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Festgeld: Stiftung Warentest empfiehlt Treppenstrategie

28.05.2013 - 18:00

Die anhaltende Niedrigzinsphase macht vielen Sparern zu schaffen. Angesichts der schlechten Konditionen stehen viele von ihnen vor der Frage, ob sich eine Kapitalanlage in Festgeld weiterhin lohnt. Die gute Nachricht: Dank der niedrigen Inflationsrate in Deutschland (derzeit 1,2 Prozent) und einigen attraktiven Angeboten von Onlinebanken lassen sich mit Festgeld auch weiterhin gute Renditen erwirtschaften. Um gleichzeitig flexibel zu bleiben empfiehlt die Stiftung Warentest, die Anlagesumme auf verschiedene Produkte aufzuteilen, und diese nach Laufzeiten zu staffeln.

Festgeld ist nach wie vor eine der beliebtesten Geldanlagen der Deutschen. Und das nicht ohne Grund: Durch die europaweite Einlagensicherung bietet diese Form der Kapitalanlage eine sehr hohe Sicherheit. Zudem lässt sich die Höhe des Gewinns im Vorfeld genau berechnen. Aufgrund der niedrigen Teuerungsrate übersteigen die Angebote vieler Direktbanken die Geldentwertung noch immer deutlich, sodass eine reale Rendite erwirtschaftet werden kann.

Angesichts der niedrigen Zinsen sollten Sparer jedoch im Vorfeld genau überlegen, wie sie ihr Geld optimal anlegen können. Im Rahmen dessen führt die Stiftung Warentest drei mögliche Szenarien auf, die in der Zukunft eintreten können:

  1. Die Zinsen sinken weiter.
  2. Die Niedrigzinsphase hält unverändert an.
  3. Die Zinsen steigen wieder.

Treppenstrategie: Gewappnet gegen Zinsschwankungen

In den ersten beiden Fällen wäre es am sinnvollsten, das Ersparte in das aktuelle Top-Angebot auf dem Markt zu stecken. Auf diese Weise ist der Sparer vor weiteren Zinssenkungen geschützt. Derzeit ist jedoch nicht absehbar, wie sich die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank weiter entwickelt. Aus diesem Grund sollten Sparer auf jedes der drei Szenarien vorbereitet sein. Dazu gehört auch, dass die Zinsen wieder steigen könnten. Steckt das gesamte Geld dann in einer langjährigen Anlage, gehen Anlegern hohe Zinseinnahmen durch die Lappen.

Als Ideallösung schlägt die Stiftung Warentest deshalb die Treppenstrategie vor, welche eine sichere Rendite und Flexibilität optimal verbindet. Geht man beispielsweise von einer verfügbaren Anlagesumme von 25.000 Euro aus, könnte diese in fünf Teilbeträge zu je 5.000 Euro aufgeteilt werden. Für diese werden jeweils verschiedene Anlagedauern zwischen ein und fünf Jahren gewählt. Nun gilt es, für jede der Laufzeiten das aktuelle Top-Angebot herauszufinden. Das funktioniert unkompliziert und schnell im Festgeld Vergleich. Für die meisten Anlagedauern ist aktuell die Renault Bank direkt der Spitzenreiter.

Aktuelle Top-Angebote im Festgeldbereich

  • 1 Jahr: Renault Bank direkt mit 1,75 Prozent jährlich
  • 2 Jahre: Renault Bank direkt mit 2,00 Prozent jährlich
  • 3 Jahre: Renault Bank direkt mit 2,25 Prozent jährlich
  • 4 Jahre: Renault Bank direkt mit 2,50 Prozent jährlich
  • 5 Jahre: Targobank mit 2,25 Prozent jährlich

So funktioniert die Treppenstrategie beim Festgeld

Für jede der Laufzeiten muss nun ein separates Konto eröffnet, und – in unserem Beispiel – jeweils 5.000 Euro angelegt werden. Was im ersten Moment nach viel Arbeit klingt, ist tatsächlich in wenigen Minuten erledigt. Nach einem Jahr läuft die erste Anlage aus. Der Sparer kann das frei gewordene Kapital nun in ein neues Festgeldprodukt stecken. Mit etwas Glück sind die Zinsen bereits gestiegen, sodass er von besseren Konditionen profitieren und den Anfangsverlust ausgleichen kann, der im ersten Jahr – gegenüber einer Anlage des Gesamtkapitals in das bestverzinste Produkt – möglicherweise entstanden ist.

So geht es Jahr für Jahr weiter. Sobald eine Anlage ausläuft, können Sparer im Festgeld Vergleich nach neuen Top-Angeboten suchen. Die Wahl der neuen Laufzeit sollte von den aktuellen Marktzinsen, den individuellen Angeboten der Banken und der persönlichen Finanzplanung abhängig gemacht werden.

Tipps: Darauf sollten Sparer bei der Treppenstrategie achten

Werden die Ersparnisse auf mehrere Institute aufgeteilt, so sollte auch der Freistellungsauftrag gesplittet werden. Mit diesem können Sparer bis zu einem Betrag von 801 Euro für Alleinstehende und 1.602 Euro für Paare die Besteuerung ihrer Zinsen umgehen.

Alle Banken im Festgeld Vergleich unterliegen der gesetzlichen Einlagensicherung. Im Rahmen dessen sind Ersparnisse bis zu einer Höhe von 100.000 Euro garantiert abgesichert. Übersteigt der Anlagebetrag diese Summe jedoch, so muss in jedem Fall sichergestellt werden, dass das jeweilige Institut einem zusätzlichen Einlagensicherungssystem – wie beispielsweise dem Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken – angehört.

Last but not least darf bei der Wahl von Anlagesumme und – dauer natürlich auch die persönliche finanzielle Situation nicht außer Acht gelassen werden. Hier ist es grundsätzlich wichtig, dass ein Teil des Vermögens für finanzielle Engpässe immer zur Verfügung steht. Finanzexperten empfehlen im Rahmen dessen einen Betrag von zwei bis drei Monatsnettogehältern. Damit das Geld nicht unverzinst auf dem Girokonto liegen bleibt, empfiehlt sich dafür die Eröffnung eines Tagesgeldkontos. Auch größere Ausgaben in der Zukunft sollten mit eingeplant werden. Ob ein Hauskauf, ein neues Auto oder die Hochzeit der Kinder – bei der Kalkulation der Festgeldlaufzeiten sollte sichergestellt werden, dass der Betrag zum gewünschten Zeitpunkt verfügbar ist.

(fr)

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