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Brüderle warnt Mieter vor hoher Heizkosten-Nachzahlung durch steigende Öl- und Gaspreise

01.02.2011 - 12:29

Viele Mieter müssen sich auf eine hohe Nachzahlung für die Heizkosten einstellen, warnt Bundeswirtschaftsminister Brüderle. Grund sind die gestiegenen Öl- und Gaspreise. Um die Gasversorgung auf eine breitere Basis zu stellen, müsse Deutschland mit neuen Lieferländern zusammenarbeiten. Unterdessen werden immer weniger energiesparende Solarheizungen installiert.

Mieter haben im Moment nur zwei Alternativen: Frieren oder zahlen. Bei den derzeit eisigen Temperaturen müssen die Heizungen Schwerstarbeit leisten, wenn die Wohnung kuschelig warm sein soll. Das treibt die Heizkosten nach oben. Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) warnte jetzt vor hohen Nachzahlungen. Denn besonders die Preise für leichtes Heizöl seien stark gestiegen, so Brüderle in der "Bild". Sie lagen demnach im Dezember 2010 um 30 Prozent höher als im Vorjahr.

Aufgrund langfristiger Lieferverträge vieler Gasanbieter mit ihren Vorlieferanten orientieren sich auch die Gaspreise für viele Verbraucher mit Verzögerung an den Ölpreisen, obwohl es keine Ölpreisbindung mehr gibt. In den ersten drei Monaten des Jahres 2011 haben 88 Gasversorger Preiserhöhungen angekündigt, während 28 Unternehmen ihre Preise senken konnten. Durch die zunehmenden Preisunterschiede sind hohe Einsparungen möglich, wenn Verbraucher Tarife vergleichen und zu einem günstigeren Gasanbieter wechseln.

Suche nach neuen Gaslieferanten

Deutschland müsse seine Energieversorgung absichern und auf eine breitere Basis stellen, erklärte der Minister weiter. Dazu seien gerade beim Gas neue Kooperationen nötig. Konkret nannte Brüderle Turkmenistan, Kasachstan und Aserbaidschan. Die Staaten am kaspischen Meer sitzen einerseits auf großen Gasvorkommen, müssen aber gleichzeitig massiv investieren, um ihre Wirtschaft auf Vordermann zu bringen. Brüderle hofft daher auf einen wachsenden Absatzmarkt für deutsche Produkte

Die EU unterzeichnete bereits Mitte Januar erste Abkommen über zukünftige Energielieferungen mit Aserbaidschan und Turkmenistan. Das Gas soll durch den sogenannten südlichen Lieferkorridor, zum Beispiel durch die geplante Nabucco-Pipeline, an Russland vorbei nach Europa strömen. Das soll den Mitgliedsstaaten mehr Unabhängigkeit bringen: Derzeit deckt die EU einen großen Teil ihres Bedarfs mit russischem Gas - 2009 waren es rund 40 Prozent. Und Energieexperten erwarten, dass Europa in Zukunft noch mehr Gas als bisher importieren müssen wird.

Energiesparen mit großem Potential

Einen großen Stellenwert hat für Brüderle aber auch Energie sparen. Der Verbrauch müsse langfristig zurückgefahren werden, zum Beispiel durch effiziente Neubauten und die Sanierung des Bestandes, so der Minister. In der Praxis reizen die Bundesbürger aber das Sparpotential gerade im Bereich Heizung und Warmwasserbereitung nicht aus: Im vergangenen Jahr wurden deutlich weniger neue Solarkollektoren installiert als 2009, die Öl- oder Gasheizungen unterstützen können und den Verbrauch senken. Der Solar-Branchenverband BSW meldete einen Rückgang um fast 30 Prozent. Grund sei ein Aussetzen des Förderprogramms für von Mai bis Juli und die Konkurrenz um den Platz auf den Dächern durch die hoch subventionierten Photovoltaikanlagen, hieß es in einer Mitteilung.

Nach Informationen der "Welt" waren die Investitionen auch in andere nachhaltige Heizsysteme wie Pelletöfen oder Wärmepumpen 2010 das dritte Jahr in Folge rückläufig. Die Hersteller dieser Anlagen hoffen dank steigender Heizkosten jetzt ebenso auf eine Marktbelebung wie Umweltschützer. Denn das CO2-Einsparpotential ist beim Heizen wesentlich größer als bei der Stromerzeugung: Mehr als die Hälfte des deutschen Energieverbrauches geht für die Wärmeproduktion in Heizungskellern und Industrieanlagen drauf.

(mb)

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