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EZB erwägt weitere Zinssenkung - Auswirkungen auf Kapitalanlagen

20.06.2013 - 12:00

Dass die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins im Mai auf historisch niedrige 0,5 Prozent gesenkt hat, war für viele Sparer bereits ein Schock. Möglicherweise stehen Anlegern jedoch zukünftig noch härtere Zeiten bevor – denn EZB-Chef Mario Draghi erwägt eine weitere Zinssenkung. Im Kampf gegen die längste Rezession in der Geschichte der Euro-Zone schließt die Zentralbank sogar Minus-Zinsen nicht aus. Doch welche Auswirkungen hätten weitere Zinsanpassungen auf Geldanlagen wie Tagesgeld oder Festgeld?

Trotz Draghis extremer Zinspolitik scheint die Konjunktur im Euro-Raum einfach nicht in Schwung zu kommen. Dabei hat der EZB-Chef wirklich alles Erdenkliche versucht: Der Leitzins wurde auf einen zuvor beinahe undenkbar niedrigen Wert gesenkt – sodass die Finanzmärkte geradezu mit Geld überschwemmt werden. Darüber hinaus kauft die Zentralbank Staatsanleihen in unbegrenzter Höhe auf, um auch die Zinsen für längerfristige Papiere zu drücken.

Wer in den kommenden Monaten eine Finanzierung oder einen Hausbau plant, darf sich freuen – die Zinsen könnten in Zukunft noch niedriger ausfallen. Sparer haben dagegen das Nachsehen. Die Zinsen für Kapitalanlagen wie Tagesgeld und Festgeld fallen bereits extrem niedrig aus. Nach einer erneuten Zinssenkung könnten sie sogar noch weiter sinken.

Festgeld schützt vor unerwarteten Zinssenkungen

Anleger haben nun verschiedene Möglichkeiten, auf die drohenden Zinssenkungen zu reagieren. Sinnvoll ist beispielsweise die Eröffnung eines Festgeldkontos, welches über die gesamte Anlagedauer hinweg einen garantierten Zinssatz bietet. Ein Festgeld Vergleich zeigt, dass bei einer dreijährigen Anlagedauer bei der Renault Bank direkt, der VTB und der pbb direkt aktuell zumindest noch zwei Prozent jährliche Zinsen zu holen sind. Auf diese Weise wird nicht nur die Inflation ausgeglichen, sondern auch eine tatsächliche Rendite erzielt. Bei einer Anlage in Höhe von 10.000 Euro wird immerhin ein attraktiver Zinsertrag von 600 Euro erzielt.

Schwieriger wird es bei kurzfristigeren Festgeldanlagen. Für eine zweijährige Anlagedauer gibt es aktuell nur noch maximal 1,80 Prozent jährlich. Beim einjährigen Festgeld sind es sogar nur 1,55 Prozent. Dennoch sind Anlagefristen von mehr als drei Jahren bei der derzeitigen Zinslage nicht empfehlenswert. Sinnvoll ist es auch, das Kapital auf verschiedene Festgeldkonten mit unterschiedlich langen Laufzeiten aufzuteilen.

Tagesgeldkonten mit Zinsgarantie können sich derzeit lohnen

Beim Tagesgeld haben die beiden aktuellen Top-Anbieter RaboDirect und Renault Bank direkt (jeweils 1,65 Prozent jährlich) vor einigen Tagen eine Zinssenkung auf 1,50 Prozent im Jahr angekündigt. Weitere Anpassungen in naher Zukunft sind zudem keinesfalls ausgeschlossen. Aktuell kann es sich deshalb lohnen, auf ein Tagesgeldkonto mit Zinsgarantie zu setzen, welches beispielsweise die Audi Bank und die Volkswagen Bank neuen Kunden für sechs Monate anbieten. In diesem Zeitraum dürfen die Zinsen nicht angepasst werden. Derzeit liegt der Zinssatz bei beiden Instituten bei attraktiven 1,60 Prozent im Jahr. Ganze zwölf Monate Zinsgarantie erhalten Neukunden der Cortal Consors. Mit 1,30 Prozent ist das Tagesgeldkonto allerdings etwas niedriger verzinst.

(fr)

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