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Mögliche Leitzinssenkung: Lohnt sich jetzt Festgeld?

24.05.2014 - 12:00

Die Europäische Zentralbank (EZB) ist unzufrieden mit der extrem niedrigen Inflationsrate im Euro-Raum. Dies machten die Notenbanker im Anschluss an ihre letzte Ratssitzung mehr als deutlich. Die EZB fühle sich wohl damit, beim nächsten Mal zu handeln, sagte EZB-Präsident Mario Draghi und schürte damit Gerüchte um eine erneute Leitzinssenkung im Juni. Sollte es tatsächlich dazu kommen, müssen sich Sparer warm anziehen. Denn die aktuell extrem niedrigen Anlagezinsen könnten noch weiter sinken. Um Negativzinsen zu vermeiden, haben Sparer die Möglichkeit, einen Teil ihres Vermögens in Form von Festgeld anzulegen.

Anders als beim Tagesgeld bleibt der vereinbarte Zinssatz beim Festgeld über den gesamten Anlagezeitraum hinweg garantiert unverändert. Sparer können also sicher sein, mit ihren Festgeldzinsen zumindest die Inflation auszugleichen und zusätzlich eine kleine Rendite zu erwirtschaften.

Bei der VTB, dem aktuellen Spitzenreiter im Festgeld Vergleich, sind bei einer fünfjährigen Anlagedauer immerhin noch 2,5 Prozent jährliche Zinsen zu holen. Wer sein Geld nur mittelfristig anlegen möchte, erhält für eine dreijährige Anlagedauer derzeit 2,2 Prozent und für eine zweijährige Anlagedauer 1,95 Prozent jährlich.

Die Festgeldzinsen übersteigen die Zinsen aufs Tagesgeld

Somit übersteigen also auch die Zinsen für mittelfristige Anlagen nach wie vor die Tagesgeldzinsen – hier gibt es derzeit maximal 1,4 Prozent jährlich zu holen. Sparer sollten sich aber auch bewusst sein, dass sie mit einer Festgeldanlage an Flexibilität einbüßen. Wer ein Festgeldkonto abschließt, kann über den gesamten Anlagezeitraum hinweg nicht auf seine Ersparnisse zugreifen.

Vorzeitige Kündigungen sind nur in Ausnahmefällen möglich – beispielsweise beim Kauf einer Immobilie oder einer drohenden Verschuldung. Verbraucher sollten deshalb sicherstellen, dass sie auf das Kapital in den nächsten Jahren garantiert nicht angewiesen sind. Auch sollte ein Teil des Vermögens (Experten empfehlen zwei bis drei Nettogehälter) jederzeit flexibel verfügbar bleiben.

Beim Festgeld bietet sich die Treppenstrategie an

Werden die Zinsen noch weiter sinken?
Ein weiterer Nachteil beim Festgeld: Sollten die Zinsen doch wieder steigen, bleibt das Kapital weiterhin auf dem niedriger verzinsten Konto geparkt. Aufgrund der aktuell unsicheren Zinslage empfehlen sich deshalb mittelfristige Laufzeiten von etwa zwei bis drei Jahren – von langfristigen Festgeldanlagen ist eher abzuraten.

Alternativ können Sparer auch die sogenannte Treppenstrategie wählen: Dabei teilt der Anleger sein Kapital auf verschiedene Festgeldkonten mit jeweils unterschiedlichen Laufzeiten auf. Steigen die Zinsen wieder, kann der Kontoinhaber einen Teil seines Geldes auf ein höher verzinstes Konto legen, sobald die erste Anlage ausläuft. Sollten die Zinsen in den nächsten Jahren dagegen weiter sinken, bleibt ein Teil des Kapitals längerfristig auf dem höher verzinsten Festgeldkonto liegen.

Alternative zum Festgeld: Tagesgeld mit Zinsgarantie

Festgeld ist eine gute Alternative für Sparer, die ihr Kapital in Zeiten niedriger Zinsen rentabel anlegen und nicht zu riskanteren Anlageformen – wie beispielsweise Aktien – greifen möchten. Wer Wert auf Flexibilität legt, kann alternativ auch zu einem Tagesgeldkonto mit Zinsgarantie greifen. Bei diesen Angeboten ist das Kapital täglich und in voller Höhe verfügbar – der beim Kontoabschluss geltende Zinssatz bleibt jedoch über einen bestimmten Zeitraum hinweg (bis maximal zwölf Monate) unverändert.

(fr)

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