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Teldafax: Übernahme durch Gläubiger - Sanierer neuer Chef

11.03.2011 - 13:43

Der angeschlagene Gas- und Stromanbieter Teldafax hat eine neue Führung: Der Sanierungsexperte Hans-Gerd Höptner ist von den Gläubigern zum neuen Vorstandschef gemacht worden. Er soll das Unternehmen jetzt stabilisieren. Zuvor hatten die Geldgeber den schlingernden Energiedienstleister übernommen und die bisherige Spitze entmachtet.

Paukenschlag im Poker bei Teldafax: Die Hauptgläubiger haben das Ruder bei dem Trosidorfer Versorger übernommen und die bisherige Führungsmannschaft in die Wüste geschickt. Seit gestern hatten Zeitungen über eine Übernahme von Teldafax spekuliert, jetzt bestätigte Teldafax die Berichte. Der bisherige Vorstandsvorsitzende Klaus Bath wurde abgesetzt, der Aufsichtsrat neu besetzt. Bath soll jedoch im Vorstand bleiben und die neue Führungsspitze unterstützen. Neuer Chef bei dem Gas- und Stromanbieter ist der Unternehmensberater Hans-Gerd Höptner, der als Sanierungsexperte gilt.

Die neuen Eigentümer von Teldafax sind die CPA Invest AG und der Finanzinvestor Sigma Citation Capital Strategies Limited. Die Aufsichtsbehörden müssen dem Deal allerdings noch zustimmen. Hinter der CPA, die 51 Prozent der Teldafax-Anteile übernommen hat, steht der Anlagefonds Debi Select aus Landshut, der laut Handelsblatt rund 70 Millionen Euro in Teldafax gesteckt haben soll. Die Transaktionen soll der frühere Teldafax-Manager Michael Josten eingefädelt haben. Sigma Citation handelt dem Blatt zufolge im Auftrag des russischen Energieversorgers Energo Stream und hält jetzt 49 Prozent.

In den vergangenen Monaten hatte es immer wieder Gerüchte um eine finanzielle Schieflage bei Teldafax gegeben. Nun wollen die neuen Eigentümer das Unternehmen stabilisieren und wieder in die Gewinnzone führen. Vor allem in der Gassparte soll Teldafax langfristig wachsen. Keine leichte Aufgabe, die in Troisdorf auf Sanierer Höptner wartet. Doch die rund 800.000 Teldafax-Kunden können hoffen: Höptner hat das schon bei anderen Firmen hinbekommen, zum Beispiel bei Schiesser. Und es ist nicht zu befürchten, dass dem Mehrheitseigentümer die Geduld ausgeht. Bei einer Pleite würde Debi Select vermutlich selbst mit in den Abgrund gerissen.

(mb)

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