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Anhebung des steuerlichen Grundfreibetrags: Können Sparer profitieren?

13.12.2013 - 16:00

Geringverdiener dürfen 2014 etwas mehr verdienen.
Arbeitnehmer dürfen sich im kommenden Jahr auf steuerliche Entlastungen freuen. Der steuerliche Grundfreibetrag steigt 2014 für Ledige von 8.130 auf 8.354 Euro - bei Zusammenveranlagung von 16.260 auf 16.708 Euro. Auch eine Erhöhung des Kinderfreibetrags ist spätestens 2014 fällig. Dem jüngsten, vor einem Jahr verabschiedeten Existenzminimumbericht zufolge müsste dieser von aktuell 4.368 Euro auf 4.440 Euro angehoben werden. Folglich würden vor allem Familien mit höherem Einkommen davon profitieren.  

Der steuerliche Grundfreibetrag soll den im Grundgesetz verankerten Anspruch jedes Bürgers garantieren, lebensnotwendige Kosten für sich und seine Kinder aus unversteuertem Einkommen bestreiten zu können. Der Existenzminimumbericht legt deshalb fest, welche Kosten das Finanzamt mindestens anerkennen muss.

Auch einige Sparer können – zumindest in geringem Maße – von der Erhöhung des steuerlichen Grundfreibetrages profitieren. Denn wenn das Einkommen eines Bürgers den Freibetrag nicht übersteigt, bleiben auch seine Kapitalerträge unversteuert. Das bedeutet, dass die Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent sowie der Solidaritätszuschlag (5,5 Prozent) und gegebenenfalls die Kirchensteuer wegfallen. Geldanlagen wie Tagesgeld, Aktien oder auch Festgeld bleiben in Folge dessen

Geringverdiener werden von der Abgeltungssteuer befreit

Bis zu einer Höhe von 801 Euro für Einzelpersonen und 1.602 Euro für Verheiratete sind Zinserträge generell steuerfrei. Liegt das Jahreseinkommen jedoch unter dem Grundfreibetrag, können Bürger beim zuständigen Finanzamt eine Nichtveranlagungsbescheinigung (NV-Bescheinigung) beantragen. Wird diese bei der Bank eingereicht, bleiben auch Kapitalerträge oberhalb des Sparerpauschbetrags unversteuert.

Nicht viele Bürger, deren Einkommen unterhalb des Grundfreibetrags liegt, erwirtschaften jährlich Zinsen von mehr als 801 Euro. Oftmals handelt es sich um Rentner, Studenten oder Teilzeitbeschäftigte, die aus früheren Beschäftigungen, durch langjähriges Sparen oder aufgrund einer Erbschaft Vermögen aufbauen konnten.

Vorsicht bei der Kalkulation: Nicht nur das Gehalt zählt zum Einkommen

Bei der Veranschlagung des voraussichtlichen Einkommens ist jedoch Vorsicht geboten. Denn neben dem Gehalt müssen auch Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft, selbständiger Arbeit, Renten, privater Altersvorsorge, Gewerbevertrieb sowie Vermietung und Verpachtung mit einberechnet werden. Zwar kann die NV-Bescheinigung für bis zu drei Jahre beantragt werden – überschreiten die Einnahmen jedoch wider Erwarten den Grundfreibetrag, ist der Antragsteller zu einer Rückzahlung verpflichtet.

(fr)

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