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Tagesgeld und Festgeld: Zinseszins als Renditefaktor

24.11.2013 - 12:00

Wie kann ich mit meinem Kapital angesichts der anhaltenden Niedrigzinsphase einen zufriedenstellenden Gewinn erzielen? Mit dieser Frage sehen sich derzeit nicht wenige Sparer konfrontiert. Besonders bei sicheren Anlagen sollte jede Renditemöglichkeit genutzt werden - auch der Zinseszins. Allerdings kommt dieser Effekt nicht bei jeder Bank in gleicher Form zum Tragen, denn die Geldinstitute schreiben ihren Kunden die Zinsen in ganz unterschiedlichen Abständen gut.

Sparer, die ihr Geld anlegen wollen, müssen bei der Auswahl des passenden Angebots viele Punkte beachten – die Höhe des Zinssatzes, die Verfügbarkeit und der Mindestanlagebetrag sind nur einige davon. Ebenfalls eine Rolle spielt die Häufigkeit der Zinsgutschrift, denn auch diese hat Einfluss darauf, wie schnell das angelegte Vermögen wächst. Das Zauberwort in diesem Zusammenhang heißt Zinseszins. Die dahinterstehende Logik: Zinserträge werden dem Anlagebetrag gutgeschrieben, sodass dieser wächst. Fortan wird ein höherer Betrag verzinst – wodurch die Rendite steigt.

Nicht bei allen Banken können Sparer vom Zinseszins profitieren

Wie schnell das eigene Vermögen wächst, hängt auch vom Zinseszinseffekt ab.
Ein Bericht der Zeitschrift „Finanztest“ in ihrer Dezember-Ausgabe lässt nun allerdings aufhorchen: Demnach schütten einige Banken ihren Kunden bei Festgeldanlagen die Zinsen erst am Ende der Laufzeit aus. Die Geldinstitute sparen auf diese Weise bares Geld – für den Anleger bleibt der Zinseszinseffekt jedoch aus. Dazu kommt: Werden einem Bankkunden die Zinserträge am Ende der Laufzeit in Gänze ausbezahlt, wächst die Gefahr, dass sein jährlicher Steuerfreibetrag überschritten wird. In diesem Fall müsste er auf seine Zinserträge Abgeltungssteuer bezahlen, wodurch sich die Rendite erkennbar vermindern würde.

Ein Beispiel: Ein Sparer legt für fünf Jahre 20.000 Euro mit einer Verzinsung von 2,5 Prozent an. Werden ihm die Zinsen auf das angelegte Vermögen jährlich gutgeschrieben, profitiert er vom Zinseszinseffekt und verbucht nach Ablauf der Anlage eine Rendite in Höhe von 2.628,16 Euro. Werden die Zinsen hingegen nicht jährlich auf den Betrag aufgeschlagen, sondern erst am Ende in Summe dem Anlagebetrag hinzugerechnet, so wird jedes Jahr der gleiche Anlagebetrag verzinst. Die Folge: Auch der jährliche Ertrag bleibt gleich.

Im Beispiel erhält der Sparer 500 Euro pro Jahr, was unterm Strich einen Zinsertrag von 2.500 Euro ergibt. Die Differenz von immerhin 128,16 Euro bedeutet für den Sparer eine nicht unerhebliche Schmälerung seiner Rendite – und für Banken bietet sich die Möglichkeit, hohe Summen einzusparen: Die Zeitschrift „Finanztest“ rechnet vor, dass die Geldinstitute bei einer entsprechenden Anzahl von Kunden um die Auszahlung von Millionenbeträgen herumkommen, wenn sie das zweite Modell anwenden.

Besonders beim Tagesgeld variiert die Häufigkeit der Zinsgutschrift

Eine solche Verfahrensweise ist von Seiten der Banken jedoch nicht die Regel – üblicherweise werden Zinsen in regelmäßigen Abständen gutgeschrieben. Allerdings gibt es durchaus Unterschiede im Hinblick auf die Häufigkeit und damit auch auf die Möglichkeit, vom Zinseszinseffekt zu profitieren. So schütten die meisten Banken im Festgeldbereich die Zinserträge jährlich aus. Für gewöhnlich wird die Rendite auf den angelegten Betrag aufgeschlagen und anschließend mitverzinst, sodass der Zinseszinseffekt direkt einsetzt. Es besteht aber aber auch die Möglichkeit, dass die Bank die Zinserträge auf ein Referenzkonto transferiert. In diesem Fall muss der Sparer die Gutschrift anderweitig reinvestieren, um von ihr profitieren zu können.

Auch beim Tagesgeld werden die Zinsen in der Regel direkt auf das Konto gutgeschrieben – ein Referenzkonto kommt hier ebenfalls nur in Ausnahmefällen zum Einsatz. Allerdings variiert die Häufigkeit der Zinsauszahlung durch die Banken bei dieser Anlageform in höherem Maße. Einige Geldinstitute schreiben die Zinsen jährlich oder vierteljährlich gut, andere hingegen sogar monatlich. In diesem Fall können Sparer am stärksten vom Zinseszinseffekt profitieren. Die folgende Tabelle führt die zehn Top-Anbieter beim Tagesgeld sowie die Häufigkeit der Zinsgutschrift auf und macht damit die bestehenden Unterschiede zwischen den einzelnen Banken deutlich.

BankZinssatzHäufigkeit der Gutschrift
Ing DiBa1,50%jährlich
Cortal Consors1,40%vierteljährlich
RaboDirect1,50%monatlich
Renault Bank direkt1,50%monatlich
Südtiroler Sparkasse1,30%vierteljährlich
1822direkt1,30%jährlich
Volkswagen Bank1,25%monatlich
Audi Bank1,25%monatlich
Bank of Scotland1,20%jährlich
pbb direkt1,20%vierteljährlich
(bb)

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