0800 - 24 24 123 Hilfe und Kontakt
Telefonische Expertenberatung
Sie sind hier:

SEPA-Umstellung: Das ändert sich bei Girokonto und Kreditkarte

29.07.2014 - 10:00

Es wird ernst: Ab dem 1. August wird – sechs Monate später als geplant – das Zahlungssystem SEPA eingeführt. Was sich dadurch künftig für Girokonten- und Kreditkarten-Kunden ändern wird.

Der einheitliche Euro-Zahlungsverkehrsraum – die Single Euro Payment Area, kurz SEPA - wird in vier Tagen Realität: Transaktionen werden dann in den 28 EU-Staaten sowie in Island, Liechtenstein, Norwegen, Monaco, San Marino und der Schweiz einheitlich. Die SEPA-Umstellung betrifft momentan Unternehmen und Vereine, diese dürfen Überweisungen ab dem Stichtag 1. August 2014 nur noch im SEPA-Format vornehmen. Für Privatpersonen gilt noch eine Übergangsfrist - bis zum 1. Februar 2016.

Das ändert sich für Girokonto-Kunden

Die SEPA-Gnadenfrist endet am 1.August: Alle Transaktionen innerhalb des Euro-Zahlungs- verkehrsraums werden dann einheitlich.
SEPA hat für die Europäer viele Vorteile: Überweisungen ins europäische Ausland gehen damit künftig schneller. Online-Überweisungen dürfen dann auch international nur noch einen Tag dauern. Ab dem 1. August 2014 können Unternehmen und Vereine nur noch im SEPA-Format Überweisungen vornehmen - ab dem 1. Februar 2016 gilt diese Regelung dann auch für Privatpersonen.

Das bedeutet: Statt nationaler Bankleitzahl und Kontonummer wird künftig nur noch die sogenannte International Bank Account, kurz IBAN, verwendet. Diese hat in Deutschland 22 Ziffern, die sich aus der Länderkennzeichnung, der Prüfziffer, der Bankleitzahl, sowie der bisherigen nationalen Kontonummer zusammensetzen.

Ab dem 1. August können Verbraucher bei inländischen Überweisungen auf die sogenannte BIC – den Business Identifier Code – verzichten. Diese Nummer ist eine Art internationale Bankleitzahl, die bis zum Stichtag am 1. Februar 2016 bei internationalen Transaktionen noch verwendet werden muss, danach fällt die BIC komplett weg.

Die Umstellung der Kontonummer des Girokontos auf die IBAN wird von der Bank des Kunden erledigt – Verbraucher müssen sich hier um nichts kümmern. Wird beispielsweise eine SEPA-Lastschrift erteilt – etwa für Stromkosten oder den monatlichen Mitgliedsbeitrag in einem Verein - sollte die angegebene IBAN vom Kunden aber auf ihre Richtigkeit geprüft werden, rät der Verbraucherschutz.

Kreditkarte: Alle Änderungen in der Übersicht

Auch die Bezahlung per Kreditkarte soll durch die SEPA-Umstellung europaweit einheitlicher werden. Kreditkarteninhaber sollen dann in jedem Land des Euro-Zahlungsverkehrsraums zu den gleichen Konditionen wie in ihrem Heimatland bezahlen können. Jede Karte soll zudem an jedem europäischen Terminal einsetzbar sein. Nicht nur die europaweite Akzeptanz der Kreditkarten erhöht sich durch die SEPA-Umstellung, auch die Sicherheit wird verbessert. Bereits seit 2011 enthält jede in Deutschland neu ausgegebene Karte einen sogenannten EMV-Chip. Dieser Chip stellt eine Art Mini-Computer dar, der die Daten besser verschlüsselt und schützt als beispielsweise der Magnetstreifen.

Eine weitere Änderung ist die Umstellung des Refernzkontos sowie eine Änderung im Lastschrift-Verfahren. Bislang wurden Kreditkartenkonten - genau wie Girokonten - über eine nationale Bankleitzahl und Kontonummer eindeutig gekennzeichnet. Künftig müssen für die Kennzeichnung die sogenannte Internationale Kontonummer (IBAN) angegeben werden. Die Übergangsfrist hierfür beläuft sich auch für Referenzkonten bei Kreditkarten bis zum Februar 2016.

Für die Lastschrift wird zudem eine sogenannte Gläubiger-ID und eine Mandatsreferenz benötigt. Mit der Gläubiger-ID identifziert sich der Kontoinhaber und gibt der Bank die Einzugsermächtigung für die Lastschrift. Mit der Mandatsreferenz identifiziert sich jede Bank im EU-Raum eindeutig und ermöglicht dann die Abbuchung eines bestimmten Geldbetrages von dem entsprechenden Konto ihres Kunden. Allerdings: Alle hierfür erforderlichen Änderungen übernimmt die Bank für den Kunden - die SEPA-Umstellung läuft für den Kunden demnach eher im Hintergrund ab.

(bm)

Weitere Artikel: