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Darum sollte der Reisepass 6 Monate gültig sein

17.02.2016 - 12:31

Das Flugticket liegt bereit, der Koffer ist gepackt und die Vorfreude steigt – doch beim Check-in am Flughafen platzen plötzlich die lang ersehnten Urlaubsträume, weil der Reisepass kein halbes Jahr mehr gültig ist! Genau dieses Szenario ist kein Einzelfall und passiert an den großen deutschen Flughäfen mehrere Male am Tag, laut Focus sogar rund 4.000 Mal am Münchner Airport. Doch warum muss der Pass am Tag der Abreise mindestens sechs Monate gültig sein? Das erklären wir Ihnen hier!

Die 6-Monats-Regelung

Prüfen Sie so früh wie möglich, wie lange Ihr Reisepass noch gültig ist!
Auch wenn Sie nur eine Woche in einem der Länder bleiben wollen, für das Sie ein Visum oder eine Einreisegenehmigung benötigen, brauchen Sie einen Reisepass, der mindestens ein halbes Jahr gültig ist. Das hat mehrere Gründe: Zum einen soll dadurch sichergestellt werden, dass der Pass bei Ausreise noch gültig ist – da einige Länder Visa bis zu 180 Tagen ausstellen. Zum anderen ist diese „Klausel“ eine persönliche Sicherheitsmaßnahme. Werden Sie beispielsweise krank, kann es im schlimmsten Fall dazu kommen, dass Sie Ihren Aufenthalt im jeweiligen Urlaubsland unfreiwillig verlängern müssen. Wäre der Reisepass statt sechs Monate nur zwei Wochen gültig, würden Sie mit einem abgelaufenen Reisepass und ohne gültiges Ausweisdokument in einem fremden Land dastehen. Mit dieser Regelung wird Ihnen der bürokratische Spießroutenlauf erspart.

Andere Länder schreiben eine Gültigkeit des Reisepasses von sechs Monaten über das Ausreisedatum hinaus vor, zum Beispiel in Russland. Dem Auswärtigen Amt zufolge werden manchmal auch Pässe mit einer geringeren Laufzeit akzeptiert.

Die sichere Lösung

Wer es doch noch rechtzeitig merkt und nicht erst am Flughafen darauf hingewiesen wird, dass sein Reisepass keine sechs Monate mehr gültig ist, hat noch eine Möglichkeit seinen Urlaub zu retten: Lassen Sie sich einen vorläufigen Reisepass ausstellen. Dieser kann laut Bundesministerium des Innern (BMI) nur dann ausgestellt werden, wenn eine „rechtzeitige Beantragung eines Reisepasses – auch im Expressverfahren – nicht mehr möglich ist“.
Checken Sie vorab die Reise- und Sicherheitshinweise Ihres Urlaubslandes auf der Website des Auswärtigen Amtes.
 
Wer also seinen abgelaufenen Pass nicht rechtzeitig neu beantragen kann, sollte direkt auf die jeweilige Passbehörde gehen. Dort wird Ihnen sofort ein neuer ausgestellt und ausgehändigt.

Der vorläufige Reisepass ist grün statt rot und nicht so lange gültig wie ein herkömmlicher Pass. Die Gültigkeitsdauer wird dem BMI zufolge, dem jeweiligen Reisezweck angepasst und darf nicht mehr als ein Jahr betragen. Auch eine Verlängerung ist nicht möglich!

Doch Achtung: Nicht jedes Land erlaubt den vorläufigen Reisepass. Beispielsweise ist die visafreie Einreise in die USA mit dem grünen Ausweisdokument nicht möglich. Checken Sie also vorab die Reise- und Sicherheitshinweise Ihres Urlaubslandes auf der Website des Auswärtigen Amtes. Da stehen zu jedem Land die jeweiligen Einreisebestimmungen für deutsche Staatsbürger.

Die unsichere Blitzlösung

Die Bundespolizei am Flughafen kann in Ausnahmefällen einen Passeratz erstellen. Quelle: Bundespolizei
Bei wem der Reisepass bereits abgelaufen ist, der kann sich – im Falle, dass Bundespolizisten vor Ort sind – einen sogenannten Reiseausweis als Passersatz am Flughafen ausstellen lassen. Laut Düsseldorfer Airport erfolgt das jedoch nur in Ausnahmefällen. Zudem ermöglicht Ihnen dieses amtliche Dokument nur die Ausreise aus Deutschland und die Wiedereinreise – kurzum: ein Reisepass für den Urlaub, der maximal drei Monate gültig ist.

Das Problem des Passersatzes ist jedoch, dass andere Staaten nicht verpflichtet sind, dieses Reisedokument anzuerkennen. Dasselbe gilt leider auch für die Airlines, da der Passersatz nicht die Einreise ins Zielland legitimiert. Das heißt, Ihnen kann es also durchaus passieren, dass sie trotz gültiger Papiere nicht in Ihr Urlaubsland einreisen dürfen. Für welche Länder das gilt, kann allerdings nicht eindeutig gesagt werden, da die Bestimmungen ständigen Änderungen unterliegen. Informieren Sie sich diesbezüglich bei der Bundespolizei am Airport!

(mja)
 

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