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Festgeld bei ausländischen Banken anlegen - wie sicher ist das?

17.03.2015 - 20:00

Wenn man das eigene Ersparte einer Bank anvertraut, will man es in Sicherheit wissen. Als Sparer braucht man die Gewissheit, dass es in einem Jahr immer noch da ist und durch den Zinsgewinn mehr Wert ist als zuvor. Deshalb ist die Frage nach der richtigen Bank eine sehr entscheidende, die auch in die Auswahl des perfekten Festgeldkontos miteinfließen sollte.

Viele Sparer kostet es Überwindung, ihr Geld nicht-deutschen Banken anzuvertrauen. Ist ein solches Vorgehen tatsächlich riskant? Wie findet man heraus, ob ein Geldinstitut würdig genug ist, das eigene Vermögen zu verwalten? Die CHECK24-Finanzredaktion hat sich dieser Fragen angenommen und folgende Empfehlungen ausgearbeitet.

Ergebnisse des europäischen Bankenstresstests beachten

Glasfront eines modernen Bankgebaeudes
Kunden sollten sich vor der Festgelderöffnung gut über die Bank, der sie ihre Einlagen anvertrauen, informieren.
Die Weltwirtschaftskrise beginnend im Jahr 2007 hat wesentlich dazu beigetragen, das Vertrauen in Geldinstitute zu schwächen. Hilflos musste der kleine Sparer zusehen, wie ausgehend von den USA ein kollektives Bankensterben stattfand, das auch vor großen Instituten nicht Halt machte. Doch nicht nur der Bankensektor, auch die Wirtschaft und damit zahlreiche Arbeitnehmer, die ihre Jobs verloren, waren von den negativen Folgen betroffen.

Um dafür zu sorgen, dass Geldhäuser das Finanzsystem zukünftig nicht mehr ins Wanken bringen können, wurde die europäische Bankenunion gegründet. Sie besteht aus drei Säulen: Der Europäischen Bankenaufsicht, dem Abwicklungsmechanismus und der Einlagensicherung.

Die Europäische Bankenaufsicht hatte – als Reaktion auf die Wirtschaftskrise – im vergangenen Jahr einen Stresstest durchgeführt. Dabei wurden alle ihr unterstellten Banken auf ihre Widerstandsfähigkeit im Krisenfall geprüft. Um den Test zu bestehen, müssen Geldhäuser über eine harte Kernkapitalquote von 5,5 Prozent verfügen. 25 Großbanken, darunter auch die Münchener Hypothekenbank, bestanden den Test nicht. Der nächste Stresstest ist für 2016 geplant.

Die Tatsache, dass solche Tests überhaupt durchgeführt werden, zeigt, dass sich in Europa viel zum Positiven verändert hat. Man könnte also wieder Vertrauen fassen – oder nicht?

Kann man nicht-deutschen Banken auch vertrauen?

Bank-Run − so nennt man es, wenn viele Bankkunden auf einmal Geldautomaten und Filialschalter stürmen, um ihr Geld abzuheben. Ob Griechenland oder Russland: In Krisenstaaten neigen Menschen dazu, ihr Geld abzuziehen, sobald Gerüchte über eine mögliche Pleite der Bank in Umlauf geraten. Die Angst, letzten Endes keines mehr zu besitzen, ist groß.

Wer sein Geld im Ausland angelegt hat, kann jedoch nicht einfach alles stehen und liegen lassen, um in das Land zu fliegen, in dem sich die notleidende Bank befindet, nur um an einem Automaten Geld abzuheben. Dieser Überlegung folgend, könnte man schließen, dass es am sichersten sei, das Ersparte im Lande zu behalten. Damit riskiert man jedoch, sich gute Renditechancen entgehen zu lassen.

In diesem Dilemma kann es helfen, zu wissen, dass es ein europäisches Gesetz gibt, das Bankeinlagen schützt. Alle EU-Mitgliedsstaaten sind dazu verpflichtet, dieses Gesetz in Form von vereinheitlichten nationalen Sicherheitssystemen umzusetzen. So ist jeder Mitgliedsstaat dazu verpflichtet, Einlagen bis zu 100.000 Euro pro Kunde und Bank zu schützen. Deshalb sollte man sich vor dem Abschluss eines Festgeldkontos auch genau darüber informieren, welches Einlagensicherungssystem den Schutz des Kontos garantiert.
 
Frau recherchiert im Internet nach Festgeldanbietern
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Legt man das Geld hingegen bei außereuropäischen Geldhäusern an, z.B. in der Schweiz oder in Russland, so greift die europäische Einlagensicherung nicht. Vertraut man das Ersparte allerdings einer europäischen Tochter einer ausländischen Bank an, sind die Einlagen bis zur Maximalgrenze von 100.000 Euro gesichert. Denn die Tochterbank gilt als eigenständig und unabhängig vom Mutterkonzern.
 
 
Dass das in der Praxis auch tatsächlich so gelebt wird, zeigt sich derzeit anhand der Russlandkrise. Seit der Annexion der Krim durch Russland verbieten die europäischen und amerikanischen Sanktionen den Fluss westlichen Geldes nach Russland. Das bedeutet, dass die beiden österreichischen Banken VTB Bank und Sberbank Direct keine Gelder an ihre Mutterkonzerne VTB und Sberbank Russia überweisen dürfen.

Im Falle einer Insolvenz beider Institute wären die Spareinlagen über die österreichische Einlagensicherung geschützt.

CHECK24-Kundenmeinungen und Testberichte beachten

Wer sich vor dem Abschluss des Festgeldkontos nicht nur über die Höhe der Festgeldzinsen und über die Einlagensicherung informieren möchte, sondern noch mehr nützliche Infos hinsichtlich Sicherheit und Vertrauenswürdigkeit der Festgeldanbieter erhalten möchte, bekommt all diese Informationen im kostenlosen CHECK24-Festgeldvergleich zur Verfügung gestellt.

Dort finden sich zu den detaillierten Produktdetails aller Festgeldkonten auch Testberichte sowie Kundenmeinungen. Letztere geben Auskunft darüber, wie zufrieden andere CHECK24-Kunden mit ihrem Festgeldanbieter sind. Falls nicht all Ihre Fragen beantwortet werden konnten, stehen Ihnen unsere Kundenberater gerne unter der Telefonnummer 0800 – 755 455 454 von Montag bis Sonntag zwischen 8:00 und 20:00 Uhr zur Verfügung.

Tipp zur Bankenauswahl von Prof. Bott

In einem Interview mit CHECK24 gab Prof. Dr. Jürgen Kurt Bott, Professor für Finanzdienstleistungen an der Fachhochschule Kaiserslautern, sicherheitsorientierten Anlegern folgenden Tipp zur Bankenauswahl:

Versuchen Sie zu beurteilen, wie solide Ihre Bank wirtschaftet. Nicht nur die Zugehörigkeit zu bestimmten Einlagensicherungseinrichtungen oder Institutssicherungssystemen, sondern auch die im Aktivgeschäft von den Banken eingegangenen Risiken sind entscheidend für die Sicherheit der Bankeinlagen. Ein hohes Risiko geht von den Bankvorständen aus. Bleiben diese Leute auf dem Boden, wird grundsätzlich auch ihr Geschäft solide sein. Gesunder Menschenverstand hilft und reicht in der Regel aus.

Mit diesen schönen Schlussworten wünschen wir Ihnen viel Erfolg bei der Auswahl Ihres Festgeld-Anbieters.

(lsc)

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