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Jenseits der Schallmauer: Felix Baumgartner und andere Überflieger

15.10.2012 - 17:17

Die Sensation ist perfekt: Felix Baumgartner hat sich aus 39 Kilometern Höhe in die Tiefe gestürzt. Am Sonntag ist der Österreicher aus einer Ballonkapsel gesprungen und mit Hilfe eines Fallschirms sicher im US-Bundesstaat New Mexiko gelandet. Bei seinem Sturzflug zur Erde erreichte er eine Geschwindigkeit von mehr als 1.340 Kilometern pro Stunde: rund 265 km/h schneller als der Schall. 65 Jahre nach dem ersten offiziell bestätigten Überschallflug eines Flugzeugs, ist er somit der erste Mensch, der die Schallmauer im freien Fall durchbrochen hat.

Noch nie so schnell, noch nie so hoch, noch nie so tief. Der Extremsportler hat mit seinem Sprung gleich drei Weltrekorde aufgestellt: Keiner ist je mit einem Ballon höher gestiegen oder hat aus derartiger Höhe einen Fallschirmsprung gewagt und schon gar nicht mit einer derartigen Geschwindigkeit.

Schneller als Flugzeuge?

Nach ersten Daten war Baumgartner rund 265 km/h schneller als der Schall - und damit schneller als jedes Passagierflugzeug. Die sind je nach Höhe und Windrichtung nämlich maximal mit gut 900 Stundenkilometern unterwegs. Zumindest, seit die „Königin der Lüfte“ ihre Dienste eingestellt hat.

Von 1976 bis 2003 flog die Concorde regelmäßig Fluggäste in Überschallgeschwindigkeit über den Atlantik, hauptsächlich von Paris und London aus nach New York. Dabei erreichten die Maschinen eine Reisegeschwindigkeit von rund 2.200 km/h und konnte so in drei bis dreieinhalb Stunden von Kontinent zu Kontinent fliegen. Der rasende Österreicher hätte knapp viereinhalb Stunden gebraucht.

Aber höher!

Allerdings erreichte selbst die Concorde mit 15 km Reisehöhe nicht dieselben Sphären wie Baumgartner. Sein Heliumballon flog auf 39.044 Meter - etwa drei Mal höher als ein reguläres Passagierflugzeug. Bei einem Flug von Europa in die USA erreichen Maschinen eine maximale Flughöhe von 12.500 Metern. Flugzeuge wiederum waren während des Rekordversuchs weit und breit nicht zu sehen: Um den Sprung nicht zu behindern, war der Luftraum weiträumig gesperrt worden.

„Helden tragen keine Windeln“

Der Sprung verlief dabei nicht ohne Probleme: Bereits in den vergangenen Tagen war der riskante Sprung Versuch mehrmals verschoben worden. Auch am Sonntag verhinderten starke Winde in New Mexiko zunächst den Start. Als der 43-Jährige gegen 9.30 Uhr Ortszeit schließlich in die Höhe stieg, funktionierte seine Visierheizung nicht korrekt - das Visier beschlug und behinderte seine Sicht.

Zudem geriet er für kurze Zeit ins Trudeln, konnte seinen Flug aber wieder stabilisieren. „Ich habe kurz gedacht, ich verliere das Bewusstsein“, sagte er. Im Vorfeld war nicht klar gewesen, ob der menschliche Körper nur in einem Schutzanzug Geschwindigkeiten jenseits der Schallgrenze überhaupt standhalten kann.

Manche fragten sich auch, ob Baumgartner ähnlich wie Astronauten, Spezialwindeln tragen müsste. Die Antwort gab er selbst: „Helden tragen keine Windeln.“

(jwö)

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