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Kredit- und EC-Kartenbetrug: So schützen Sie sich vor Missbrauch

15.05.2013 - 14:37

Die neue Polizeiliche Kriminalstatistik für Deutschland ist da – und zeigt ein erschreckendes Bild. Nach der Erhebung, die am Mittwoch veröffentlicht wurde, hat die Polizei 2012 vor allem einen Zuwachs von Betrugsfällen bei Lastschriftverfahren und gestohlenen Daten von Zahlungskarten registriert. CHECK24 lässt Sie nicht schutzlos zurück und verrät Ihnen, wie Sie sich vor Missbrauch durch Dritte schützen können.

Der aktuellen Kriminalstatistik zufolge sind die Missbrauchsfälle beim Lastschriftverfahren 2012 gegenüber dem Vorjahr um 13,8 Prozent auf 15.471 Straftaten gestiegen. Der Datenklau von EC- und Kreditkarten stieg sogar um 22,4 Prozent auf 19.652 Fälle an – 2011 war in diesem Bereich noch ein Rückgang registriert worden. Damit Sie nicht Opfer von betrügerischen Machenschaften werden, sollten Sie sich schützen. Mit ein paar einfachen Hinweisen schlagen Sie den Schurken ein Schnippchen!

Wie Sie sich vor Lastschrift-Betrug schützen

Der Internethandel ist mittlerweile ein wichtiger Wirtschaftszweig geworden. Reisen, Bücher, Kleidung, ja sogar Lebensmittel können online gekauft werden. Da ist es nicht verwunderlich, dass auch Betrüger diesen Markt für sich entdeckt haben und Daten von EC-Karten und Kreditkarten ausspähen. Wie können Sie sich beim Online-Einkauf schützen?

Wenn Sie sich im Netz bewegen, ist ein guter Virenschutz das A und O – vor allem, wenn Sie Geldgeschäfte tätigen. Richten Sie sich einen Virenscanner mit Echtzeitschutz und eine Firewall ein. Achten Sie darauf, dass die Software aus einer sicheren Quelle stammt – Raubkopien oder Tauschbörsen sollten Sie auf Anraten der Polizei meiden. Lassen Sie sich auf ein Geschäft mit einem Händler ein, bei dem Sie finanzielle Vorleistungen erbringen müssen, sollten Sie diesen einer genauen Prüfung unterziehen.

Darüber hinaus empfiehlt die Polizei, bei Online-Shops auf Anbietertransparenz zu achten. Unter anderem müssen Angaben zur Anschrift und der Identität des Anbieters, die Garantie- und Gewährleistungsbedingungen, das Rückgabe- und Widerrufsrecht, der Warenpreis, die Zahlungsmodalitäten sowie die Lieferbedingungen inklusive der Versandkosteninformationen. Diese Angaben sollten Sie leicht auffinden können – andernfalls ist Vorsicht angeraten.

Schutz vor Phishing-Attacken bei Kreditkarten und EC-Karten

Auch wenn Sie nicht online shoppen, können Sie Opfer von Betrügern werden. Betreiben Sie Onlinebanking? Falls ja, gut – denn ein Online-Konto erleichtert den alltäglichen Zahlungsverkehr ungemein. Allerdings besteht auch hier die Gefahr, Opfer von Straftaten zu werden. Sie können Sich aber selbst davor schützen, indem Sie wachsam sind und die Sicherheitshinweise Ihrer Bank befolgen.

Erhalten Sie E-Mails, die scheinbar von Ihrer Bank, Ihres Telefonanbieters oder anderen Vertragspartnern versandt wurden, sollten Sie nicht alles, was darin steht, für bare Münze nehmen. Wenn Kontoinformationen von Ihnen verlangt werden oder die E-Mails Zahlungsaufforderungen beinhalten, ist besondere Vorsicht geboten. Bevor Sie der Aufforderung Folge leisten, prüfen Sie, ob Sie persönlich angeredet werden oder nur eine allgemeine Anrede wie „Sehr geehrter Kunde“ genutzt wird. Rechtschreibfehler können ebenfalls auf Betrüger hinweisen. Auch wenn die E-Mail nicht direkt an Sie adressiert ist, sollen Sie Vorsicht walten lassen. Und vor allem: Öffnen Sie keine Anhänge unbekannter Mails, in denen Sie zur Eingabe von scheinbar gelöschten Benutzerdaten oder ähnlichem aufgefordert werden.

Wie wichtig eine gute Antiviren-Software ist, zeigen die neuen Phishing-Methoden von Betrügern: Unmittelbar nach der Anmeldung im Onlinebanking wird ein Trojaner aktiv, der ein gefälschtes Fenster einblendet. Darin werden Sie aufgefordert, Ihre Kreditkarten-Daten anzugeben, um eine Sicherheitsprüfung vorzunehmen – andernfalls würde die EC-Karte oder Kreditkarte gesperrt. Kommen Sie dieser Aufforderung niemals nach: Banken verlangen diese Angaben nicht von Ihren Kunden. Ein Tipp: Achten Sie darauf, dass die URL der Bankenseite mit „https“ beginnt – einer Sicherheitseinrichtung, bei der die Daten verschlüsselt übertragen werden.

Skimming - Datenklau im Alltag

Probleme lauern aber auch an Lesegeräten und Geldautomaten. Denn immer wieder kommt es vor, dass sie manipuliert sind, um die Daten von dem Magnetstreifen der EC-Karten und Kreditkarten auszulesen. Die gestohlenen Daten werden anschließend auf neue Karten – sogenannten Dubletten – kopiert, mit denen die Straftäter im Ausland Geld abheben. Die PIN-Nummer spähen die Betrüger über eine Kamera am Automaten aus. Aus diesem Grund werden Bankkunden dazu angehalten, die PIN-Nummer stets verdeckt einzugeben. Skimming-Übergriffe treten nicht nur an Geldautomaten auf, sondern auch an Tankstellen- und Fahrkartenautomaten sowie an Lesegeräten im Supermarkt.

Welchen Schutz bieten Banken und Kreditkarten-Hersteller?

Banken und Kreditkartenanbieter lassen Ihre Kunden nicht im Regen stehen: Mit Hilfe neuer Technologien wollen sie die Nutzung von Kredit- und EC-Karten sicherer gestalten. Geldautomaten in Europa lesen die Karten beispielsweise nur noch über den EMV-Chip aus, der sich auf der Vorderseite befindet. Zumindest in europäischen Ländern können Betrüger die Dubletten nicht mehr nutzen. In Deutschland sind die Geldautomaten teilweise auch mit Magnetfeldern bestückt, die erkennen, ob das Gerät mit einem Aufsatz manipuliert ist.

Zusätzlich verfügen Banken häufig auch über Abhebelimits für die Länder, die nicht den europäischen Sicherheitsstandards entsprechen. Wenn Sie in eines dieser Länder verreisen, können Sie die Bank darum bitten, das Limit im Vorfeld abzuschalten.

Kreditkartenunternehmen haben darüber hinaus Sicherheitsmechanismen für den Karteneinsatz im Internet entwickelt. 3-D-Secure ist eine von Visa entwickelte Technologie, die das Betrugsrisiko und den Zahlungsausfall durch Kartenmissbrauch verringern soll. MasterCard bietet dieses System ebenfalls unter dem Namen MasterCard SecureCode an. Wenn Sie online einkaufen, geben Sie die Kartennummer Ihrer Visa- oder MasterCard Kreditkarte ein, woraufhin der Shop eine Verbindung zum Kartenherausgeber herstellt. Anschließend öffnet sich ein gesichertes Fenster, in das Sie den Sicherheitscode – eine Art PIN – eingeben. Nachdem der Herausgeber Sie als Besitzer authentisiert hat, ist der Kauf abgeschlossen.

Prüfen Sie zusätzlich Ihre Kontoauszüge: Wenn Sie Auffälligkeiten entdecken – Abbuchungen, die Sie nicht getätigt haben – müssen Sie diese innerhalb von einer Frist von 30 Tagen melden. Wenn Sie bei Ihrer Kreditkarte auffällige Transaktionen entdecken, wählen Sie die Notrufnummer 116116, um Ihre Karte sperren zu lassen. Wenden Sie sich daraufhin an Ihre Bank – ansonsten wird Ihnen der Schaden nicht ersetzt.

(sb)

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