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Festgeldkonto kündigen: Was sollte man beachten?

05.11.2014 - 08:00

Wer sein Geld auf einem Festgeldkonto anlegt, entscheidet sich zu Beginn für eine bestimmte Laufzeit. Die Anlagedauer liegt in der Regel bei einem Zeitraum zwischen drei und 60 Monaten. Vor dem Ende der Laufzeit auf das Geld zugreifen können? Bei einem Festgeldkonto Fehlanzeige - oder etwa doch nicht?

Ersparnisse auf einem Festgeldkonto anzulegen hat viele Vorteile: Die Zinssätze sind im Vergleich zu anderen Geldanlageformen wie etwa einem Sparbuch besonders hoch. Verbraucher schlagen damit nicht nur die aktuelle Inflation von 0,8 Prozent, sondern erwirtschaften darüber hinaus auch stattliche Zinserträge. Bei einer Anlagesumme von beispielsweise 30.000 Euro und dem aktuellen Bestzins im Festgeld-Vergleich von 2,2 Prozent, kann über die gesamte Anlagedauer von 36 Monaten ein Zinsertrag von 2.023,88 Euro erwirtschaftet werden, sofern man den Zinseszinseffekt nutzt und das Geld auf dem Sparkonto belässt.

Doch auch, wenn man sich die Zinsen in Höhe von jährlich 660 Euro jeweils am Jahresende auszahlen lässt, verfügt man am Ende der Laufzeit über 1.980 Euro mehr auf dem Konto. Der Kauf von neuen Möbeln, eine Reise in die Karibik oder einfach eine Aufstockung des finanziellen Polsters sind dadurch möglich. Viele Deutsche parken ihr Geld stattdessen auf dem Girokonto – und verlieren dadurch viel Geld.

Warum die Laufzeit beim Festgeld fix ist

Festgeld statt Sparschein: Die Einlagen sind auf einem Festgeldkonto gut verzinst und sicher.
Viele Bundesbürger wünschen sich eine Geldanlage, bei der sie jederzeit auf ihre Ersparnisse zugreifen können. Das ist der große Nachteil des Festgelds: Auf einem solchen Konto sollten nur jene Beträge angelegt werden, die in absehbarer Zeit – mittel- und langfristig – nicht benötigt werden.

Denn das Festgeldkonto wird für eine bestimmte Laufzeit abgeschlossen. Dadurch kann sich die Bank sicher sein, über die gesamte Laufzeit über das Geld verfügen zu können. Die Bank kann das Kapital dann beispielsweise als Kredit verleihen – und so daran verdienen.

Im Gegenzug bietet das Geldhaus dem Kunden dann besonders gute Konditionen in Form von hohen Zinssätzen. Das erklärt auch, weshalb die Zinssätze bei längeren Anlagedauern oftmals steigen, denn die Bank hat dadurch eine höhere Planungssicherheit.

Zinssätze von über zwei Prozent bei einer Laufzeit von drei Jahren – etwas Ähnliches findet man im Bereich der sicheren Geldanlagen sonst nicht. Sparbücher sind etwa wesentlich schlechter verzinst und auch Tagesgeldkonten können hinsichtlich des Zinssatzes nur bei kürzeren Laufzeiten mithalten.

Kann man das Festgeldkonto vorzeitig kündigen?

Eine vorzeitige Kündigung ist bei einem Festgeldkonto meist schlichtweg nicht vorgesehen. Doch es gibt keine Regel ohne Ausnahme: Paragraf 314 des Bürgerlichen Gesetzbuches regelt, dass Verbraucher langfristige Verträge – sogenannte Dauerschuldverhältnisse – wegen eines wichtigen Grundes kündigen können. Als wichtiger Grund gilt, wenn die Fortführung des Vertragsverhältnisses einer Seite nicht zugemutet werden kann.

Was das genau bedeutet und für welche Fälle diese Regelung gilt, lässt das Gesetz offen. Im Falle einer Festgeldanlage könnte ein "wichtiger Grund" beispielsweise eine drohende Insolvenz der Bank sein oder die Beantragung von Hartz IV durch den Kontoinhaber. In diesen Fällen wird der angesparte Betrag in der Regel von der Bank ausbezahlt.

Zeigt sich eine Bank kulant und ermöglicht dem Anleger, sein Geld vor dem Ende der Laufzeit abzuziehen, muss der Sparer in jedem Fall mit einem Verlust seiner bis dahin mühsam erwirtschafteten Zinserträge rechnen. Darüber hinaus können in manchen Fällen sogar zusätzliche Gebühren fällig werden.

Unterm Strich wird also klar: Eine vorzeitige Kündigung sollte in jedem Fall vermieden werden – wenn sie überhaupt möglich ist. Deshalb sollten Sparer vor der Geldanlage genau bedenken, für welche Laufzeit sie welche Geldbeträge anlegen können. Ein Teil des Ersparten kann sicher und gut verzinst auf einem Tagesgeldkonto vorgehalten werden und ist dort jederzeit abrufbar.

(bm)

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