0800 - 24 24 123
Telefonische Expertenberatung
Sie sind hier:

Griechenland-Pleite könnte Anlegern hohe Verluste bescheren

25.10.2011 - 16:51

Sollte Griechenland tatsächlich Pleite gehen, wäre es das erste Mal seit dem Zweiten Weltkrieg, dass ein Staat Bankrott anmelden muss. Um dies zu verhindern, müssten die Kreditgeber etwa 50 bis 60 Prozent der ausstehenden Forderungen abschreiben. Eine Insolvenz mit Risiken also, denn auch andere gefährdete Euro-Staaten könnten durch den allgemeinen Vertrauensverlust in Mitleidenschaft gezogen werden: Eine Gefahr für das gesamte Finanzsystem.

Laut Hans-Werner Sinn, Chef des Instituts für Wirtschaftsforschung, geht es für Deutschland dabei um beinahe 500 Milliarden Euro. Sparer reagieren verständlicherweise mit Verunsicherung. Für Girokonto, Tagesgeld, Sparbriefe und -bücher besteht bei Geschäftsbanken ein Einlagensicherungsfonds zum Schutz des Anlagevermögens. Dieser deckt eine Höhe von maximal 30 Prozent des Eigenkapitals ab. Volks- und Raiffeisenbanken hingegen haben eigene Sicherheitsmechanismen. Zusätzlich besteht eine vom Gesetzgeber vorgeschriebene Absicherung, welche Einlagen innerhalb der EU mit einer Summe bis zu 100.000 Euro pro Anleger schützt.

Steigende Inflationsgefahr

Zwar besteht ein Schutz für den Nennwert von Spareinlagen, doch der Wert ist nicht unbedingt geschützt. Denn die aktuelle Inflationsrate beträgt in der Währungsunion drei Prozent. Dazu beigetragen haben u.a. Anleihenkäufe der Europäischen Zentralbank, wodurch die EZB indirekt in die Staatsfinanzierung einstieg. Doch Sparer erhalten keinen Ausgleich für den Preisanstieg in Form von steigenden Zinsen. So erhält man trotz der Geldentwertung aufs Tagesgeld aktuell im Durchschnitt lediglich 1,3 Prozent Zinsen. Zudem sagen Ökonomen eine Leitzinsabsenkung durch die EZB in den kommenden Monaten voraus. Das dürfte die Anlagekonditionen zusätzlich verschlechtern.

Keine wirklichen Alternativen

Bei anderen Anlageformen sieht es nicht besser aus, denn die Rendite bleibt hinter der momentanen Teuerungsrate zurück. Staatsanleihen werden mit einer Laufzeit von zwei Jahren etwa nur mit 0,7 Prozent verzinst. Industrieanleihen hingegen genießen einen besseren Ruf, da solide Weltkonzerne insgesamt eine bessere Bonität haben. Allerdings drohen Sparern Einbußen bei Festverzinslichen, wenn die EZB die Inflation nicht einbremst.

(sr)

Weitere Artikel: