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Mehr Gasanbieter: Verbraucher können aus 50 Versorgern wählen

08.09.2011 - 09:11

Die Gaspreise steigen derzeit auf breiter Front. Grund genug für viele Verbraucher, sich vor Beginn der Heizperiode nach einem günstigeren Versorger umzusehen. Die gute Nachricht dabei: Deutschlandweit stehen immer mehr Alternativen zum Grundversorger zur Verfügung. Im Durchschnitt können Kunden inzwischen aus 50 Gasanbietern wählen. Einziger Wermutstropfen: Eine große Auswahl bedeutet allerdings nicht automatisch auch ein niedriges Preisniveau. Mehrere hundert Euro pro Jahr lassen sich aber meist dennoch sparen.

Der Wettbewerb auf dem liberalisierten Gasmarkt hat in den vergangenen beiden Jahren deutlich Fahrt aufgenommen. Waren es 2009 noch durchschnittlich neun Gasanbieter, aus denen Verbraucher wählen konnten, stehen nun 50 Alternativen bereit. Das ergab eine Auswertung von CHECK24. Untersucht wurde, wie viele Gasversorger in den einzelnen Postleitzahlengebieten mit Gasversorgung jeweils zur Verfügung stehen. In den Regionen mit dem schmalsten Angebot stieg die Zahl der potentiellen Anbieter von einem auf elf, in den Gebieten mit der größten Auswahl werben inzwischen 77 Gasanbieter um Kunden. 2009 waren es noch 21.

Größte Auswahl im Norden, im Südwesten und zwischen Leipzig und Erfurt

Die meisten Auswahlmöglichkeiten haben Gaskunden in Schleswig-Holstein, in Mitteldeutschland zwischen Erfurt und Leipzig sowie im südwestlichen Baden-Württemberg. In diesen Regionen stehen fast überall mehr als 60 Gasanbieter parat. Am dünnsten ist die Auswahl in einigen kleineren ländlichen Gebieten in der Südhälfte Deutschlands, vor allem in der Eifel, zwischen Frankfurt am Main und Kassel sowie in Teilen Bayerns. Dennoch: In 95 Prozent der gasversorgten Gebiete gibt es inzwischen mindestens 30 mögliche Gaslieferanten, in drei Viertel der Postleitzahlengebiete sind es sogar 45 oder mehr.

Die deutliche Zunahme der Wahlmöglichkeiten hat zwei Gründe: Zum einen stieg die Zahl der Gasanbieter, die sich auf dem Energiemarkt tummeln, kräftig an. 50 Unternehmen kamen seit 2009 neu hinzu - Beispiele sind FlexGas oder die Fünfwerke. Zum anderen erweiterten zahlreiche Anbieter, die vor zwei Jahren bereits aktiv waren, ihr Liefergebiet. Nicht nur Alternativanbieter bauten ihr Geschäft aus, auch viele etablierte Stadtwerke und kommunale Versorger haben inzwischen Tarifmodelle im Programm, mit denen sie außerhalb ihres Stammgebietes auf Kundenfang gehen.

Mit der Zahl der verfügbaren Anbieter nimmt allerdings auch die Übersichtlichkeit ab - ein Gasanbieter Vergleich im Internet bringt aber schnell und kostenlos Klarheit in den Tarifdschungel und ermöglicht auf Wunsch direkt einen bequemen Online-Wechsel des Gasanbieters. Das kann sich lohnen - in vielen Fällen sind jährliche Einsparungen von mehreren hundert Euro erreichbar. Und zwar unabhängig von der Zahl der Alternativanbieter: Denn die Auswertung zeigt auch, dass eine große Auswahl nicht automatisch ein niedriges Preisniveau mit sich bringt.

Gaspreise hängen nicht allein von Zahl der Gasanbieter ab

So gehört Thüringen mit 55 verfügbaren Gasversorgern zwar zu den Bundesländern mit einer besonders großen Angebotsvielfalt - gleichzeitig müssen Kunden aber auch bundesweit die höchsten Gaspreise bezahlen. Bei einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden werden durchschnittlich knapp 1.400 Euro fällig. Hamburger dagegen können mit 63 Alternativen ebenfalls aus besonders vielen Gasanbietern wählen - und bezahlen mit 1.173 Euro am wenigsten für 20.000 Kilowattstunden.

Der Grund dafür: Die Gasanbieter bestimmen nicht allein das Preisniveau. Neben ihrer Einkaufspolitik und ihren Gewinnmargen spielen auch die Netznutzungsentgelte und Konzessionsabgaben eine wichtige Rolle. Diese Preisbestandteile sind regional unterschiedlich und gelten dort unabhängig vom gewählten Gasversorger.

(mb)

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