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Bankengebühren: Wann dürfen die Institute zur Kasse bitten?

13.08.2014 - 16:43

Die Gebührenregelungen vieler Banken sind äußerst undurchsichtig und verstecken sich in Seitenlangen AGBs – oftmals am untersten Rand der Webseite. Es kommt deshalb nicht selten vor, dass Kontoinhaber urplötzlich mit einer Gebühr konfrontiert werden, von der sie bisher noch nie etwas gehört haben. Doch welche Kosten sind unzulässig und wann dürfen die Banken ihre Kunden tatsächlich zur Kasse bitten?

Zulässige Gebühren: Hier dürfen die Banken abkassieren

Zulässig sind beispielsweise Gebühren für Scheckrückgaben: Reicht ein Kunde bei seiner Hausbank einen ungedeckten Scheck ein, der bei einer anderen Bank platzt, darf ihm das Institut die Kosten in Rechnung stellen. Das bedeutet aber nicht, dass der Kunde automatisch auf dem Verlust sitzen bleibt: Liegt der Fehler nicht bei ihm, muss der Scheckaussteller die Kosten erstatten.

Erteilt ein Bankkunde Einzugsermächtigungen, ist er dafür verantwortlich, dass sein Girokonto gedeckt ist. Es kann also teuer werden, wenn die Bank einen fälligen Betrag nicht einziehen kann. Voraussetzung dafür ist aber, dass der Kunde die Deckung seines Kontos tatsächlich schuldhaft vernachlässigt hat.

Auch für den Auslandseinsatz der Kreditkarte dürfen die Institute Gebühren erheben. Das gilt allerdings nur für Fremdwährungen und Zahlungen außerhalb der EU – innerhalb der EU sind Kreditkartenzahlungen kostenfrei.

Kartensperrungen und Kontopfändungen müssen kostenlos sein

Die undurchsichtigen Gebühren einiger Banken können für Kunden teuer werden.
Für eine Kartensperrung bei Verlust oder Diebstahl dürfen keine Gebühren erhoben werden. In einem solchen Fall muss die Bank ihrer gesetzlichen Pflicht nachkommen, weiteren Schaden zu verhindern. Auch vertraglich festgehaltene Gebühren sind somit unzulässig.

Dasselbe gilt für Kontopfändungen: Die Umwandlung in ein Pfändungsschutzkonto gehört zu den gesetzlich verpflichtenden Leistungen der Bank. Auch für die monatliche Prüfung der Pfändung dürfen keine Gebühren erhoben werden.

Nach der Umwandlung in ein Pfändungsschutzkonto dürfen die Banken die Kontoführungsgebühren nicht anheben. Auch Neukunden, die ein Pfändungsschutzkonto eröffnen möchten, müssen dafür nicht mehr bezahlen als für ein vergleichbares Standardkonto.

Gebühren im Todesfall und für Bargeldabhebungen am Schalter sind unzulässig

Im Todesfall des Kontoinhabers ist die Bank verpflichtet, das Girokonto kostenfrei auf den Namen des Erben umzuschreiben. Zu ihren (kostenfreien) Pflichten gehört es außerdem, das Finanzamt über den aktuellen Kontostand zu informieren.

Auch Gebühren für Bargeldabhebungen oder –Einzahlungen am Schalter dürfen von den Banken nicht erhoben werden. Für Einzahlungen auf Fremdkosten können die Institute dagegen Geld verlangen.

Weitere Gebühren, die laut Bundesgerichtshof nicht zulässig sind

Ist das Girokonto nicht gedeckt, kann die Bank Lastschriften oder Schecks nicht einlösen. Fallen in diesem Fall Kosten an, dürfen diese nicht dem Kontoinhaber in Rechnung gestellt werden – denn das Institut handelt dabei in eigenem Interesse. Dasselbe gilt auch für Überweisungen und Daueraufträge.

Bankkunden, denen unzulässige Gebühren in Rechnung gestellt wurden, dürfen diese zurückfordern. Dafür benötigen sie allerdings einen Beleg. Ist dieser in den Kontounterlagen nicht mehr auffindbar, muss ihr Institut die benötigten Unterlagen kostenlos herausgeben.

(fr)

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