0800 - 24 24 123
Telefonische Expertenberatung
Sie sind hier:

Erdgas fürs Eigenheim: Was Häuslebauer wissen sollten

11.12.2015 - 09:00

Für viele Bauherren steht fest: Geheizt wird mit Erdgas. Doch Häuslebauer und Modernisierer, die auf Erdgas setzen wollen, können mittlerweile zwischen verschiedenen modernen Anlagen wählen, die oftmals mehr können als nur heizen. Wir haben für Sie die wichtigsten Facts zu den drei beliebtesten Technologien zusammengestellt.

1. Ein Klassiker weiterentwickelt: Der Erdgas-Brennwertkessel

Funktion

Bauherren, die auf Erdgas setzen, haben die Wahl zwischen verschiedenen Heizsystemen.
Bauherren stehen vor der Entscheidung: Welches Erdgas-Heizsystem fürs Eigenheim?
Wird ein Heizstoff verbrannt, entstehen im Inneren der Heizung Abgase. Hier setzt die Brennwerttechnik an: Während die bis zu 150 Grad heißen Abgase bei älteren Heizungen ungenutzt über den Schornstein entweichen, werden sie im Brennwertkessel abgekühlt. Dabei entsteht Kondensationswärme, und diese wird zusätzlich zum Heizen genutzt. So ist der Wirkungsgrad der Brennwerttechnik extrem hoch, der Energieverbrauch ist um 30 Prozent geringer als bei älteren Anlagen. Für die wenigen Abgase, die durch eine solche moderne Erdgasheizung entstehen, wird übrigens nicht einmal ein Schornstein benötigt. Die Abgase sind maximal 40 Grad warm und können über eine einfache Abgasführung abgeleitet werden.

Kosten

Die Kosten für einen Erdgas-Brennwertkessel liegen zwischen 4.500 und 8.000 Euro und damit unter denen eines entsprechenden Öl-Brennwertkessels.

2. Für Umweltbewusste: Die Erdgaswärmepumpe

Funktion

Erdgaswärmepumpen kombinieren die Brennwerttechnik mit dem Wärmepumpen-Prinzip. Sie nutzen Umgebungswärme, etwa Solarenergie, um Wärme zu erzeugen. Hierfür gibt es verschiedene Verfahren –  in Ein- und Zweifamilienhäusern werden normalerweise Adsorptionswärmepumpen benutzt. Mit der Umgebungswärme erhitzen diese Wasser. Der entstehende Wasserdampf wird durch poröse Steine (Zeolithe) gebunden, welche sich vollsaugen. Wenn die Steine kein Wasser mehr aufnehmen können, werden sie durch einen Erdgasbrenner erhitzt. Das Wasser tritt wiederum als Dampf aus und kondensiert. Die entstehende Wärme wird dann an das Heizsystem abgegeben.
Erdgaswärmepumpe: Solarenergie und Brennstofftechnik in Kombination.
Die klimafreundliche Alternative: Solarenergie zum Heizen nutzen.

Der Vorteil von Erdgaswärmepumpen liegt auf der Hand: Durch die Nutzung von Umweltwärme sind die CO2-Emissionen sehr niedrig. In einem Neubau wird den Herstellern zufolge bis zu 28 Prozent weniger Primärenergie benötigt als durch einen Erdgas-Brennwertkessel.

Kosten

Eine Erdgaswärmepumpe der Firma Vaillant, die die Brennwerttechnologie mit Solarkollektoren und einem Solarspeicher verbindet, hat einen Anschaffungspreis von etwa 16.500 Euro. Wartungskosten fallen später kaum an, denn die Erdgaswärmepumpe ist so gut wie wartungsfrei.

3. Heizt und erzeugt Strom: Das Blockheizkraftwerk

Funktion

Ein Blockheizkraftwerk (BHKW) funktioniert nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung. Durch einen Generator wird Strom erzeugt, die dabei entstehende Wärme wird – anders als etwa in großen Kohle- oder Gaskraftwerken – zum Heizen genutzt. Der Wirkungsgrad der kleinen Blockheizkraftwerke ist somit viel höher als bei großen Kraftwerken – er liegt bei rund 90 Prozent. Allerdings erzeugt ein Mikro-BHKW nur Strom, wenn auch Wärme benötigt wird, weshalb keine reine Selbstversorgung mit Energie möglich ist. Wird mehr Strom erzeugt als im Eigenheim genutzt wird, so fließt er ins öffentliche Netz.

Kosten

Inklusive aller Nebenkosten muss man für ein Mikro-BHKW etwa 20.000 bis 25.000 Euro bezahlen. Das ist teuer – allerdings spart man danach Kosten, da weniger Strom zugekauft werden muss und erhält außerdem Vergütungen für die Stromeinspeisung ins öffentliche Netz.

Für wen lohnt sich die Anschaffung der modernen Erdgas-Heizsysteme?

Die Anschaffung eines Erdgas-Brennwertkessels lohnt sich laut Stiftung Warentest, wenn Ihr alter Kessel älter als 15 Jahre ist – und für Bauherren ist diese effiziente Technologie auf jeden Fall eine gute Investition. Ob sich eine Erdgaswärmepumpe bezahlt macht, hängt von verschiedenen Faktoren ab, etwa der Dämmung des Gebäudes und davon, wieviel Umweltwärme tatsächlich genutzt werden kann. Mikro-Blockheizkraftwerke eignen sich eher für Häuser, die übers Jahr hinweg einen recht gleichmäßigen Wärmebedarf haben. Wenn Sie also beispielsweise ein eigenes Schwimmbad im Keller haben, lohnt es sich, über ein BHKW nachzudenken. Auf jeden Fall sollten Sie Ihren Wärmebedarf genau kalkulieren und einen Energieberater zu Rate ziehen.

Ein weiteres Plus aller drei Technologien: Es gibt verschiedene Fördermöglichkeiten, beispielsweise über die internationale Förderbank KfW, das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle sowie durch Bundesländer und Kommunen.

(mwa)
 

Weitere Artikel: