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Festgeld: Treppenstrategie bringt größte Rendite

01.09.2014 - 16:12

In der aktuellen Niedrigzinsphase vergeht den meisten Deutschen die Freude am Sparen. Mit der richtigen Anlagestrategie auf dem Festgeldkonto können Sparer trotz Niedrigzinsen das Beste für sich herausholen - indem sie Flexiblität mit sicherer Rendite kombinieren.

Während der Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) noch im Juli 2008 bei 4,25 Prozent lag, liegt er knapp sechs Jahre später bei nur mehr 0,15 Prozent und damit auf einem Rekord-Tiefstand. Der Einlagezins – auch Einlagefazilität genannt – sank im Juni 2014 erstmals in der Geschichte der Europäischen Zentralbank in den negativen Bereich. Das bedeutet, dass Banken derzeit Strafzinsen zahlen, wenn sie Geld bei der EZB anlegen möchten. Analog zu dieser Entwicklung gingen auch die Zinsen auf Sparkonten in den Keller. Mit der richtigen Taktik ist es trotzdem noch immer möglich, sich ganz ohne riskante Geldanlagen eine gute Rendite zu sichern.

Vor diesen Herausforderungen stehen Sparer aktuell

Mit der Treppenstrategie können Sparer ihr Geld auch während der Niedrigzinsphase optimal anlegen.
Eine Niedrigzinsphase ist in der Regel sehr zuträglich für den Aktienmarkt: Als der Deutsche Aktienindex DAX zum ersten Mal in seiner 25-jährigen Geschichte die 10.000 Punkte-Marke übersprang, geschah dies nicht ganz zufällig am gleichen Tag, an dem die EZB die Leitzinssenkung auf 0,15 Prozent verkündete. Doch Aktien bergen ein hohes Risiko. Problematisch ist zudem, dass Privatanleger viel Zeit und fundiertes Wissen benötigen, um mit Aktien eine satte Rendite zu erzielen.

Wer nicht gerade ein Experte auf diesem Gebiet ist, sollte daher eher auf sichere Geldanlagen setzen – etwa Tagegeld- und Festgeldkonten. Oftmals bieten Direktbanken hier die besten Konditionen, wie Stiftung Warentest in einer umfangreichen Untersuchung feststellte. Das Festgeldkonto der VTB Direktbank etwa bietet Zinserträge von 2,1 Prozent ab einer Anlagedauer von 36 Monaten. Die lange Anlagedauer stellt Sparer allerdings vor Probleme. Denn wer weiß schon, wie sich der Leitzins der Europäischen Zentralbank und damit indirekt auch die Sparzinsen innerhalb der nächsten drei Jahre entwickeln werden?

Sollten die Zinsen innerhalb der drei Jahre steigen, kann das Geld vom Festgeldkonto nicht abgezogen werden – ist aber im Vergleich zu der aktuellen Marktlage womöglich schlechter verzinst. Im Gegensatz dazu bieten Tagesgeldkonten absolute Flexibilität: Die Einlagen können jederzeit umgeschichtet werden. Ändert sich also der Marktzins, können Verbraucher ihre Ersparnisse auf dem Tagesgeldkonto zeitnah auf ein anderes, besser verzinstes Konto übertragen. Die Flexibilität ist mit einem Tagesgeldkonto hoch, die Verzinsung hingegen niedriger als auf einem Festgeldkonto: Derzeit bieten die Volkswagen Bank und die Audi Bank mit 1,4 Prozent und einer viermonatigen Zinsgarantie die besten Zinsen auf´s Tagesgeld.

Die Treppenstrategie bietet Flexibilität und sichere Rendite

Eine Kombination aus sicherer Rendite auf Festgeldkonten und der Flexibilität der Tagesgeldkonten wäre das Optimum. Das ist mit der Treppenstrategie möglich: Die gesamten Ersparnisse werden gesplittet und auf verschiedenen Konten angelegt. Dieses Vorgehen empfiehlt auch die Stiftung Warentest. Beim Festgeld sollten Verbraucher verschiedene Anlagezeiträume wählen, im Idealfall zwölf Monate, sowie auch 24, 36, 48 und 60 Monate. Jeweils ein Fünftel der Ersparnisse wird für die jeweilige Laufzeit angelegt. Wenn die Zinsen in der Zwischenzeit steigen, kann das Geld mit der niedrigsten Laufzeit schnell neu angelegt werden – Verbraucher profitieren so von den besseren Konditionen auf dem Markt. Sollten die Zinsen jedoch sinken, haben Verbraucher den Vorteil, sich die höheren Zinsen bereits gesichert zu haben. Um diese Anlagemethode durchzuführen, müssen in der Regel verschiedene Festgeldkonten eröffnet werden. Welches das beste Konto mit den höchsten Zinsen für die jeweilige Laufzeit ist, lässt sich über einen Online-Festgeldvergleich herausfinden.
LaufzeitBankZinssatz
12 MonateCrédit Agricole, VTB1,40%
24 MonateCrédit Agricole1,60%
36 MonateVTB2,10%
48 MonateVTB2,10%
60 MonateVTB2,10%
Wie in obiger Tabelle deutlich wird, haben Sparer aktuell bei Laufzeiten von über 36 Monaten keinen Zinsvorteil mehr gegenüber der dreijährigen Geldanlage. Auch das sollte in die Überlegung der optimalen Anlagedauer mit einfließen.

Übrigens: Etwa zwei bis drei Nettomonatsgehälter sollten Verbraucher jederzeit für kurzfristige finanzielle Engpässe zur Verfügung haben. Aus diesem Grund wird idealerweise ein entsprechender Teil der Ersparnisse auf einem Tagesgeldkonto angelegt. Dort ist das Geld ebenfalls verzinst und es kann darüber hinaus jederzeit darauf zugegriffen werden.

(bm)

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