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Festgeldanlage: Wie viel und für wie lange?

28.11.2013 - 15:33

Das Festgeldkonto ist seit Jahren ein gefragtes Anlagemodell: Das hier geparkte Geld ist sicher und die Verzinsung im Vergleich zu anderen Finanzprodukten nicht übel. Der Preis dafür ist allerdings, dass während der Anlagedauer nicht auf das Vermögen zugegriffen werden kann. Nicht selten stehen Sparer deshalb vor der Frage: Wie viel von meinem Geld soll ich fest anlegen und wie viel soll ich verfügbar halten?

Knapp 1,1 Billionen Euro parken deutsche Sparer laut Bundesbank derzeit entweder als Bar- oder Sichteinlage. Zudem befinden sich rund 600 Milliarden Euro auf Sparbüchern. Wird das Geld auf diese Weise gehortet, bringt dies den Vorteil mit sich, dass vergleichsweise rasch darauf zugegriffen werden kann. Der Nachteil ist allerdings: Es ist nur gering oder gar nicht verzinst.

Die Rendite ist bereits im Vorfeld bekannt

Bei Festgeldanlagen bietet sich oftmals die sogenannte "Treppenstrategie" an.
Dabei könnte das Geld weitaus gewinnbringender angelegt werden – beispielsweise auf einem Tagesgeld- oder Festgeldkonto. Gerade Festgeldkonten bieten die Möglichkeit, sich für eine bestimmte Dauer einen festen Zinssatz zu sichern. Der Sparer weiß damit bereits im Vorfeld, wie hoch seine Rendite am Ende sein wird. Gleichzeitig verpflichtet er sich aber dazu, der Bank die Summe über den vereinbarten Zeitraum zu überlassen. Außerordentliche Kündigungen sind nur in Ausnahmefällen möglich – dazu gehören beispielsweise der Tod des Kontoinhabers oder eine drohende Insolvenz der jeweiligen Bank.

Vor diesem Hintergrund sollten sich Sparer vor der Kontoeröffnung überlegen, wie viel Geld sie entbehren können – und über welchen Zeitraum. Berücksichtigt werden sollte dabei die Empfehlung von Verbraucherschützern, mindestens eine Liquiditätsreserve in Höhe von zwei bis drei Nettomonatsgehältern für unvorhergesehene Ausgaben ständig verfügbar zu haben. Zudem ist in Betracht zu ziehen, ob, und wenn ja welche, Investitionen in naher Zukunft anstehen. Die entsprechenden Summen sollte der Sparer flexibel verfügbar anlegen.

Wie lange kann auf das Geld verzichtet werden?

Auf einem Konto mit fester Laufzeit sollten Sparer etwa ein Drittel ihres Vermögens anlegen – dies geben einige Banken als groben Orientierungsrahmen vor. Zentral ist hierbei die Frage, wie lange auf das Geld verzichtet werden kann. Denn im Hinblick auf die Rendite gilt grundsätzlich: Je länger der Anlagezeitraum, desto höhere Zinsen können eingefahren werden. Über eine Anlage von einem Jahr sind aktuell bis zu 1,55 Prozent jährliche Zinsen zu holen. Weitet man die Laufzeit auf zwei beziehungsweise drei Jahre aus, steigt der jährliche Zinssatz auf maximal 1,8 beziehungsweise 2,1 Prozent. Mit diesen Angeboten wartet die Renault Bank direkt auf. Über drei Jahre sind zudem auch bei der VTB 2,1 Prozent zu holen.

Oftmals kann es sich anbieten, die sogenannte „Treppenstrategie“ zu verfolgen. Diese besteht darin, den Anlagebetrag auf Konten mit unterschiedlicher Laufzeit zu splitten. Damit kann mit einem Teil des Vermögens eine höhere Rendite gesichert werden – und gleichzeitig bleibt man flexibel für den Fall, dass die Zinsen wieder ansteigen. Zu beachten ist hierbei jedoch, dass es im Falle vieler Angebote Mindestanlagebeträge gibt.

Von Laufzeiten über drei Jahren raten Experten angesichts der aktuellen Niedrigzinsphase der Europäischen Zentralbank allerdings ab. Denn da erwartet werden kann, dass die Zinsen im Laufe der kommenden Jahre wieder anziehen, könnte im Falle einer längeren Laufzeit gegebenenfalls erst mit Verzögerung von etwaigen Zinserhöhungen profitiert werden.

(bb)

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