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Wenn es einmal nicht nach Plan läuft: Festgeldkonto vorzeitig kündigen

24.10.2013 - 14:36

Nicht immer läuft im Leben alles nach Plan. So kommt es beispielsweise immer wieder vor, dass sich die finanzielle Situation eines Menschen innerhalb kürzester Zeit gravierend ändert. Während wir uns in einem Moment noch völlig sicher sind, dass wir einen bestimmten Geldbetrag in den kommenden Jahren garantiert entbehren können, kann es beispielsweise im Falle von plötzlicher Arbeitslosigkeit, Krankheit, Familienzuwachs oder einer anderen Veränderung der Lebensumstände schon wieder ganz anders aussehen. Oftmals sind Sparer in diesem Fall auf ihr angelegtes Festgeld angewiesen. Doch lässt sich die Kapitalanlage einfach vorzeitig kündigen?

Wie der Name schon sagt ist Festgeld über die gesamte Laufzeit hinweg fest angelegt. Eine vorzeitige Kündigung des Vertrags ist somit nicht ohne weiteres möglich. Das hat den Grund, dass Festgeld auf dem so genannten Vertrauensprinzip basiert. Das bedeutet zum einen, dass der Anleger auf das Renditeversprechen der Bank vertrauen und sich darauf verlassen kann, dass er sein Kapital einschließlich der verbindlich festgelegten Zinsen nach Auslaufen der Anlagefrist garantiert ausbezahlt bekommt. Umgekehrt muss allerdings auch die Bank ihrem Kunden vertrauen können, dass dieser sein Geld über die volle Laufzeit hinweg zur Verfügung stellt. Denn nur so kann das Institut langfristig mit der Einlage planen und am Kapitalmarkt Gewinn erwirtschaften.

Eine außerordentliche Kündigung ist nur in Ausnahmefällen möglich

Folglich entsteht dem Geldhaus ein finanzieller Nachteil, wenn der Kunde sein Festgeldkonto vor dem vereinbarten Stichtag auflöst. Aus diesem Grund dürfen die Banken eine vorzeitige Kündigung vertraglich ausschließen. Unter bestimmten Umständen besteht jedoch ein gesetzlicher Kündigungsanspruch des Sparers, den auch die Institute respektieren müssen. Dieser ist im Paragraf 314 des Bürgerlichen Gesetzbuchs geregelt, der besagt, dass eine außerordentliche Kündigung immer dann möglich ist "[…] wenn dem kündigenden Teil unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls und unter Abwägung der beiderseitigen Interessen die Fortsetzung des Vertragsverhältnisses bis zur vereinbarten Beendigung oder bis zum Ablauf einer Kündigungsfrist nicht zugemutet werden kann". Auf diesen Paragrafen beziehen sich die meisten Banken auch in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGBs).

Die Richtlinien bei der vorzeitigen Kündigung variieren von Bank zu Bank

Während finanziellen Engpässen sind Sparer häufig auf ihr Festgeld angewiesen.
Ein „wichtiger Grund“ ist selbstverständlich der Tod des Kontoinhabers – genauso wie eine drohende Insolvenz des Geldhauses. Finanzielle Engpässe durch Arbeitslosigkeit oder hohe unerwartete Kosten, die die Existenz des Sparers bedrohen könnten, sind dagegen oft strittig. Zwingt die Arbeitsagentur dagegen einen Hartz-IV-Antragsteller zur Vermögensentwertung, muss die Bank das Guthaben auszahlen.

Die meisten Institute prüfen jeweils im Einzelfall und zeigen sich oftmals auch kulant, wenn der Kunde beispielsweise eine Immobilie erwerben möchte oder unerwartet Familienzuwachs bekommt. Um die Situation zu klären, sollten Anleger deshalb zuerst immer das Gespräch mit einem Bankberater suchen. Dabei ist es wichtig, dem Angestellten konkret aufzuzeigen, wofür das Kapital benötigt wird. Andererseits könnte das Geldhaus vermuten, dass der Sparer sein Geld lediglich in eine höher verzinste Anlage umschichten möchte. Sollte das Kreditinstitut die Rückzahlung trotz eines triftigen Grundes verweigern, ist es ratsam, einen Rechtsanwalt einzuschalten.

In der Regel verliert der Sparer die bisher erwirtschafteten Zinsen

Eine vorzeitige Kündigung des Festgeldkontos hat allerdings häufig den Verlust der bisher erwirtschafteten Anlagezinsen zur Folge. Stattdessen wird lediglich der investierte Betrag zurückgezahlt. In einigen Fällen fallen sogar zusätzliche Storno- und Verwaltungskosten an. Auch dieser Aspekt wird jedoch von Bank zu Bank unterschiedlich geregelt und in den AGBs festgelegt – oftmals zeigen sich die Institute kulanter als zunächst erwartet. Die Kündigung selbst sollte in Form eines Einschreibens an das Kreditinstitut geschickt werden, da der Anleger nur auf diese Weise über einen schriftlichen Nachweis verfügt.

(fr)

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