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SEPA-Artikelreihe: Was ist SEPA? (Teil 1)

20.09.2013 - 11:49

Aus einer aktuellen Umfrage des Bundesverbandes deutscher Banken geht hervor, dass sich drei Viertel der Deutschen bisher nicht mit dem neuen Überweisungs- und Lastschriftverfahren in der Eurozone - SEPA - beschäftigt haben. Eine alarmierende Zahl, da die Umstellung des Zahlungsverkehres für alle 27 Länder der Eurozone sowie für Island, Liechtenstein, Norwegen und die Schweiz bereits im Februar 2014 stattfinden wird. Was genau sich für jeden einzelnen Verbraucher ändern wird, erklären wir Ihnen in unserer sechsteiligen Blog-Reihe.

Teile der Artikelreihe:

  1. Was ist SEPA?
  2. SEPA-Umstellung beim Girokonto: Was sollten Bankkunden beachten?
  3. Welche Folgen hat die SEPA für Kreditnehmer?
  4. SEPA und Tagesgeld: Was ändert sich für Verbraucher?
  5. Auswirkungen der SEPA für Kreditkartenbesitzer
  6. Beeinflusst die SEPA-Umstellung auch Festgeldanlagen?
SEPA  ist die Abkürzung für die Single European Payment Area und bezeichnet den einheitlichen Zahlungsverkehr in der Eurozone. Die Einführung eines übergreifenden Transaktionssystems  in der gesamten Eurozone soll den bargeldlosen Zahlungsverkehr der Euro-Staaten vereinfachen und zudem für den Verbraucher günstiger machen.

SEPA = Single European Payments Area

Bereits im Jahr 1999 wurde der Grundstein für einen europaweiten Zahlungsraum geschaffen. Die Einführung des Euro als gemeinsame Währung im Jahr 2002 ermöglichte zunächst jedoch nur eine einheitliche Barbezahlung in den Ländern der Eurozone. Im Jahr 2003 folgte darauf die Einführung einer einheitlichen Euro-Standardüberweisung: Seit diesem Zeitpunkt gelten für alle europäischen Banken die gleichen Gebühren für grenzüberschreitende Euro-Überweisungen. Der nächste Schritt in Richtung eines einheitlichen Zahlungsverkehrs in der Eurozone war die Einführung der europaweit einheitlichen Kontonummern IBAN und BIC im Jahr 2006. Mit diesen Codes können Bürger der Eurozone sowohl im Inland, in der Währungsunion, als auch im Ausland Überweisungen und Lastschriften durchführen. Aktuell können für Inlandsüberweisungen sowohl die IBAN und BIC, als auch Kontonummer und Bankleitzahl verwendet werden.

Ab Februar 2014 werden die länderspezifischen Kontonummern, in Deutschland Kontonummer und Bankleitzahl, gegen die einheitlichen europäischen Standards IBAN und BIC ersetzt werden. Ab diesem Zeitpunkt können Überweisungen in Euro, egal ob sie ins In- oder Ausland getätigt werden, nur noch über diese Kennziffern abgewickelt werden.

IBAN und BIC ersetzen Bankleitzahl und Kontonummer

Im übergreifenden Zahlungssystem der Eurozone werden für Überweisungen und Lastschriften ab Februar 2014 zwei neue Bankkennzahlen erforderlich: Die Kontonummer und die Bankleitzahl werden durch die sogenannte International Bank Account Number (IBAN) und den Bank Identifer Code (BIC) ersetzt. Beide Nummern finden Verbraucher bereits jetzt auf der Rückseite ihrer Girokarten.

Die IBAN wird künftig die bekannte Kontonummer ersetzen. Die internationale Kennzahl setzt sich aus 22 Stellen zusammen, die neben dem Länderkennzeichen (beispielsweise DE für Deutschland) und einer Prüfziffer auch die Bankleitzahl und die Kontonummer des Karteninhabers beinhaltet.  Zusätzlich zur IBAN muss für Überweisungen und Lastschriften ins In- und Ausland aktuell der BIC angegeben werden. Dieser Zifferncode identifiziert das Konto zusammen mit der IBAN ganz genau. Der BIC, auch als SWIFT-Code bekannt, besteht aus acht oder elf Buchstaben und Ziffern und identifiziert die Bank des Zahlungsempfängers bei einer Überweisung.

Der BIC muss jedoch nur während der Übergangsfrist der SEPA-Umstellung bis Februar 2016 für Transaktionen innerhalb Europas angegeben werden – danach wird diese Nummer hinfällig. Für außereuropäische Überweisungen und Lastschriften ist der BIC auch nach Ablauf der Übergangsfrist notwendig. Für die Umstellung des europäischen Zahlungsverkehrs auf die SEPA wird den Banken der Eurozone eine Übergangsfrist bis Februar 2016 eingeräumt. Während der Frist sind Transaktionen sowohl per Kontonummer und Bankleitzahl, als auch über IBAN und BIC möglich. Nach Ablauf der Übergangsfrist können Überweisung oder Lastschrift nur noch über die IBAN durchgeführt werden.

Im zweiten Teil der Artikelreihe lesen Sie, welche Auswirkungen die Umstellung auf die SEPA für Girokonten-Besitzer hat.

(as)

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