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Wie sich die Leitzinssenkung auf Festgeld auswirkt

08.04.2016 - 14:00

Innerhalb der Eurozone ist die Europäische Zentralbank (EZB) für die Geldpolitik zuständig. Ihr Ziel ist es, langfristig eine Preissteigerung (= Inflation) von knapp unter zwei Prozent im gesamten Euroraum zu gewährleisten. Im Februar dieses Jahres lag die Inflationsrate allerdings bei minus 0,2 Prozent. Deshalb will die EZB die Wirtschaft ankurbeln. Banken sollen viele Kredite an Unternehmen und Privatpersonen vergeben, damit mehr Investitionen getätigt werden und das Wirtschaftswachstum steigt. Doch wie lassen sich die Geldhäuser zur Kreditvergabe motivieren?

Kredite boomen, Einlagen sind nicht mehr gefragt

Festgeld: Die Folgen der Leitzinssenkung
Sparer sollten jetzt noch mehr Wert auf ein gut verzinstes Festgeldkonto legen.
Die EZB hat mehrere Instrumente zur Verfügung, mit denen sie indirekt den Finanzmarkt beeinflussen kann. Eines davon ist der Leitzins. Dabei handelt es sich um den Zinssatz, den Banken zahlen müssen, wenn sie sich von der EZB Geld leihen. Seit der Senkung des Leitzinses auf null Prozent stellt die EZB Geschäftsbanken Geld gratis zur Verfügung. Das hat positive Auswirkungen auf Kreditnehmer: Banken geben die guten Konditionen nämlich in der Regel an ihre Kunden weiter und bieten günstige Kredite an.

Für Sparer sieht es allerdings nicht so rosig aus. Die EZB hat bei der letzten Zinsänderung auch den Einlagensatz auf minus 0,4 Prozent erhöht. Diesen Zins müssen Geschäftsbanken zahlen, wenn sie Geld bei der Zentralbank parken. Das ist teuer, deshalb versuchen die Banken, ihre Einlagen nicht höher ausfallen zu lassen als nötig. Infolgedessen senken sie die Zinsen auf Tagesgeld, Festgeld, Sparbücher und Girokonten. Sparer müssen daher jetzt besonders klug agieren.

Wichtig: Festgeldzins muss über der Inflationsrate liegen

Im Bereich Festgeld sollten Sparer Folgendes beachten: Seit der letzten Änderung des Leitzinses haben zahlreiche Banken in Deutschland Zinssenkungen beim Festgeld vorgenommen. Eine Übersicht über die Konditionsanpassungen bietet der Zinsticker. Bei der Auswahl der Bank sollten Verbraucher daher ganz besonders darauf achten, dass sie einen Zins über der Inflationsrate anbietet. Nur so ist es möglich, eine Rendite zu erwirtschaften. Ein Festgeldvergleich kann dabei helfen, ohne eigenen Aufwand ein solches Konto zu finden. Wichtig ist allerdings, dass dieser Zins nicht auf Kosten einer zu langen Laufzeit erworben wird. Da Festgeldkonten nicht vor Ende des vereinbarten Anlegezeitraums gekündigt werden können, sollte die Laufzeit generell immer sehr gut überlegt sein.

Außerdem sollten sich Sparer über die Art der Einlagensicherung informieren. In Deutschland werden Anlegern bis zu 100.000 Euro je Bank erstattet, sollte das Institut in Schieflage geraten. Diesen Schutz schätzen viele Deutsche. Wie zahlreiche Studien belegen geht für sie in Geldfragen Sicherheit vor Rendite.

(lsc)

Mehr Infos rund um die EZB-Leitzinssenkung liefert unsere Artikelreihe:
Folgen der Nullzinspolitik (1): Die EZB und ihre Ziele
Folgen der Nullzinspolitik (2): Was Kreditnehmer und Häuslebauer erwartet
Folgen der Nullzinspolitik (3): Worauf sich Sparer gefasst machen müssen

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