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Gas wird vorerst günstiger

06.07.2016 - 12:28

Gaskunden können sich auch im zweiten Halbjahr über günstige Preise freuen. Auch für die zweite Jahreshälfte haben viele Grundversorger Preissenkungen angekündigt. Experten prognostizieren jedoch längerfristig wieder Kostensteigerungen. Wir verraten, wie Sie dennoch sparen.
 

Sinkflug bei Öl und Gas

Schon in der ersten Jahreshälfte sind die Gaskosten um rund 3,7 Prozent zurückgegangen. Obwohl die Ölpreisbindung aufgehoben ist, folgen die Gaspreise dennoch den aktuell sehr niedrigen Rohölpreisen. Zudem herrscht derzeit weltweit ein großes Angebot an Erdgas, dies liegt unter anderem an den USA, die durch die Fracking-Methode zu den Hauptproduzenten von Öl und Gas gehören. Im Mai dieses Jahres exportierten die USA erstmals Flüssiggas nach Europa und sorgten damit für fallende Preise auf dem europäischen Gasmarkt.

Viele Preisfaktoren

Versorger geben niedrige Gaspreise nicht weiter
Kostenersparnisse werden nicht umfassend weitergegeben.
Doch der Preisverfall auf dem Gasmarkt sorgt nicht unbedingt für günstige Verbraucherpreise. In den Endkundenpreis fließen noch andere Bestandteile mit ein. Die Beschaffungskosten machen nur rund die Hälfte des Gaspreises aus, die andere Hälfte setzt sich aus Netzentgelten, Abgaben und Steuern zusammen. Laut Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) ist bei den Netzentgelten auch zukünftig kein großer Anstieg zu befürchten, da die Gasnetze sehr gut ausgebaut sind. Die Netzkosten haben sich demnach in der Vergangenheit kaum erhöht und machen seit Jahren nur ein Fünftel des Gaspreises aus.

Versorger geben Niedrigpreise nicht weiter

Verbraucherschützer beklagen, dass Gasversorger ihre gesunkenen Einkaufspreise nicht an die Kunden weitergeben. Einer Studie des Energieexperten Steffen Bukold zufolge hätten die Gasanbieter ihre Einsparungen in einem höheren Maße an die Verbraucher weitergeben müssen. Demnach hätten Privat- und Gewerbekunden 2015 rund ein Zehntel des Preises zu viel bezahlt. Die Anbieter berufen sich auf langfristige Lieferverträge mit ihren Vorlieferanten und steigende Netzentgelte. Dies hält die Grünen-Bundestagsabgeordnete Bärbel Höhn für eine Ausrede und fordert ebenfalls Preisanpassungen. Energieexperten gehen davon aus, dass die Versorger ihre Preise nicht weiter senken werden und Lieferverträge sowie Netzkosten weiterhin als Argumente ins Feld führen werden.

Gasverbrauch steigt

Obwohl der letzte Winter insgesamt eher mild war, stieg laut BDEW der Erdgasverbrauch im ersten Quartal 2016 verglichen mit dem Vorjahr um sechs Prozent an. So wurden von Januar bis März 2016 rund 316 Milliarden Kilowattstunden Gas verbraucht. Diese Monate waren dieses Jahr vergleichsweise kühl, zudem floss durch das Schaltjahr noch ein weiterer Berechnungstag mit ein. Auch der bisher verregnete Sommer veranlasst viele Verbraucher, am Heizregler zu drehen. Deshalb suchen Gaskunden auch abseits der Heizsaison nach Einsparmöglichkeiten.

Dauerhaftes Sparpotenzial durch Wechsel

Laut BDEW können Gaskunden mittlerweile aus bis zu 30 verschiedenen Gasanbietern wählen. Dennoch haben seit 2006 nur rund ein Drittel der Haushalte ihren Anbieter gewechselt. Energieexperten raten zu einem Wechsel, denn nur so können Kunden längerfristig sparen. Gerade Verbraucher in der Grundversorgung haben enormes Sparpotenzial. Mit einem Gasanbieterwechsel spart eine vierköpfige Familie (Jahresverbrauch 20.000 kWh) im Juni 2016 im Schnitt bis zu 556 Euro.

(sst)
 

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