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Basel III: Was ändert sich 2013 für Banken und Verbraucher?

20.11.2012 - 20:00

Durch die Kapitalvorschriften von Basel III sollen Steuerzahler zukünftig davor bewahrt werden, erneut für die Rettung maroder Banken aufkommen zu müssen. Das Regelwerk entstand aus der 2008 beginnenden Finanzkrise und wurde 2010 von den Staats- und Regierungschefs der 20 größten Industrie- und Schwellenländer (G20) vereinbart. Basel III wird voraussichtlich am 1. Januar 2013 an den Start gehen.

In erster Linie müssen die Banken ihr Eigenkapital aufstocken, welches in Form von Aktien oder anderen Anteilen und Gewinnrücklagen permanent gehalten wird. Die daraus errechnete harte Kernkapitalquote steigt bis Ende 2015 von 2,0 auf 4,5 Prozent der gewichteten Risikoaktiva. Weitere Regelungen sind unter anderem eine Obergrenze der Verschuldung sowie die Festlegung von zwei Kennziffern für die Liquidität jeder Bank.

Verschiedene Kapitalpuffer sollen zusätzlich finanziellen Schwierigkeiten vorbeugen. Den größten Teil macht hier der Kapitalerhaltungspuffer aus, der bis 2019 auf 2,5 Prozent anwachsen soll. Auf Druck Schwedens und Großbritanniens wird in der EU zusätzlich ein systemischer Puffer von bis zu drei Prozent eingeführt. Die beiden Länder verlangen von ihren Banken bereits jetzt höhere Kapitalpuffer. Für systemrelevante Banken ist ein zusätzlicher Puffer bis zu 2,5 Prozent im Gespräch. Auf diese Weise sollen die Institute davon abgehalten werden, zu große finanzielle Risiken einzugehen – wohl wissend, dass der Staat sie aufgrund ihrer Bedeutung für das Finanzsystem im Falle einer Pleite unterstützen würde.

Die internationale Bankenaufsicht und die Finanzaufsicht BaFin erhalten mehr Einfluss

Zukünftig müssen sich Banken die Ausschüttung von Dividenden oder die Zahlung von Boni von der Bankenaufsicht genehmigen lassen, sobald die Quote ihres harten Kernkapitals unter sieben Prozent fällt. Um einer Überhitzung des Kreditmarktes vorzubeugen dürfen die Aufseher den Kreditinstituten in Boom-Zeiten sogar einen weiteren Puffer von bis zu 2,5 Prozent auferlegen. Auf diese Weise soll ein möglicherweise folgender Abschwung abgefedert werden.

Auch die deutsche Finanzaufsicht BaFin erhält weitere Vollmachten. So kann sie in Zukunft beispielsweise Geldbußen von bis zu fünf Millionen Euro gegen Institute verhängen, die gegen die Kapital- oder Liquiditätsvorschriften verstoßen.

Betreffen die Kapitalvorschriften von Basel III auch die Verbraucher?

Durch die strengeren Kapitalvorschriften können die Banken weniger Risiken eingehen. Dadurch erhöht sich die Sicherheit für ihre Kunden und deren Einlagen. Auf der anderen Seite ist es jedoch auch möglich, dass die Banken zukünftig weniger Konsumentenkredite herausgeben, um nicht gegen die Kapitalvorschriften zu verstoßen. Auch für Unternehmen könnte es schwieriger werden Kredite zu erhalten. Dies könnte sich wiederum negativ auf den Arbeitsmarkt auswirken. Darüber hinaus befürchtet Dieter Hein, Geschäftsführer des Finanzanalysehauses Fairesearch, dass einige Banken ihre höheren Kapitalkosten nicht selbst tragen sondern die Kosten einfach an ihre Kunden weitergeben könnten.

(fr)

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