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Festgeld: Welche Laufzeit ist jetzt die richtige?

19.05.2015 - 11:00

Anleger haben es zur Zeit nicht leicht: Die Medien sprechen von der Enteignung der Sparer und Schlagzeilen wie "Die Inflation frisst unsere Ersparnisse!" sind keine Seltenheit. Doch stimmt das wirklich? Wir zeigen Ihnen, wie Sie mit einem Festgeldkonto auch jetzt noch sicher und dabei gut verzinst sparen.

Ein Festgeldkonto bietet Sparern drei große Vorteile: Erstens ist das Geld auf einem solchen Konto sehr sicher angelegt, denn die europäische Einlagensicherung schützt Einlagen von bis zu 100.000 Euro pro Kunde und Bank. Zweitens ist der jeweilige Festgeldzins unveränderlich. Das bedeutet, dass Verbraucher Planungssicherheit haben. Während der gesamten Laufzeit kann die Bank den Zinssatz nicht herabsetzen - unabhängig davon, was in der Zwischenzeit auf dem Markt passiert. Sparer können also mit einer sicheren Rendite rechnen. Drittens ist die Verzinsung eines Festgeldkontos im Vergleich zu flexiblen Anlageformen, wie etwa dem Tagesgeldkonto, in der Regel deutlich höher.

Wer also auf die Flexibilität eines Tagesgeldkontos verzichten kann, für den ist das Festgeldkonto genau das richtige. Doch welche Laufzeit bietet die beste Rendite?

Festgeld: Lange Laufzeiten bieten aktuell kaum Vorteile

Ein Festgeldkonto lohnt sich für all jene, die ihr Geld langfristig und ohne Risiko anlegen möchten. Allerdings: Längere Laufzeiten bringen Verbrauchern derzeit oft kaum mehr Zinsen als kürzere. Das jedenfalls erklärte eine Sprecherin des Bundesverbands deutscher Banken (BdB) im Interview mit CHECK24. Doch stimmt das wirklich?

Anhand der Daten unseres Festgeld-Vergleichs haben wir diese These untersucht und festgestellt: Es stimmt - allerdings nicht immer. Wer sich den höchsten Zinssatz sichern möchte, kommt um einen Vergleich verschiedener Angebote nicht herum. Die Grafik zeigt, dass eine äußerst kurze Anlagedauer beim Festgeld noch im Dezember 2014 mehr Zinsen brachte als längere Anlagedauern von sechs, neun oder zwölf Monaten. Noch vor einem halben Jahr stieg der Zinssatz erst ab einer Laufzeit von 24 Monaten über den Drei-Monatszinssatz. Momentan lohnt sich eine Laufzeit von unter 24 Monaten allerdings nicht mehr. Denn die gleichen Zinssätze erhalten Sparer aktuell auch auf einem Tagesgeldkonto, mit dem sie aber flexibel bleiben und das Geld jederzeit abziehen können. Wer auf die Planungssicherheit nicht verzichten will, fährt mit dem Tagesgeldkonto der Consorsbank am besten, diese bietet eine Zinsgarantie von zwölf Monaten.
 
Spitzenzinsen beim Festgeld nach Laufzeit

Der Vergleich der Festgeldkonditionen aus den verschiedenen Jahren zeigt, dass es sich lohnt, den Markt im Auge zu behalten. Denn Vieles hat sich seit den vergangenen sechs Monaten verändert. Die beste Laufzeit fürs Festgeld ist nicht in Stein gemeißelt, sondern verändert sich von Zeit zu Zeit. Im Dezember 2014 erreicht die Festgeldverzinsung den Spitzenwert bei einer Laufzeit von 36 Monaten mit einer Höhe von 2,2 Prozent. Wenn Sparer ihr Geld noch länger anlegten, erhielten sie deshalb nicht mehr Zinsen: Der Zinssatz blieb auch bei einer Laufzeit von 48 Monaten gleichbleibend bei 2,2 Prozent und sank bei einer Anlagedauer von 60 Monaten sogar minimal um 0,08 Prozentpunkte auf 2,12 Prozent. Es lohnt sich also, ganz genau hinzusehen, bevor man sich für eine bestimmte Laufzeit entscheidet.

Im Mai 2015 hat sich das Bild etwas gewandelt: Den besten Zinssatz erhalten Sparer bei einer Anlagedauer von 48 Monaten. Es lohnt sich nicht, das Geld noch länger anzulegen, denn auch dann bleibt der Zins weiterhin bei der Höhe von 2,2 Prozent.

Der Spitzenzinssatz für die jeweilige Laufzeit lässt sich innerhalb weniger Augenblicke über einen Festgeld-Vergleich herausfinden. So können zahlreiche Angebote schnell und einfach verglichen werden. Sparer verschaffen sich dadurch einen guten Überblick, welche Konditionen der Markt aktuell bietet.

Nicht nur die Laufzeit, sondern auch die Anlagesumme kann individuell eingestellt werden, sodass der kostenlose Vergleichsrechner immer das beste Angebot für den persönlichen Anlagewunsch ermittelt. Ein weiterer Vorteil: Die Rendite, die das jeweilige Konto bei der eingegebenen Anlagedauer und Laufzeit bringt, wird automatisch errechnet. So können verschiedene Anlagestrategien transparent verglichen werden.

So finden Sie die passende Festgeld-Laufzeit

Zunächst sollten Sie sich überlegen, wie viel Geld Sie auf lange Sicht auf die Seite legen wollen. Diese Frage ist wichtig, denn ein Festgeldkonto kann nicht gekündigt werden! Außerordentliche Kündigungen sind nur in Ausnahmefällen möglich – dazu gehören beispielsweise der Tod des Kontoinhabers oder eine drohende Insolvenz der jeweiligen Bank. Verbraucherschützer raten zudem dazu, mindestens zwei bis drei Monatsgehälter als finanziellen Puffer jederzeit verfügbar zu halten.

Sollten unerwartete Ausgaben auf Sie zukommen – etwa eine Autoreparatur oder die Anschaffung eines neuen Haushaltsgerätes – ist es gut, dieses Geld jederzeit griffbereit zu haben. Diese Sicherheitsreserve können Sie sicher, vergleichsweise gut verzinst und jederzeit zugänglich auf einem Tagesgeldkonto anlegen. Der restliche Betrag ist jene Summe, die sie langfristig auf einem Festgeldkonto anlegen können. Die Frage ist nur: Wie lange genau?

Haben Sie den richtigen Anlagebetrag gefunden, kommt die Laufzeit ins Spiel. Für die Wahl der passenden Laufzeit ist einerseits relevant, wie lange sie auf das Geld verzichten können. Planen Sie beispielsweise den Kauf eines Autos oder Hauses in zwei oder drei Jahren, sollten Sie sicherstellen, dass Sie dann über genügend liquide Mittel verfügen - und das Geld auf dem Festgeldkonto Ihnen zu diesem Zeitpunkt zur Verfügung steht.

Auch weitere Marktentwicklungen sollten bedacht werden. Beispielsweise liegt der Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) aktuell auf einem historischen Tiefstand. Steigt der Marktzins während der Laufzeit der Festgeldanlage, können Verbraucher nicht davon profitieren, denn der Zins des Kontos ist unveränderlich. Aus diesem Grund müssen Anleger zwischen größtmöglicher Sicherheit und bester Rendite abwägen.

Wie die obige Grafik zeigt, kann es sich lohnen, die kürzeste Laufzeit zu wählen, die den Spitzenzinssatz bietet. Im aktuellen Beispiel wäre dies eine Anlagedauer von 48 Monaten bei einem Zinssatz von 2,2 Prozent. Alternativ bietet sich auch die sogenannte Treppenstrategie an: Der Anlagebetrag wird auf Konten mit unterschiedlicher Laufzeit gesplittet. Damit sichern sich Sparer zumindest auf einen Teil ihrer Anlage die höchste Rendite und bleiben gleichzeitig flexibel, für den Fall, dass die Zinsen wieder ansteigen.

Eines ist jedenfalls klar: Die Top-Zinsen beim Festgeld schlagen die Inflationsrate in Deutschland von aktuell 0,5 Prozent deutlich. Schlagzeilen wie "Die Inflation frisst Ihre Ersparnisse", können Sie künftig also nicht mehr beeindrucken.

(bm)

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