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Endlich 18! Was ändert sich für Bankkunden mit der Volljährigkeit?

05.02.2014 - 16:00

Der 18. Geburtstag ist ein Tag, den sich fast alle Jugendlichen sehnlichst herbeiwünschen. Endlich Autofahren, die Nächte durchtanzen und Spätfilme im Kino sehen - ein Traum! Aber das ist nicht alles, was die Volljährigkeit mit sich bringt. Denn mit dem 18. Lebensjahr gewinnen Jugendliche auch enorm an Verantwortung. Dazu gehört unter anderem die eigenständige Abwicklung von Bankgeschäften. Doch was ändert sich konkret mit der Volljährigkeit und welche Möglichkeiten bietet dieser neue Lebensabschnitt?

Immer mehr junge Menschen besitzen bereits vor dem 18. Lebensjahr ein eigenes Girokonto. Streng genommen sind es allerdings die Eltern, die über das Konto verfügen. Welche Verfügungen Minderjährige selbständig tätigen können, wird bei der Kontoeröffnung festgelegt. Mit dem Einverständnis der Erziehungsberechtigten sind in der Regel Überweisungen und Abhebungen in einem bestimmten Rahmen möglich. Bei größeren Summen müssen die Eltern allerdings erneut zustimmen.

Bis zur Volljährigkeit dürfen Jugendliche keine Lastschriftaufträge erteilen

Lastschriften sind bei Minderjährigen dagegen eher eine Ausnahme. Zwar ist es prinzipiell möglich, beispielsweise die monatliche Handyrechnung auf diese Weise zu begleichen. Dafür ist allerdings die Unterschrift der Eltern erforderlich. Die eigenständige Erteilung von Lastschriftaufträgen ist vor dem Erreichen der Volljährigkeit nicht möglich.

Mit dem 18. Lebensjahr erlischt die Befugnis der Erziehungsberechtigten automatisch. Bei manchen Instituten muss der Kontoinhaber dafür einige Formulare ausfüllen. Im Anschluss daran kann das Konto mit denselben Kontodaten und derselben Bankkarte eigenständig weitergeführt werden.

Kreditkarte und Dispokredit: Bei ausreichender Bonität ab 18 möglich

Volljährigkeit bringt auch finanzielle Verantwortung mit sich.
Ein Dispositionskredit ist bei Minderjährigen die absolute Ausnahme. Sowohl Überziehungs- als auch Ratenkredite können Jugendliche nur mit Genehmigung des Vormundschaftsgerichts erhalten. Eine einfache Unterschrift der Eltern genügt in diesem Fall nicht. Mit der Volljährigkeit steht es dem Bankkunden dagegen frei, einen Dispokredit zu beantragen. Ob die Bank diesen tatsächlich bewilligt, hängt allerdings von seiner Bonität ab. Die meisten Institute stimmen immer dann zu, wenn der 18-jährige bereits über ein regelmäßiges Einkommen – beispielsweise eine Ausbildungsvergütung – verfügt.

Dasselbe gilt grundsätzlich für Kreditkarten. Auch hier haben Jugendliche mit Vollendung des 18. Lebensjahrs die Möglichkeit, eine der kleinen Plastikkarten zu beantragen. Volljährige mit regelmäßigem Einkommen erhalten bei ausreichender Bonität beispielsweise eine Chargekarte, bei der der fällige Betrag am Monatsende abgebucht wird, oder auch eine Kreditkarte mit revolvierendem Kredit, bei der die Kreditsumme auf Wunsch in Raten abbezahlt werden kann.

Reicht die Bonität der jungen Bankkunden nicht aus, besteht die Möglichkeit, eine Prepaid-Kreditkarte zu beantragen. Diese ist grundsätzlich auch für deutlich jüngere Kunden erhältlich – bei einigen Herausgebern sogar ab 12 Jahren. 18-jährige können die Prepaidkarte allerdings eigenständig und ohne das Einverständnis der Eltern beantragen.

Auch Sparprodukte dürfen nun selbständig abgeschlossen werden

Über ihre Kapitalanlagen dürfen Jugendliche ab dem Zeitpunkt der Volljährigkeit ebenfalls eigenständig entscheiden. Während für Anlagen wie Tagesgeldkonten, Sparbücher oder Festgeldkonten zuvor stets die Unterschrift der Eltern erforderlich war, können sämtliche Sparprodukte nun selbständig abgeschlossen werden. Wer regelmäßig etwas Geld zur Seite legen möchte, kann beispielsweise ein gut verzinstes Tagesgeldkonto eröffnen.

(fr)

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