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Erlebnis Komfort - die Flugzeugkabinen der Zukunft

30.04.2013 - 10:33

Während die einen über Stehplätze in Flugzeugen für noch mehr Effizienz nachdenken, planen die anderen neue Dimensionen für individuellen Komfort: Der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrt (BDLI) arbeitet gemeinsam mit 16 Unternehmen an den Kabinen der Zukunft.

Der Flugzeugbauer Airbus sowie diverse mittelständische Firmen haben unter dem Slogan „Imagine innovations flying tomorrow“ fünf integrierte Ansätze entwickelt, die zukünftige Kabinen- und Frachtsysteme optimieren sollen: Von der Toilette bis zur Kommunikation an Bord. Das fünfstufige Konzept wurde erst kürzlich auf der Fachmesse „Aircraft Interiors Expo" in Hamburg vorgestellt.

Über den Wolken nach Hause telefonieren – die Kommunikationsoffensive

Immer mehr Airlines bieten Internetnutzung in ihren Maschinen an. Allerdings ist der technische Aufwand nach wie vor vergleichsweise hoch. Die Verbindungen an Bord eines Flugzeugs werden derzeit nur via Bodenstation und bei Langstreckenflügen mit Satelliten hergestellt – dementsprechend ist die Nutzung derartiger Services bislang sehr teuer. Die Initiative des BDLI will das künftig ändern, sodass Passagiere auch in den Lüften mit der gleichen Übertragungsqualität wie auf der Erde telefonieren oder im Internet surfen können.

 

Das Thema ist allerdings durchaus kontrovers: Denn viele Fluggäste haben kein Interesse daran, neben einem lautstark telefonierenden Mitreisenden zu sitzen und möchten in der Luft lieber ihre Ruhe haben. Gut funktionierende Verbindungen ins World Wide Web stoßen dagegen eher auf allgemeines Interesse bei Flugreisenden.

Fluggast statt Fracht – die Doppeldecker

Viele Kurz- und Mittelstrecken – insbesondere zwischen größeren Städten – werden von Passagieren mit wenig Gepäck genutzt. Mit der Folge, dass die Frachträume oft recht leer bleiben und eigentlich für zusätzliche Sitzplätze genutzt werden könnten. Diese Überlegung inspirierte die Ingenieure der Flugzeugbauer zu der Idee einer doppelstöckigen Kabine in der vorderen Hälfte der Flugzeuge. Passagiere würden dort wie in Regionalexpresszügen der Bahn in zwei Ebenen sitzen. Die hintere Hälfte der Maschine würde wie bislang über eine einstöckige Kabine und einen Frachtraum verfügen.

 

Auch in Sachen Sitze steht den BDLI-Experten zufolge ein Paradigmenwechsel bevor. Denn die Luftfahrtindustrie berücksichtigt bei der Kabinenausstattung zunehmend auch die Ansprüche der Konsumenten. Daher ist es durchaus wahrscheinlich, dass künftig auch innerhalb ein und derselben Beförderungsklasse verschiedene Sitztypen angeboten werden.

Luggage Revolver für mehr Platz im Fußraum – das Handgepäck

Insgesamt entdecken Airlines zunehmend, was in anderen Bereichen schon längst üblich ist: Kabinen können im Zuge eines eigenen Brandings und nach den Ansprüchen unterschiedlicher Zielgruppen gestalten werden. Auch die üblichen Aufbewahrungssysteme für das Handgepäck könnten mit automatisierten Systemen revolutioniert werden: beispielsweise mit einem sogenannten Luggage Revolver. Beim Einstieg schieben Passagiere ihr Carry-on in ein Schubfach, das die Gepäckstücke in einem zentralen Bereich im Flugzeug lagert. Dank einer elektronischen Bordkarte, die alle wichtigen Daten der Passagiere speichert, erkennt das System den Fluggast beim Ausstieg und gibt das Handgepäck blitzschnell wieder aus.

Wenn die Wand zum Monitor wird – Entertainment an Bord

Die vierte Vision des BDLI-Verbundes ist etwas für Technik- und Unterhaltungsfans. Denn mit dem Einsatz von organischen Leuchtdioden (OLEDs) wäre es möglich, Aufnahmen auf hauchdünne Folien zu projizieren, mit denen theoretisch die gesamte Kabinenwand als Monitor dienen würde. Egal ob für Aufnahmen des Außenbereichs oder des Flugzeugumfeldes, Anzeigen aktueller Informationen oder Filme für das Unterhaltungsprogramm – zu kleine Bildschirme würden so jedenfalls der Vergangenheit angehören.

Eine saubere Sache – die Sanitärbereiche

Schließlich sollen die Sanitärbereiche der Flugzeuge hygienischer werden und die Wasserspülung der Toilette berührungslos bedienbar sein. Auf der Erde gibt es dafür schon Lösungen, die aber auf die speziellen Anforderungen in einem Flugzeug angepasst werden müssen. Zudem könnten spezielle Oberflächen die Sanitäranlagen optisch vergrößern.

 

Egal ob Handgepäck, Sitzbreite oder die Zahl der Unterhaltungsprogramme - während vor 20 bis 30 Jahren ein Flugzeuginnenraum dem anderen ähnelte, gestalten die Airlines ihre Kabinen heute individuell nach den jeweiligen Vorstellungen ihrer Kunden. In Zukunft könnte dieser Trend noch stärker zum Tragen kommen.

(jwö)

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