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Beeinflusst die SEPA-Umstellung auch Festgeldanlagen? (Teil 6)

25.10.2013 - 11:30

In etwa einem halben Jahr ist es soweit: Europa stellt vollständig auf das Zahlungssystem SEPA um. Ab dem 1. Februar 2014 sind auch nationale Überweisungen nur noch mit der internationalen Kontonummer (IBAN) und vorübergehend der internationalen Bankleitzahl (BIC) möglich. Auch bei der Eröffnung eines Festgeldkontos müssen Sparer ein Girokonto als Referenzkonto angeben. Auf dieses überweist die Bank am Ende der Laufzeit die Sparsumme mitsamt Zinsen. Kann es durch die SEPA-Umstellung zu Problemen kommen?

Teile der Artikelreihe:

  1. Was ist SEPA?
  2. SEPA-Umstellung beim Girokonto: Was sollten Bankkunden beachten?
  3. Welche Folgen hat die SEPA für Kreditnehmer?
  4. SEPA und Tagesgeld: Was ändert sich für Verbraucher?
  5. Auswirkungen der SEPA für Kreditkartenbesitzer
  6. Beeinflusst die SEPA-Umstellung auch Festgeldanlagen?
Das Kürzel SEPA steht für Single Euro Payments Area und bezeichnet den einheitlichen Zahlungsraum für Transaktionen in Euro. Innerhalb des SEPA-Raums werden Überweisungen, Lastschriften und Kartenzahlungen standardisiert und einheitlich abgewickelt. Das gilt sowohl für inländische als auch für ausländische Transaktionen im Euro-Raum. Die nationalen Zahlungsverfahren der Mitgliedsländer werden nach und nach abgeschafft.

Bei laufenden Festgeldanlagen besteht kein Handlungsbedarf

Obwohl Sparer bei der Kontoeröffnung noch ihre alten Kontodaten – also nationale Kontonummer und Bankleitzahl – angegeben haben, müssen sie bei bestehenden Festgeldkonten nicht aktiv werden. Das hat den Grund, dass es sich bei der IBAN um eine standardisierte Nummer handelt, die sich aus der Länderkennung (zum Beispiel DE für Deutschland), einer Prüfziffer, der bisherigen Bankleitzahl und der bisherigen nationalen Kontonummer zusammensetzt. Folglich kann die Bank die IBAN des Kunden anhand der im Vorfeld hinterlegten Daten eigenständig anpassen.

Bei Neueröffnungen oder einem Wechsel des Referenzkontos ist die IBAN erforderlich

Euro-Flagge: Insgesamt 33 Länder gehören zum SEPA-Raum.
Anders sieht es jedoch aus, wenn der Sparer sein Referenzkonto aufgrund eines Bankenwechsels im Laufe der Anlagefrist ändern möchte. In diesem Fall müssen ab Februar 2014 generell IBAN und BIC angegeben werden – lediglich einige Banken akzeptieren bis zum Ablauf der Übergangsfrist Ende 2016 weiter nationale Bankleitzahl und Kontonummer. Nach Fristende darf allerdings nur noch die IBAN angegeben werden – auch der BIC fällt zu diesem Zeitpunkt weg. Dasselbe gilt für neue Festgeldkonten, die ab Februar 2014 eröffnet werden.

Zum SEPA-Raum gehören insgesamt 33 Länder: Die 28 EU-Staaten, Island, Liechtenstein, Monaco, Norwegen und die Schweiz. Der einheitliche Zahlungsraum bietet unter anderem den Vorteil, dass Auslandsüberweisungen künftig schneller und ohne zusätzliche Kosten durchgeführt werden können. Wie Inlandsüberweisungen sollen Transaktionen in andere Euro-Länder  zukünftig nur noch einen Bankarbeitstag beanspruchen – aktuell kann es teilweise bis zu einer Woche dauern. Aufgrund der erhöhten Effizienz rechnet die EU binnen sechs Jahre mit Einsparungen in Höhe von 123 Milliarden Euro.

(fr)

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