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Banken-Pleite: So retten Sparer im Ernstfall ihr Geld

31.03.2013 - 13:00

Die Zypern-Krise hat Sparern und Anlegern eines klar vor Augen gehalten: Wenn es hart auf hart kommt, sind die Ersparnisse nur teilweise geschützt. Zwar sind die Banken in Deutschland aktuell nicht von einer Schieflage bedroht, dennoch fürchtet ein Großteil der Bürger um seine Rücklagen – nach einer aktuellen Forsa-Umfragen glauben 54 Prozent der Leute, dass ihre Ersparnisse nicht sicher sind. Wie können Sparer ihr Geld im Ernstfall retten?

Für zyprische Sparer sind düstere Zeiten angebrochen: Wer mehr als 100.000 Euro – Obergrenze der staatlichen Einlagensicherung in der EU – bei der Laiki Bank, dem zweitgrößten Institut des Landes, angelegt hat, wird 80 Prozent seines Geldes verlieren. Das hatte Michaelis Sarris, Finanzminister des Inselstaates, am Mittwoch verkündet. Das Kreditinstitut soll abgewickelt werden, einige Geschäftsbereiche sollen von der Bank of Cyprus übernommen werden. Auch die Großanleger dieses Instituts werden etwa 40 Prozent ihres Geldes verlieren. Die Pläne sind Teil des Rettungspakets für Zypern.

Die Frage, die vielen Anlegern nun unter den Nägeln brennt: Ist mein Geld sicher? Wie Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nach Bekanntgabe der Teilenteignung zyprischer Anleger beteuerte, können sich deutsche Sparer ihrer Ersparnisse sicher sein. Auch Union und SPD sind der Ansicht, dass Zypern ein Einzelfall bleiben werde. Geht es dagegen nach Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem könnte Zypern kein Einzelfall bleiben. Selbst die EU-Kommission ließ durch eine Sprecherin verlauten, künftig keine Steuergelder mehr für die Bankenrettung verwenden zu wollen und stattdessen Sparer mit Einlagen von mehr als 100.000 Euro zur Kasse zu bitten. Wie die Politik in Zukunft bei Banken-Pleiten reagieren wird, ist also zum gegenwärtigen Zeitpunkt unklar. Sollte es aber ernst werden, ist es gut zu wissen, wie man das eigene Geld schützen kann.

Gefahren sondieren – und handeln

Anleger sollten auf keinen Fall in Panik fallen. Die Gefahr einer Pleite unterscheidet sich je nach Land, je nach Bank und je nach Art des Investments. Die meisten Bürger haben ihr Geld auf Girokonten, dem Tagesgeldkonto oder dem Sparbuch deponiert. Das Problem: Die Geldinstitute arbeiten mit dem Kapital und nutzen es für eigene Geschäfte. Streicht die Bank hohe Verluste ein, kann das Kapital im schlimmsten Fall verloren gehen – das gilt insbesondere für Beträge über 100.000 Euro. Dafür, dass Privatkunden ihr Vermögen bei den Instituten lagern, bekommen sie Zinsen, deren Höhe das Risiko für den Anleger widerspiegeln. Kunden sollten demnach sehr auf die Bonität der Institute achten: In Deutschland können sich Sparer fürs Tagesgeld zurzeit maximal 1,85 Prozent Zinsen sichern. Zum Vergleich: Zyprische Banken lockten ausländische Anleger mit doppelt so hohen Zinsen – was ein Hinweis für ein höheres Risiko war.

Wer sein Geld bei einem deutschen Kreditinstitut angelegt hat, muss sich aber auch für Beträge, die über den Grenzwert der staatlichen Absicherung hinausgehen, kaum Sorgen machen. Denn die Banken sind zum einen stabil und zum anderen in Sicherungsverbänden ihrer Institutsgruppen zusammengeschlossen, die auch Summen darüber hinaus absichern. Auf der sicheren Seite können sich diejenigen wägen, die ihr Geld auf unterschiedliche Finanzhäuser verteilen und bei jedem nicht mehr als 100.000 Euro anlegen – denn die gesetzliche Einlagensicherung gilt je Kreditinstitut.

Besitzer von Bankanleihen sind besonders gefährdet

Kritisch wird es für Personen, die Anleihen einer Bank besitzen. Matt King von der Citigroup sagte der Welt, dass die Verantwortlichen nicht davor zurückschrecken würden, Verluste bei den Gläubigern eines Kreditinstituts hinzunehmen – das zeige die aktuelle Zypern-Krise. Selbst Besitzer erstrangiger Papiere könnte es demnach treffen. Eigentlich werden diese Wertpapiere im Falle einer Insolvenz bevorzugt bedient. Auch Zertifikate oder Inhaber-Schuldverschreibungen, mit denen Verbraucher ihr Geld für Monate oder Jahre fest anlegen können, gehören dazu. Pfandbriefe bieten Anlegern dagegen mehr Sicherheit, da sie mit realen Werten hinterlegt sind.

Künftig werden Anleger ob des gestiegenen Risikos wahrscheinlich höhere Renditen verlangen. Dadurch werden sich die Refinanzierungskosten der Kreditinstitute erhöhen, was wiederum die Gewinne und auch die Aktienkurse belasten wird. Diese werden zusätzlich durch die strengeren Kapital- und Liquiditätsvorschriften minimiert. Das wird vor allem in Ländern der Fall sein, in denen der Staat kriselnde Institute nicht mit Steuergeldern stützen kann. Denn der Fall Zypern zeigt, dass die Euro-Retter nicht mehr bereit sind, Steuergelder für die Bankenrettung heranzuziehen sondern Eigentümer, Gläubiger und Sparer zur Kasse bitten. Für deutsche Banken sieht die Lage aber stabil aus. Der Großteil der Institute ist krisensicher.

Fazit: Wer Geld hat und dieses auch weiterhin anlegen will, sollte die Bonität der Banken genau unter die Lupe nehmen. Ein Indiz dafür, wie sicher die Geldanlage ist, sind die Zinsen – je höher diese sind, umso mehr Risiken sind damit verbunden. Banken in hochverschuldeten Ländern wie Spanien oder Italien sind dabei riskanter als etwa deutsche Institute. Kleinanleger können sich dagegen sicher fühlen: Die Kundeneinlagen stehen unter dem Schutz der gesetzlichen Einlagensicherung, die auch weiterhin gilt. In Deutschland ansässige Kreditinstitute sind zusätzlich in Verbünden zusammengeschlossen, durch die auch höhere Einlagen abgesichert werden. Tages- und Festgeldkonten bieten demnach auch weiterhin Sicherheit.

(sb)

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