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Schufa: Das sollten Verbraucher über die Auskunftei wissen

27.08.2013 - 12:30

Die Schufa ist die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung und für das Sammeln von Daten zuständig, die sie Kreditgebern zur Verfügung stellt. Aus diesem Grund wird das Unternehmen auch als Auskunftei bezeichnet. Die Datensammlung erfolgt ebenfalls über Kreditgeber wie beispielsweise Banken oder Mobilfunkanbieter. Diese stellen der Schufa allgemeine Daten über ihre Kunden und deren Kreditwürdigkeit zur Verfügung – und können im Gegenzug auf Informationen über Neukunden zugreifen. Selbstverständlich müssen die Verbraucher einer derartigen Verwendung ihrer Daten bei Vertragsabschluss erst zustimmen.

Die Ursprünge der Schufa gehen auf das Jahr 1927 zurück. Zu dieser Zeit begann die Berliner städtische Elektrizitäts-Aktiengesellschaft (BEWAG) mit der Sammlung von Daten über die Zahlungsgewohnheiten ihrer Kunden. Auf diese Weise sollte sichergestellt werden, dass die von der Firma vertriebenen Produkte nur zuverlässigen Kunden zur Verfügung standen. Auf dieser Basis entstand die Berliner Schutzgemeinschaft zur Absatzfinanzierung – ein Vorläufer der heutigen Schufa.

Die Auskunftei errechnet für jeden Bürger einen Schufa-Score

Heute erstellt das Wiesbadener Unternehmen anhand der gespeicherten Informationen für jeden Verbraucher eine finanzielle Prognose – den Schufa-Score. Je niedriger dieser Wert ausfällt, desto schlechter bewertet die Schufa die Kreditwürdigkeit. Die Punktzahl kann dabei zwischen eins und hundert liegen. Den größten Einfluss auf den Schufa-Score haben laufende und bereits abbezahlte Kredite. Hier speichert die Auskunftei beispielsweise die Zuverlässigkeit, mit der der Kreditnehmer seine Raten abbezahlt hat oder noch abbezahlt.

Auch angefragte Kredite spielen eine Rolle. Bei einem Kredit-Vergleich sollten Verbraucher deshalb immer darauf achten, dass es sich lediglich um eine Konditionsabfrage handelt, und nicht um eine tatsächliche Kreditanfrage. Auch allgemeine Personendaten fließen in das Schufa-Scoring ein. Die Schufa gibt jedoch keine Auskunft darüber, welche diese genau sind, und wie sie berechnet werden. Aus diesem Grund wird dem Wiesbadener Unternehmen oftmals Intransparenz vorgeworfen. Nach eigener Auskunft werden jedoch keine Daten zu Vermögen, Einkommen, Beruf oder Nationalität der Bürger gespeichert.

Die höchste Kreditwürdigkeit haben Verbraucher mit einem Schufa-Score von über 97,5 Prozent. Werte zwischen 90 und 95 Prozent bezeichnet die Auskunftei selbst als zufrieden stellend bis erhöht. Ein Score zwischen 80 und 90 Prozent gilt als deutlich erhöhtes Risiko – Werte unter 50 Prozent werden als sehr kritisch bewertet.

Die bei der Schufa hinterlegten Daten sollten regelmäßig überprüft werden

Verbraucher können von der Schufa einmal pro Jahr eine Einsicht in ihre Daten verlangen. Diese Auskunft ist gemäß dem Bundesdatenschutzgesetz für die Auskunftei verpflichtend und für den Antragsteller kostenlos. Sie erhalten dann eine einfache Aufstellung ihrer Daten – ins Detail geht die Schufa dabei allerdings nicht. Weitere Bonitätsauskünfte kosten 18,50 Euro. Die Auskunft kann schriftlich angefordert oder online über die Webseite der Schufa bestellt werden. Oftmals wird sie beispielsweise vom Vermieter als Bonitätsnachweis verlangt.

Doch auch wenn sie gerade nicht benötigt wird, sollten Verbraucher ihre Schufa-Daten regelmäßig einsehen. Auf diese Weise können eventuelle Fehler und Missverständnisse frühzeitig behoben werden. Liegt ein falscher Eintrag vor, ist die Schufa verpflichtet, diesen unverzüglich zu löschen. Grundsätzlich müssen negative Schufa-Einträge nach einer bestimmten Zeit wieder entfernt werden. Bei Krediten beträgt die Frist beispielsweise drei Jahre ab der vollständigen Rückzahlung der geliehenen Summe. Eine Anfrage zur Eröffnung eines Girokontos verschwindet bereits nach einem Jahr aus der Datensammlung.

(fr)

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