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Targobank senkt Festgeldzinsen

01.10.2014 - 16:07

Die Targobank senkt zum ersten Oktober die Festgeldzinsen der ein-, zwei-, drei- und vierjährigen Laufzeit. Die Zinsen fallen jeweils um 0,1 Prozentpunkte. Die Senkung kommt nicht unerwartet. Aufgrund des historischen Tiefstands des europäischen Leitzinses ist es wahrscheinlich, dass künftig weitere Banken Zinssenkungen beim Festgeld vornehmen werden.

Sparen hat mehr Spaß gemacht, als sichere Geldeinlagen, wie das Festgeld, noch hoch verzinst waren. Doch mittlerweile hat sich einiges geändert: das gesamteuropäische Wirtschaftswachstum stagniert, einige EU-Länder sind finanziell angeschlagen, die EU-Arbeitslosenrate ist viel zu hoch etc. Alle diese Faktoren wirken sich indirekt auf die Höhe der Festgeldzinsen aus, weil sie den Leitzins beeinflussen.

Wer entscheidet über die Höhe der Festgeldzinsen?

Die europäischen Geldhäuser orientieren sich bei der Festlegung der Zinssätze einiger Finanzprodukte, wie dem Tages- und Festgeld, am Leitzins der Eurozone. Unter dem Leitzins versteht man gemeinhin den Zinssatz, zu dem die Europäische Zentralbank (EZB) mit ihren Geschäftsbanken handelt. Es obliegt der EZB, den Leitzins zu erhöhen bzw. zu senken, wenn sie die geldpolitische Notwendigkeit für ein solches Vorgehen sieht.

Auf die Höhe der Festgeldzinsen hat der Leitzins großen Einfluss: Wird er gesenkt, werden üblicherweise auch die Zinsen aufs Festgeld gesenkt. Zurzeit liegt der Leitzins bei 0,05 Prozent. Das bedeutet, dass Banken sich momentan sehr günstig Geld von der Zentralbank leihen können. Das wiederum führt dazu, dass die Geldinstitute nicht mehr so stark auf die Einlagen von Privatkunden angewiesen sind, weshalb auch die Verzinsung von Festgeldkonten immer niedriger ausfällt. Wie hoch die Festgeldzinsen letztendlich jedoch ausfallen, entscheidet jede Bank nach eigenen Kriterien und Richtlinien.

Welche Gründe die Targobank zur Zinssenkung bewogen haben, ist nicht bekannt. Allerdings ist es sehr wahrscheinlich, dass der niedrige Leitzins die Entscheidung beeinflusst hat. Im Detail hat die Targobank folgende Konditionsänderungen vorgenommen:

LaufzeitZinssatz altZinssatz neu
12 Monate0,30% p.a.0,20% p.a.
24 Monate0,50% p.a.0,40% p.a.
36 Monate0,75% p.a.0,60% p.a.
48 Monate1,10% p.a.1,00% p.a.
 

Sparen lohnt sich noch!

Vorsorge zu leisten, ist auch in Zeiten niedriger Zinsen wichtig.
Die aktuelle Niedrigzinspolitik der EZB findet verständlicherweise bei Sparern wenig Zuspruch. Auch der Sparkassenpräsident Georg Fahrenschon kann dafür keine Begeisterung aufbringen. In einem Interview mit der Berliner Zeitung am 26. September appelliert er an alle Sparer, sich jetzt zu besinnen und nicht die gesamten Ersparnisse auszugeben. Denn jeder Euro, den man jetzt ausgibt, sei unwiederbringlich fort. Vorsorge zu leisten, sei aber auch zu Zeiten niedriger Zinsen sehr wichtig. Was Fahrenschon sagt, klingt vernünftig, doch was sollen Sparer mit ihrem Geld tun? Wo und wie es anlegen?

Fest steht, dass Festgeld im Vergleich zu anderen Geldanlagemöglichkeiten sehr sicher ist. Durch die gesetzliche Einlagensicherung sind Beträge am Festgeldkonto bis zu einer Höhe von 100.000 Euro geschützt. Hinzu kommt, dass sich der Zinssatz während der Laufzeit nicht mehr verändert. Das bringt Sicherheit für alle, die jetzt durch kluges Vergleichen die attraktivsten Festgeldzinsen eruieren und noch vor der nächsten Leitzinssenkung ein Festgeldkonto abschließen. Denn sie wissen, dass sie von weiteren Festgeldzinssenkungen nicht betroffen sind.

(lsc)

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