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Das Mysterium Schufa - CHECK24 klärt auf

11.11.2013 - 17:00

Die Schutzgemeinschaft für allgemeine Kreditsicherung, kurz Schufa, ist für viele Deutsche ein Schreckgespenst mit sechs Buchstaben. Ob bei der Kreditvergabe, der Eröffnung eines Girokontos oder beim Abschluss eines neuen Mobilfunkvertrages - scheinbar bei jedem Geschäftsabschluss, den Verbraucher in Deutschland tätigen, hat die Wiesbadener Wirtschaftsauskunftei ein Wörtchen mitzureden. In einer neuen Service-Reihe stellen wir Ihnen die Schufa genauer vor: Andreas Lehmann, stellvertretender Pressesprecher der Schufa, hat viele Ihrer häufigsten Fragen beantwortet und ermöglicht es daher, einen Blick hinter die Kulissen des bekannten Unternehmens zu werfen.

Von über 80 Prozent aller Deutschen weiß sie fast alles – Name, Adresse, Daten zu Handyverträgen, Ratenkäufen und Finanzprodukten. Nein, die Rede ist in diesem Fall nicht vom amerikanischen Auslandsgeheimdienst NSA, sondern von der Schufa. Die Wirtschaftsauskunftei, die ihren Sitz im hessischen Wiesbaden hat, verfügt laut Unternehmensangaben über die Daten von 66,2 Millionen Deutschen (Stand 2012) und ist mit einem Marktanteil von über 90 Prozent die mächtigste aller Auskunfteien der Bundesrepublik.

Schufa-Selbstauskunft gibt Klarheit

In unserer neuen Service-Reihe nehmen wir die Schufa genauer unter die Lupe.
Sämtliche Personen, die in Deutschland wirtschaftlich aktiv sind - also Waren kaufen, Finanzprodukte in Anspruch nehmen oder einen Handyvertrag abgeschlossen haben - sind bei der Schufa aktenkundig. All diese Informationen erhält die Wirtschaftsauskunftei von ihren über 8.000 Vertragspartnern, darunter Banken, Telekommunikationsanbieter, Versand- und Einzelhändler und Energieversorger. Zu den von der Schufa gespeicherten Daten gehören neben personenbezogenen Angaben zu Namen, Anschrift und Geburtsdatum auch Informationen zu bestehenden Verträgen, eröffneten Girokonten oder Kreditkarten und angefragten und abgeschlossenen Krediten.

All diese Informationen, die die Schufa von ihren Partnern übermittelt bekommt, werden in Positiv- und Negativeinträgen unterschieden. Positive Einträge sind zusätzlich zu den persönlichen Informationen etwa Angaben zu eröffneten Girokonten sowie Leasing- und Handyverträgen. Zu den Negativmerkmalen zählt die Schufa beispielsweise unregelmäßiges Zahlverhalten in der Vergangenheit, abgelehnte Kreditanträge oder Insolvenzverfahren.

Einen Einblick in ihre eigene Schufa-Akte erhalten Verbraucher einmal jährlich kostenlos über die sogenannte Selbstauskunft. Hierzu muss der Auskunftei lediglich ein Formular ausfüllen und zusammen mit der Kopie eines Ausweisdokumentes und einem ausreichend frankierten Briefumschlag auf dem Postweg an die Schufa schicken. Worauf Verbraucher in ihrer Selbstauskunft achten sollten und was gegen veraltete oder falsche Einträge in der Schufa-Akte unternommen werden muss, lesen Sie auf unserer Schufa-Serviceseite.

Das erfahren Unternehmen bei der Schufa über Sie

Wenn sie sogenanntes berechtigtes Interesse nachweisen können, haben verschiedene Unternehmen die Möglichkeit, bestimmte Informationen über einen Verbraucher einzusehen.  Der Umfang dieser Daten unterscheidet sich danach, zu welcher Gruppe von Vertragspartnern das einzelne anfragende Unternehmen zählt – Einsicht in alle gespeicherten Daten erhält jedoch laut Schufa immer nur der Verbraucher selbst.

Banken und Sparkassen, die die Schufa als A-Vertragspartner klassifiziert, erhalten bei einer Schufa-Anfrage bankenrelevante Daten über einen Verbraucher. Bei der Beantragung eines Girokontos, einer Kreditkarte oder eines Ratenkredites erfährt die Bank daher in den Positivinformationen, ob der Verbraucher bereits über ein Girokonto oder eine Kreditkarte verfügt. Auch Negativinformationen, unpünktlich bezahlte Rechnungen oder Kreditraten werden ebenfalls an die anfragende Bank übermittelt – welches Unternehmen der Wirtschaftsauskunftei diese Negativeinträge gemeldet hat, erfährt der A-Vertragspartner nicht.

Weniger Informationen erhalten B-Vertragspartner der Schufa, also beispielsweise Versand- und Einzelhändler oder Energieunternehmen bei einer Anfrage:  Diese Unternehmen werden bei einer Schufa-Auskunft lediglich über vergangene Zahlungsstörungen informiert. Obwohl sie von der Auskunftei zu den B-Vertragspartnern gezählt werden, erhalten Telekommunikationsunternehmen bei einer Schufa-Abfrage sowohl Negativ- als auch Positiveinträge, jedoch ebenfalls ohne eine Angabe der Quelle.

Tipps von der Schufa, wie Sie ihren Schufa-Score verbessern können und damit einem Unternehmen ihre einwandfreie Kreditwürdigkeit beweisen, finden Sie hier.

(as)

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