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Immobilienblase: Überbewertung und Preisverfall

25.10.2012 - 18:32

Bei einer Immobilienblase handelt es sich um ein Phänomen, bei welchem stetig steigende Preise für den Erwerb von Häusern und Grundstücken, zu einer extremen Überbewertung dieser führen. In der Regel erkennt man eine Immobilienblase oder auch Spekulationsblase erst wenn diese platzt. Dabei kommt es zu einem starken Preisverfall innerhalb eines sehr kurzen Zeitraumes.

Zu überteuerten Kaufpreisen für Häuser und Grundstücke führen die verschiedensten Gründe: Häufig entstehen Immobilienblasen durch besonders günstige Kredite oder ein vielfältiges Angebot an Finanzierungen für den Erwerb von Grundbesitz. Oft werden im Vorfeld einer solchen Spekulationsblase sogar zunehmend Darlehen an bonitätsschwache Kreditnehmer vergeben. Aber auch staatliche Eingriffe in den Immobilienmarkt anhand verstärkter Förderung können zu einer Überbewertung von Grundbesitz führen.

In der Vergangenheit kam es bereits in verschiedenen Ländern oder Landesteilen zu einer Blase im Immobilienbereich. In Europa waren bereits die Schweiz, Spanien, Irland und die neuen Bundesländer in Deutschland davon betroffen. Aber auch international kam es bereits zu diesem Phänomen. Beispiele dafür sind Japan, Mexiko und die Vereinigten Staaten von Amerika (USA). Derzeit ist die Angst vor einer Immobilienblase in Deutschland groß.

Beginn der Finanzkrise durch die Immobilienblase in den USA

Die globale Finanzkrise begann im August 2007 als Immobilienkrise in den USA. Diese entstand aus einer Blase in Form eines spekulativ aufgeblähten Immobilienmarktes. Der Markt für Häuser und Grundstücke war in den Vereinigten Staaten aufgrund niedriger Zinsen für Darlehen stark gewachsen. Auch Kunden mit schwacher Bonität erhielten einen Kredit zur Finanzierung von Grundbesitz. Dadurch stieg die Nachfrage nach Grundbesitz stark an, sodass sich die Preise für diesen verteuerten.

Da die Darlehensnehmer nun über Häuser und Grundstücke von hohem Wert verfügten, stieg auch die Bonität und es wurden neue Kredite auf das bereits beliehene Wohneigentum bewilligt. Dies war möglich, da bei einem Zahlungsausfall der Immobilienwert die Rückzahlung der Schuld sicherstellen würde.

Die Banken benötigten allerdings immer mehr Gelder für die neuen Kredite und gaben deshalb verstärkt Hypothekenbriefe aus. Als sich jedoch im Jahr 2005 die Wirtschaft in den USA abschwächte und der US-Leitzins anstieg, konnten viele Schuldner ihre Kredite nicht mehr bedienen und mussten ihre Häuser verkaufen. Dadurch brachen die Preise im Immobilienbereich ein. Da jedoch weltweit viele Fonds in Hypotheken investiert hatten, weitete sich die Immobilienkrise bald international zur Finanzkrise aus.

Auch staatliche Förderungen haben bereits zur Überbewertung geführt

Nach der Wiedervereinigung führten in Deutschland Förderungen für Investitionen zu einem Boom auf dem Immobilienmarkt in den neuen Bundesländern. Dieser erstreckte sich dabei auch auf Bürogebäude. Da jedoch nach Fertigstellung der mehrjährigen Bauprojekte die Nachfrage gering war, sank der Wert in diesem Bereich innerhalb der neuen Bundesländer rapide.

(vg)

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