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EU verbessert Einlagensicherung: Was ändert sich für Sparer?

15.01.2014 - 20:00

Auf ihrem Gipfeltreffen im Dezember haben die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union (EU) eine Verbesserung der Einlagensicherung im Falle einer Bankenpleite ausgehandelt. Verbraucher sollen damit vor unabsehbaren Kosten geschützt werden, die in Folge zukünftiger Bankenkrisen auf sie zukommen könnten. Die Gefahr, dass Steuerzahler erneut zur Rettung der Institute hinzugezogen werden, soll damit endgültig gebannt werden. Doch wie genau sehen die neuen Regelungen aus und was ändert sich in Zukunft für Sparer?

Im Falle einer Bankenpleite haften die EU-Staaten in Zukunft gemeinschaftlich.
Das Wichtigste zuerst: Die gesetzliche, EU-weite Einlagensicherung bleibt weiterhin erhalten, sodass Spareinlagen bis zu einer Höhe von 100.000 Euro auch in Zukunft garantiert abgesichert bleiben. Das gilt auch dann, wenn die von der Pleite betroffene Bank vollkommen zahlungsunfähig ist. Bislang waren es allerdings die nationalen Regierungen, die die Anleger im Falle einer Bankenpleite entschädigen mussten.

Dabei versteht es sich von selbst, dass kleine Staaten wie Malta oder Zypern sowie andere kriselnde Länder im Süden in einer solchen Situation enorm in Bedrängnis geraten – anders als größere beziehungsweise reichere Staaten wie Deutschland oder Frankreich. Zukünftig sollen nun alle Mitgliedsstaaten gemeinsam – also die gesamte Europäische Union – im Falle einer Pleite haften.

Sparer sollen in Zukunft schneller entschädigt werden

Auch die Abwicklung der Entschädigungszahlungen soll schon bald schneller über die Bühne gehen. So beschlossen die EU-Staats- und Regierungschefs weiterhin, dass Anleger künftig innerhalb von sieben Werktagen ihre gesamten Spareinlagen zurückerhalten sollen. Für Verbraucher, die ihre unmittelbaren Lebenshaltungskosten nicht begleichen können, gelten sogar Sonderregeln: Sie sollen innerhalb von nur fünf Werktagen „Notauszahlungen“ erhalten. Bisher konnte sich die Abwicklungsphase deutlich länger hinziehen, im Extremfall sogar bis zu 20 Tage. Eine lange Zeit für Verbraucher, die auf ihre Ersparnisse angewiesen sind.

Im Rahmen der geplanten Bankenunion werden alle Institute der EU zudem verpflichtet, nationale Vorsorgefonds aufzubauen. Damit sollen die Banken in Zukunft angehalten werden, weniger Risiken einzugehen. Denn je riskanter ihre Strategie, desto höhere Summen müssen in den Fonds eingezahlt werden.

Der Abwicklungsfonds soll in den kommenden Jahren gefüllt werden

Derzeit ist geplant, dass der Fonds bis zum Jahr 2025 mit rund 55 Milliarden Euro gefüllt werden soll. Bis dahin gelten einige Übergangsregeln: So kann sich der Abwicklungsfonds beispielsweise in extremen Fällen selbst Geld am Markt leihen, um Bankkunden im Fall einer Pleite zu entschädigen. Um die Bankenunion endgültig an den Start zu bringen, bedarf es allerdings noch der Zustimmung des EU-Parlamentes.

Bankkunden, die größere Summen anlegen möchten, sollten auch weiterhin besondere Vorsichtsmaßnahmen ergreifen. Bei Einlagen über 100.000 Euro lohnt es sich beispielsweise, die Summe zu splitten und auf zwei oder mehr verschiedene Banken aufzuteilen. Alternativ können Sparer auch ein Institut wählen, das zusätzliche Maßnahmen zur Einlagensicherung ergreift.

So gehören in Deutschland beispielsweise über 170 Geschäftsbanken dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes Deutscher Banken an. Auch die Sparkassen und Genossenschaftsbanken ergreifen separate Sicherheitsmaßnahmen, um auch große Summen garantiert abzusichern.

(fr)

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