucht, bezahlt dadurch um bis zu 144 Euro mehr.

Wie eine deutschlandweite Analyse der Energiepreisveränderungen in der Grundversorgung durch das unabhängige Vergleichsportal CHECK24 zeigt, sind von den aktuellen Erhöhungen im August und September circa 2,5 Millionen Privathaushalte betroffen.

Kunden der Energieversorgung Oberes Wiesenthal GmbH in Baden-Württemberg müssen in Zukunft 29 Prozent (380 Euro für 20.000 kWh) mehr für Gas bezahlen. Zu den Erhöhern gehören auch große Anbieter wie die E.ON Avacon und die EWE. Erstere berechnet circa neun Prozent (144 Euro für 20.000 kWh) mehr, Letztere erhöht um 13 Prozent (168 Euro für 20.000 kWh).

Index: Gaspreise von Juni 2010 bis Juli 2011 im Schnitt um 4,6 Prozent gestiegen

Der CHECK24-Gaspreisindex* untersucht die Entwicklung der Gaspreise von Juni 2010 bis Juli 2011. Das Ergebnis: Die Gaspreise sind im Durchschnitt um 4,6 Prozent gestiegen. Vor allem die Grundversorger haben ihre Preise erhöht. In der Grundversorgung wurde das Gas im Durchschnitt 4,6 Prozent teurer, beim günstigsten Alternativtarif erhöhten die Versorger um 5,5 Prozent. Im Schnitt um 4,4 Prozent hoben die jeweils zehn günstigsten Alternativversorger pro Netzgebiet ihre Preise an.

Die gesunkene Nachfrage für Öl und Gas durch die Wirtschaftskrise könnte der Grund für die relativ moderate Gaspreisentwicklung sein. Versorger konnten sich ohne langfristige Liefertermine zu günstigen Preisen eindecken. Der Preis für leichtes Heizöl ist jedoch von Juni 2010 bis Juni 2011 um 19 Prozent gestiegen, was bedeuten könnte, dass sich auch der Gaspreis erhöht. Für Endkunden besteht zwar offiziell keine Ölpreisbindung mehr, dennoch passen sich die Gaspreise in der Regel mit einer halbjährigen Verzögerung den Ölnotierungen an. Daher erwartet CHECK24, dass bei vielen weiteren Gasanbietern in den nächsten Monaten auch der Preis für Erdgas steigen wird.

Berlin und Bremen: höchste Gas-Preissteigerungen

Am deutlichsten sind die Gaspreise im vergangenen Jahr in Berlin gestiegen. Der dortige Grundversorger GASAG erhöhte die Preise um 13,8 Prozent. Auch in Bremen (+12 Prozent) und im Saarland (+8 Prozent) mussten Kunden deutlich mehr für ihr Gas zahlen.

Teuerstes Gas in Thüringen – günstigstes Gas in Schleswig-Holstein

Trotz einer Preissenkung (-2 Prozent) ist Gas in Thüringen mit 1.545 Euro für 20.000 kWh im Durchschnitt am teuersten. Sachsen folgt mit 1.500 Euro, obwohl die Gaspreise auch hier seit Juni 2010 um 0,04 Prozent gefallen sind. Das Saarland steht mit 1.483 Euro pro Jahr an dritter Stelle.

Schleswig-Holstein ist das günstigste Bundesland. Dort zahlen Kunden nur 1.277 Euro für 20.000 kWh, also 17,3 Prozent weniger als in Thüringen. Auch in Niedersachsen (1.278 Euro) und Hamburg (1.321 Euro) sind die Gaspreise verglichen mit anderen Bundesländern sehr niedrig.

*Der CHECK24 Gaspreisindex berücksichtigt pro Netzgebiet die Preise aller Grundversorgungstarife, des günstigsten Tarifs der Grundversorger sowie der zehn günstigsten Alternativanbieter für 20.000 kWh (durchschnittlicher Jahresverbrauch Vier-Personen-Haushalt). Da nicht in jedem Netzgebiet dieselben Alternativversorger liefern, wurden die zehn günstigsten Alternativanbieter pro Netzgebiet berücksichtigt. Die Preise sind nach Einwohnern pro Netzgebiet gewichtet um Energieversorger entsprechend ihrer Größe zu berücksichtigen. Nicht einbezogen: Erstjahresboni, Rabatte, Tarife mit Vorauskasse, Pakettarife

(bri)

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