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TelDaFax-Pleite: Das Wichtigste zur Insolvenz des Energieanbieters

20.06.2011 - 14:08

Nachdem der Strom- und Gasversorger TelDaFax am 14. Juni Insolvenzantrag gestellt hatte, wurden verbleibende Kunden zunächst weiter beliefert. Nun fließen seit Samstagmittag kein Strom und kein Gas von TelDaFax mehr durch deutsche Leitungen: Der vorläufige Insolvenzverwalter und die Geschäftsführung von TelDaFax haben beschlossen, die Energielieferungen „vorübergehend auszusetzen“. CHECK24 beantwortet die wichtigsten Fragen zur Pleite.

Derzeit liefen Gespräche mit strategischen Investoren, um die Belieferung wieder aufnehmen zu können. Ob dies allerdings gelingt, steht in den Sternen. Über 400 Netzbetreiber haben inzwischen ihre Verträge mit TelDaFax gekündigt. Laut Bundesnetzagentur hat TelDaFax auch keinen Anspruch darauf, die Belieferung ohne weiteres wieder aufzunehmen, sobald Kunden in die Ersatzversorgung gefallen sind.

Wir beantworten die wichtigsten Fragen zur TelDaFax-Insolvenz.

Werden nun Strom und Gas abgestellt?

Nein – Strom und Gas werden zu keiner Sekunde abgestellt! Die Versorgung läuft weiter, niemand muss befürchten, dass bei ihm zu Hause das Licht ausgeht. Denn für den insolventen Energielieferanten müssen die lokalen Grundversorger einspringen und nahtlos weiter Strom und Gas liefern, allerdings zu einem verhältnismäßig teuren Tarif. Die betroffenen Kunden befinden sich dann in der so genannten Ersatzversorgung und können sich innerhalb von drei Monaten einen neuen Energielieferanten suchen oder einen Vertrag mit dem Grundversorger abschließen. Geschieht dies nicht, wandert der Kunde automatisch in die Grundversorgung.

Kann ich den Vertrag mit TelDaFax nun kündigen?

Ja. Da die Belieferung eingestellt wurde, besteht für die Kunden nun ein Sonderkündigungsrecht. Betroffene Kunden sollten sofort ein Kündigungsschreiben an TelDaFax senden, sobald sie die Information über die Ersatzversorgung erhalten haben. Erfolgt keine Kündigung, besteht der Vertrag weiter, falls TelDaFax die Belieferung doch wieder aufnehmen kann.

Tipp: Die Verbraucherzentrale stellt im Internet einen Musterbrief für die Kündigung zur Verfügung: www.verbraucherzentrale.de

Für Kunden, die per Vorauskasse gezahlt haben, empfiehlt sich allerdings, die Kündigung nicht zu überstürzen: Sollte TelDaFax in einigen Tagen wieder liefern können, haben diese Kunden zumindest noch eine Chance, die vorab bezahlte Energie auch geliefert zu bekommen.

Was geschieht mit meinen Vorauszahlungen?

Wer eine Vorauszahlung geleistet hat, sollte seine Ansprüche gegenüber dem Insolvenzverwalter anmelden, sobald das Insolvenzverfahren eröffnet wurde. Über die Eröffnung des Insolvenzverfahrens können Sie sich im Internet unter www.insolvenzbekanntmachungen.de informieren. Ob allerdings Ansprüche Einzelner im Rahmen des Insolvenzverfahrens erfüllt werden können, ist derzeit nicht absehbar.

Wurde eine Zahlung von TelDaFax per Einzugsermächtigung eingezogen, kann das Geld innerhalb von sechs Wochen von der Bank zurück gebucht werden.

Wie finde ich einen neuen, seriösen Strom- oder Gasversorger?

Grundsätzlich sollten Sie bei der Wahl eines neuen Versorgers immer auch die Vertragsbedingungen genau beachten.  Anbieter, die Tarife mit einer jährlichen Vorauskasse anbieten, arbeiten nicht per se unseriös; auch einige Stadtwerke bieten solche Modelle an.

Abgesehen von der Zahlweise sollten Kunden bei Abschluss eines neuen Vertrages darauf achten, dass der Tarif eine Preisgarantie oder Preisfixierung enthält, die mindestens der Vertragslaufzeit entspricht. Um flexibel zu bleiben, sollte man sich nicht länger als 12 Monate an einen Versorger binden.

Bei der Suche nach einem neuen Energieversorger steht Ihnen unser Expertenteam gerne zur Verfügung. Sie erreichen unsere Berater von Montag bis Freitag von 9:00 bis 22:00 Uhr unter der kostenlosen Nummer 0800-755455430.

(iw)

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