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Tagesgeld und Festgeld: Wann ist welche Anlageform lukrativer?

18.11.2013 - 10:23

Tagesgeld- und Festgeldkonten zählen gerade für sicherheitsbewusste Sparer zu den wichtigsten Anlageformen. Verbreitet ist die Annahme, dass Festgeld im Vergleich zu Tagesgeld prinzipiell eine höhere Rendite einbringt. Eine Gegenüberstellung der derzeitigen Zinssätze räumt mit diesem Mythos jedoch auf: Nicht immer sind die Festgeldzinsen lukrativer.

Mythos Festgeld: Wann lohnt es sich tatsächlich?
Die zentralen Unterschiede zwischen Tagesgeld- und Festgeldkonto sind den meisten Sparern bekannt: Während der Tagesgeldkunde jederzeit auf das angelegte Kapital zugreifen kann, haben Festgeldanleger während der Laufzeit im Normalfall keinen Zugang zu ihrem Vermögen. Zudem ist der Zinssatz beim Tagesgeld variabel – beim Festgeld bleibt er hingegen unverändert. Es gibt allerdings auch Tagesgeldkonten mit Zinsgarantie, bei denen für einen bestimmten Zeitraum ein fester Zinssatz gilt.

Für Kapital, das jederzeit verfügbar sein soll, bietet sich aufgrund der flexiblen Zugriffsmöglichkeit also die Anlage auf einem Tagesgeldkonto an. Verbraucherschützer empfehlen grundsätzlich, dass Sparer zwei bis drei Nettomonatsgehälter für unvorhergesehene Ausgaben vorhalten sollten. Ersparnisse, die für eine bestimmte Dauer nicht benötigt werden, können hingegen auf einem Festgeldkonto geparkt werden. Doch ist das unter dem Gesichtspunkt der Rendite überhaupt immer sinnvoll?

Bis zu zwölf Monate Zinsgarantie beim Tagesgeld

Die untenstehende Tabelle stellt die aktuellen Zinssätze für Tagesgeld- und Festgeldanlagen gegenüber. Um einen aussagekräftigen Vergleich zu ermöglichen, werden beim Tagesgeld ausschließlich Zinssätze berücksichtigt, die über den jeweiligen Zeitraum garantiert werden. Die Anlagedauern orientieren sich an den üblichen Laufzeitangeboten im Festgeldbereich.
3 Monate6 Monate9 Monate12 Monate24 Monate36 Monate
Top-Tagesgeld (garantierte Zinssätze)1,5%1,4%1,4%1,4%??
Top- Festgeld (garantierte Zinssätze)1,1%1,25%1,2%1,6%1,8%2,1%
Im Tagesgeldbereich bietet die Ing-DiBa für eine viermonatige Anlage garantiert 1,5 Prozent Zinsen. Die Cortal Consors wartet mit einer Zinsgarantie in Höhe von 1,4 Prozent über zwölf Monate auf. Diese Zinssätze werden in der Tabelle bei den Laufzeiten von drei beziehungsweise sechs, neun und zwölf Monaten angeführt. Eine über ein Jahr hinausgehende Zinsgarantie wird beim Tagesgeld nicht angeboten. Die Tagesgeldzinsen für 24 und 36 Monate können folglich nicht garantiert werden und werden deshalb nicht angegeben.

Beim dreimonatigen Festgeld der VTB kann eine Rendite von 1,1 Prozent eingefahren werden. Für eine sechsmonatige Anlage bieten die GEFA Bank und die pbb direkt 1,25 Prozent. Legt man sein Geld neun Monate lang an, sind bei der IKB 1,2 Prozent zu holen. Dass diese Rendite trotz längerer Anlagedauer niedriger als im Falle einer sechsmonatigen Anlage liegt, kann damit erklärt werden, dass Angebote mit einer neunmonatigen Laufzeit prinzipiell rar gesät sind. Eine zwölfmonatige Anlage wird bei der Südtiroler Sparkasse mit einem Zinssatz von 1,6 Prozent vergütet. Wird der Anlagezeitraum auf 24 oder 36 Monate ausgeweitet, bietet die Renault Bank direkt mit 1,8 Prozent und 2,1 Prozent im Vergleich jeweils den höchsten Zinssatz.

Festgeld schlägt Tagesgeld erst ab einer Anlagedauer von einem Jahr

Deutlich wird damit: Im Falle einer Anlagedauer von drei, sechs oder neun Monaten kann im Tagesgeldbereich eine höhere Rendite als im Festgeldbereich erzielt werden. Möglich machen dies die garantierten Zinssätze. Besonders bei einer Anlage über drei Monate ist die Differenz relativ groß: Hier liegen die Tagesgeldzinsen immerhin 0,4 Prozentpunkte über den Festgeldzinsen.

Ist das Kapital hingegen mindestens ein Jahr verzichtbar, kann mit einem Festgeldkonto eine vergleichsweise höhere Rendite eingefahren werden: Mit 1,6 Prozent sind hier 0,2 Prozentpunkte mehr zu holen als im Tagesgeldbereich. Während beim Tagesgeldzins bei Anlagedauern über einem Jahr keine Garantien angeboten werden, können im Festgeldbereich mit zunehmender Laufzeit höhere Zinsen eingefahren werden.

Unabhängig davon ist zu beachten, dass nicht alle Angebote gleichermaßen für alle Anlagebeträge gelten. So gibt es Mindestanlagebeträge und Obergrenzen, bis zu denen eine Vergütung durch den angegeben Zinssatz erfolgt. Auch das ist bei der Auswahl des passenden Angebots zu berücksichtigen.

(bb)

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