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Einlagensicherung: Sparer sollten die 100.000-Euro-Grenze beachten

26.03.2013 - 10:58

Zypern soll mit einem zehn Milliarden Euro schweren Rettungspaket vor dem Zusammenbruch seines Finanzsystems bewahrt werden. Voraussetzung für die Hilfen der Euro-Partner: Der Inselstaat muss eigenständig 5,8 Milliarden Euro beitragen. Diese Summe soll in erster Linie durch die Restrukturierung des Finanzsektors aufgebracht werden. Neben der Sanierung und Verkleinerung des aufgeblähten Bankensystems kommt Zypern auch um die heftig umstrittene Sondersteuer auf Kapitalanlagen nicht herum.

Während zunächst alle Spareinlagen auf zyprischen Bankkonten mit einer Zwangsabgabe belastet werden sollten, sind es nun nur noch Beträge über 100.000 Euro. Dadurch setzten sowohl die zyprische Regierung als auch die Euro-Partner ein deutliches Zeichen, dass die bis 100.000 Euro geltende, gesetzliche Einlagensicherung auch weiterhin garantiert werden soll. Theoretisch hätte die Regierung in Nikosia die Einlagensicherung umgehen können, indem sie die Zwangsabgabe als „Sondersteuer“ bezeichnete. Durch einen empörten Aufschrei aus Zypern und dem ganzen Euro-Raum wurde sie jedoch letztendlich davon abgehalten, die magische Grenze zu überschreiten.

Das Kapital sollte zur Sicherheit bei verschiedenen Banken angelegt werden

Bei der Frage, ob ihre Ersparnisse auch in Zukunft weiter sicher sind, sollten sich Anleger deshalb auch weiter an der 100.000-Euro-Grenze orientieren. Insbesondere bei der Geldanlage in kriselnden Euro-Ländern wie Spanien, Griechenland oder Portugal ist derzeit Vorsicht geboten. Ersparnisse, die die gesetzliche Einlagensicherung überschreiten, sollten sicherheitshalber auf verschiedene Banken aufgeteilt werden.

Wer beispielsweise 200.000 Euro anlegen möchte, sollte sich von den oft etwas höheren Zinsen der südeuropäischen Banken nicht blenden lassen. Eine gute Lösung wäre beispielsweise, 100.000 Euro in ein ausländische Institut zu investieren, und den Rest auf ein deutsches Bankkonto zu legen. Beim Vergleichen von Tagesgeld und Festgeld wird deutlich, dass auch deutsche Banken sehr gute Konditionen bieten. Damit ist diese Methode – wenn überhaupt – nur mit minimalen Verlusten verbunden. Wer dennoch eine zweite ausländische Bank favorisiert sollte sich zumindest für Institute in verschiedenen Euro-Ländern entscheiden.

Kapitalanlagen in Deutschland sind generell unbedenklich

Bei den meisten deutschen Banken können höhere Beträge in der Regel risikofrei angelegt werden. Häufig bieten die Institute eine zusätzliche Einlagensicherung, die weit über die gesetzliche hinausgeht und auch Spareinlagen in Millionenhöhe schützt. Diese freiwilligen Sicherungssysteme werden über den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes Deutscher Banken oder über die Haftungsverbunde der Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken organisiert.

Das Beispiel Zyperns macht jedoch deutlich, dass auch das Unvorstellbare im Rahmen einer ernsten Finanzkrise Realität werden kann. Wer völlig auf Nummer sicher gehen will, teilt seine Ersparnisse deshalb auch bei der Geldanlage bei deutschen Instituten auf zwei oder mehrere Banken auf. Dies bietet einen zusätzlichen Vorteil: Im Insolvenzfall müssen Bankkunden meist mit relativ langen Wartezeiten rechnen, bis die Entschädigung ausgezahlt wird. Liegt ein Teil des Ersparten bei einer anderen Bank, so ist zumindest dieses Kapital verfügbar.

Nicht alle Kapitalanlagen sind im Insolvenzfall abgesichert

In jedem Fall sollte beachtet werden, dass nicht alle Ersparnisse automatisch abgesichert sind. Die gesetzliche Einlagensicherung umfasst nur Sparkonten und Zinspapiere, die direkt auf den Namen ihres Inhabers ausgeschrieben sind – sogenannte Namensschuldverschreibungen. Nicht gesichert sind dagegen auf die Bank ausgeschriebene Inhaberpapiere. Ebenso fallen Aktien und andere Anleihen im Depot nicht unter die gesetzliche Einlagensicherung. Obwohl diese dem Sparer im Falle einer Insolvenz nicht verloren gehen, werden eventuell entstehende Wertverluste nicht abgesichert.

(fr)

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