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Teldafax: Trotz neuem Investor Kündigung zahlreicher Netzbetreiber

30.03.2011 - 14:02

Der Discount-Energieanbieter Teldafax hat einen neuen Investor: Eine Investmentgesellschaft mit Sitz auf Zypern hat die Anteile des bisherigen Mehrheitseigentümers CPA übernommen. Ein zweistelliger Millionenbetrag soll Teldafax laut Mitteilung wieder auf die Beine helfen. Die Situation bleibt aber angespannt: Zahlreiche Netzbetreiber haben Teldafax inzwischen die Kündigung geschickt. Kunden in den betroffenen Netzgebieten müssen sich nun einen neuen Energielieferanten suchen.

Neuer Akt im Drama um den Troisdorfer Billiganbieter Teldafax: Die Prime Mark Financial Group mit Sitz auf Zypern hat den 51-prozentigen Anteil der CPA Invest AG übernommen, die erst Mitte März bei Teldafax eingestiegen war. Wie Teldafax mitteilte, steckt der neue Eigentümer einen zweistelligen Millionenbetrag in die kriselnde Firma. Damit sei das Unternehmen in der Lage, seine aktuellen Liquiditätsprobleme zu lösen und seine wirtschaftliche Lage deutlich zu verbessern. Das dürfte allerdings nur ein schwacher Trost für die Teldafax-Kunden sein, die sich jetzt einen neuen Energieanbieter suchen müssen.

Denn Teldafax zahlte offenbar monatelang nur unregelmäßig oder gar nicht für die Nutzung der Strom- und Gasnetze an die Besitzer der Leitungen. Etliche reagierten mit der Kündigung der entsprechenden Vereinbarungen und untersagten die weitere Nutzung. Anfangs konnte sich Teldafax nach Blitzüberweisungen noch mit einigen Netzbetreibern einigen, doch inzwischen sind mehrer als ein Dutzend Kündigungen wirksam geworden. Darunter sind sowohl kleinere Unternehmen wie die Stadtwerke Garbsen als auch Branchenschwergewichte wie die swb in Bremen und Bremerhaven. Ab dem 1. April kommen unter anderem rund 8.400 Gaskunden im Netzgebiet der NBB in Berlin und Brandenburg hinzu.

Die Energielieferungen an die betroffenen Verbraucher stellen die örtlichen Grundversorger sicher - im Dunklen oder Kalten muss also niemand sitzen. Doch die Grundversorgungstarife sind teurer als die Teldafax-Verträge. Die jährliche Differenz kann in manchen Fällen einen dreistelligen Euro-Betrag erreichen. Verbraucherschützer empfehlen deshalb, rasch einen neuen Stromanbieter oder Gasversorger zu suchen - oder wenigstens beim Grundversorger nach einem günstigeren Tarif zu fragen.

Unangenehm auch: Die unfreiwilligen Ex-Kunden müssen nun versuchen, bereits geleistete Vorauszahlungen von Teldafax zurückzubekommen. Forderungen sollten schriftlich per Einschreiben gestellt werden, rät beispielsweise die Verbraucherzentrale Bremen. Sie bietet auch ein Musterschreiben zum Herunterladen an. Wichtig ist auch, den Zählerstand zu dem Zeitpunkt zu dokumentieren, zu dem Teldafax die Energielieferungen einstellen muss. Dadurch können Betroffene vermeiden, dass ihr bisheriger Verbrauch geschätzt wird.

(mb)

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