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Steuererklärung für 2012: So holen Sie sich ihr Geld zurück

13.03.2013 - 18:58

Die jährliche Steuerrückzahlung nimmt für viele einen erheblichen Teil des Jahreseinkommens ein. Im März beginnen die Finanzämter mit der Bearbeitung der Unterlagen. Gewusst wie, können Sie sich viel Geld vom Fiskus zurückholen. CHECK24 verrät Ihnen, wie das geht!

Auch wenn Sie theoretisch nicht müssen: eine Steuererklärung kann sich richtig lohnen. Statistisch bekommen 90 Prozent der Personen, die einen Antrag auf Steuerrückerstattung stellen, im Schnitt 800 Euro wieder. Bevor Sie den Antrag stellen, gilt es jedoch Nachweise und Belege über Versicherungsbeiträge, Depotauszüge, laufende Kredite, Sparverträge und dergleichen mehr zusammenzusuchen. Beachten Sie, dass Sie keine Lohnsteuerbescheinigung mehr vorlegen müssen – seit 2013 wird diese vom Arbeitgeber an die zuständige Behörde elektronisch übermittelt. Das Gesetz schreibt jedoch vor, dass Ihnen der Arbeitgeber bis zum 28. Februar ein Schreiben mit der Übersicht der übertragenen Daten aushändigen muss.

Überprüfen Sie im Vorfeld die elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmale (ELStAM). Nach einem Bericht der Wirtschaftswoche hat ein Testlauf ergeben, dassin drei Prozent der Fälle fehlerhafte Einträge vorhanden waren. Überprüfen Sie daher die Richtigkeit der Angaben zur Kirchensteuer sowie zu Frei- und Pauschalbeträgen. Eine Überprüfung der Angaben können Sie online durchführen. Hierzu geben Sie Ihre Steueridentifikationsnummer (Steuer-ID) auf der Webseite elsteronline.de ein. Sie finden falsche Daten? Anträge auf Korrektur können Sie unter formulare-bfinv.de herunterladen.

So können Sie Ausgaben bei der Steuer geltend machen

Wichtig: Halten Sie die Abgabefristen ein. Wenn Sie zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet sind, muss diese bis zum 31. Mai im Finanzamt eingehen. Verfassen Sie die Erklärung zusammen mit einem Steuerberater oder einem Lohnsteuerhilfsverein, haben Sie dagegen bis zum 31. Dezember Zeit.

Wenn Sie Ihrer Versicherung unter Angabe Ihrer Steuer-ID erlaubt haben, die gezahlten Beiträge der Riester- und Rürup-Rente eigenständig dem Finanzamt zu übertragen, müssen Sie keine Beitragsbescheinigung bei der Gesellschaft anfordern. Dafür erhalten Sie Nachweis über die übermittelten Daten. Sollten Sie bisher keine entsprechende Genehmigung erteilt haben, können Sie das zwar noch nachholen. Allerdings können dann erst im nächsten Jahr von dem vereinfachten Verfahren profitieren. In beiden Fällen müssen Sie aber dennoch die geleisteten Beiträge in der Anlage Vorsorgeaufwand (Anlage AV) geltend, in der die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung, Kranken- und Pflegeversicherung und andere Versicherungen erfasst werden.

In die Zeilen 12 bis 45 der Anlage AV tragen Sie dagegen die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung ein. Seit 2010 können Sie die sogenannten Basisbeiträge und die Pflichtversicherungsbeiträge Ihres Ehepartners und Ihrer Kinder von der Steuer zurückfordern. Bei zusätzlichen Wahltarifen wie Zahnzusatzversicherungen oder Chefarztbehandlung im Zweibettzimmer ist das jedoch nicht möglich. Sofern Sie mit den genannten Versicherungsbeiträgen die Obergrenze von 1.900 Euro im Jahr nicht überschreiten, können Sie grundsätzlich auch die Beiträge für die Haftpflicht-, Unfall-, Renten- und Berufsunfähigkeitsversicherung absetzen. Für Selbstständige liegt die jährliche Obergrenze bei 2.800 Euro. Die Angaben zu den Beiträgen tätigen Sie in den Zeilen 49 und 52 der Anlage AV.

Urteile zugunsten des Steuerzahlers

Einige Vorgaben des Finanzamts sind so strittig, dass es immer wieder zu Gerichtsverfahren kommt. So sind auch die Kriterien für die steuerliche Absetzung des Arbeitszimmers unklar. Die Finanzbehörde akzeptiert das generell nur, wenn Ihnen vom Arbeitgeber kein Arbeitsplatz zur Verfügung gestellt wird. Darüber hinaus gibt es bestimmte Kriterien, die das Arbeitszimmer erfüllen muss. Demnach muss es sich bei dem Zimmer um einen abgeschlossenen Raum handeln. Nach einem Urteil des Finanzgerichts Köln genügt es aber bereits, wenn ein Bücherregal den Arbeitsbereich vom restlichen Wohnraum trennt. Eine höchstrichterliche Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) steht dazu noch aus.

Streit herrscht auch darüber, in welcher Höhe die Kosten abgesetzt werden können. Nach einem Urteil des Finanzgerichts Rheinland-Pfalz ist die geltende Obergrenze von 1.250 Euro im Jahr ungültig, wenn der Arbeitnehmer dazu verpflichtet ist, an mehreren Tagen in der Woche von zu Hause aus zu arbeiten. Das Revisionsverfahren läuft derzeit vor dem BFH. Wenn Sie ein Arbeitszimmer besitzen, geben Sie die Kosten an. Werden Sie nicht vom Finanzamt anerkannt, können Sie dagegen mit dem Hinweis auf laufende Verfahren Einspruch einlegen.

Für Pendler hat der BFH bereits ein Urteil zugunsten der Arbeitnehmer gefällt. Allgemein akzeptiert das Finanzamt eigentlich nur die kürzeste Strecke zur Arbeit. Die Richter haben aber entschieden, dass die Behörde auch die Kosten für eine längere Strecke erstatten muss, wenn Sie dadurch mehr als zehn Prozent Zeit sparen. Behinderungen wie ungünstige Ampelschaltungen, lange Wartezeiten an Fähren oder Baustellen sollten Sie aber am besten in Form von Zeitungsberichten, Fotos oder der gestoppten Fahrtdauer dokumentieren.

Auch zur Anerkennung der Ausbildungskosten von Kindern hat der BFH die Rechte der Verbraucher gestärkt. So können Studenten ihre Miete am Hochschulstandort auch ansetzen, wenn sie weiter bei den Eltern wohnen. Dabei muss ihr Lebensmittelpunkt aber weiterhin im Heimatort liegen. Die Kosten für die regelmäßigen Heimfahrten können dabei ebenfalls von der Steuer abgesetzt werden. Wird die Strecke mit einem Auto zurückgelegt, können pro Kilometer 30 Cent abgesetzt werden. Das Beste: Diese Ausgaben können auch nach dem Studium zurückgefordert werden.

Als Eltern profitieren Sie ebenfalls: Wenn Sie Ihre Kinder während der Ausbildung weiterhin zu Hause beherbergen, können Sie deren Krankenkassenbeiträge als Sonderausgaben angeben. Das gilt auch, wenn Sie für sie noch Kindergeld beziehen.

Wenn Sie die Tipps befolgen, können Sie sich mit etwas Glück viel Geld vom Fiskus zurückholen. So halten Sie Ihre Finanzen im Griff! Die zusätzlichen finanziellen Mittel können Sie verschiedenen Nutzen – etwa für den Urlaub oder für Sonderzahlungen Ihres Kredits. CHECK24 wünscht Ihnen viel Erfolg bei Ihrer Steuererklärung 2012!

(sb)

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