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NV-Bescheinigung: So können Geringverdiener Steuern sparen

24.10.2013 - 16:12

Einkünfte aus Kapitalvermögen sind in Deutschland steuerpflichtig. Dazu gehören Beteiligungen, Dividenden und natürlich auch Sparzinsen – wie sie etwa beim Tagesgeld oder beim Festgeld erwirtschaftet werden. Um eine einheitliche Versteuerung zu gewährleisten, führte der Staat 2009 die Abgeltungssteuer ein. Diese beträgt 26,38 Prozent und errechnet sich aus der eigentlichen Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent, auf die zusätzlich 5,5 Prozent Solidaritätszuschlag anfällt. Sparer, die aufgrund niedriger Einkünfte voraussichtlich keine Einkommensteuer zahlen müssen, können eine Nichtveranlagungsbescheinigung (NV-Bescheinigung) beantragen und sich somit von der Abgeltungssteuer befreien lassen.

Rentner profitieren häufig von den Steuer- vorteilen der NV-Bescheinigung.
Zu dieser Personengruppe gehören oftmals Rentner, Studenten oder auch Teilzeitbeschäftigte. Für sie ist die NV-Bescheinigung immer dann sinnvoll, wenn ihre Kapitalerträge zum einen den Sparerpauschbetrag übersteigen, der aktuell bei 801 Euro für Einzelpersonen und 1.602 Euro für Ehepaare liegt. Bis zu dieser Höhe müssen Einkünfte aus Kapitalerträgen nicht versteuert werden.

Zum anderen müssen die Einkünfte insgesamt so gering sein, dass der Grundfreibetrag nicht überschritten wird. Dieser beträgt 2013 8.130 Euro und 2014 8.354 Euro pro Person und bezieht sich auf das gesamte zu versteuernde Einkommen. Neben dem Gehalt gehören dazu beispielsweise auch Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, selbständiger Arbeit, Gewerbebetrieb, Renten, privaten Altersvorsorgen sowie Vermietung und Verpachtung.

NV-Bescheinigung: So erfolgt die Antragstellung

Die NV-Bescheinigung gilt für maximal drei Jahre und kann beim zuständigen Finanzamt beantragt werden. Dafür gibt es spezielle Vordrucke, die auf den Homepages der Behörden zum Download angeboten werden oder vor Ort ausliegen. Ist der Antragsteller bei verschiedenen Kreditinstituten Kunde, muss er sich dementsprechend mehrere Dokumente ausstellen lassen. Sobald die Bescheinigung bei der Bank eingereicht wird, stellt diese den Abzug der Abgeltungssteuer ein.

Bereits bei der Antragstellung muss die voraussichtliche Höhe aller Einkünfte angegeben werden, die der Sparer für das Jahr erwartet, ab dem die Nichtveranlagung gelten soll. Zudem müssen unter anderem Auskünfte über steuerlich zu berücksichtigende Kinder und sämtliche mögliche Einnahmequellen gemacht werden. Die NV-Bescheinigung verlängert sich nicht automatisch. Läuft ihre Gültigkeit ab, muss ein neuer Antrag gestellt werden.

Übersteigt das Einkommen den Grundfreibetrag, wird die NV-Bescheinigung ungültig

Das Finanzamt kann zu einem späteren Zeitpunkt einen Nachweis über die tatsächlichen Einnahmen verlangen. Falls diese höher ausfallen als gedacht und den Grundfreibetrag überschreiten, ist der Antragsteller zu einer Rückzahlung verpflichtet. Grundsätzlich muss die NV-Bescheinigung zurückgegeben werden, wenn die Bedingungen für die Nichtveranlagung nicht mehr zutreffen. Versäumt der Inhaber dies, kann ihre Gültigkeit vom Finanzamt auch eigenständig widerrufen werden.

Seit 2013 müssen die Banken alle Kapitalerträge, die aufgrund einer NV-Bescheinigung nicht versteuert wurden, dem Bundeszentralamt für Steuern melden. Auf diese Weise kann das Finanzamt eine noch effizientere Kontrolle gewährleisten und sicherstellen, dass keinen falschen Angaben gemacht werden.

(fr)

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