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Einigung mit Enervie über Netzentgelte: Kunden bleiben bei Teldafax

17.02.2011 - 18:46

Erleichterung für Kunden von Teldafax im Netzgebiet der Enervie: Sie können weiterhin von ihrem Energieversorger mit Strom und Gas beliefert werden. Wie Teldafax mitteilte, einigten sich beide Unternehmen im Streit um zu spät bezahlte Netzgebühren darauf, ihre Zusammenarbeit fortzusetzen. Enervie hatte den Lieferantenrahmenvertrag mit Teldafax zum Monatsende gekündigt.

Alles bleibt beim Alten für die 3000 Teldafax-Kunden in Hagen, Lüdenscheid und der märkischen Region. Die Kündigung des örtlichen Netzbetreibers Enervie ist vom Tisch. Teldafax kann nach eigenen Angaben auch nach dem 1. März weiter Strom und Gas durch die Kabel und Gasrohre der Enervie zu den Verbrauchern leiten. Grund für die Kündigung war, dass Teldafax bei Enervie mit einer sechsstelligen Summen für die Netznutzung in der Kreide stand - und den Betrag trotz Mahnung zunächst nicht bezahlt haben soll. Inzwischen ist die Forderung beglichen.

Die Einigung erspart allen Beteiligten Ärger

Teldafax-Kunden bleibt mit der Einigung viel Ärger erspart: Sie wären automatisch in die teurere Grund- und Ersatzversorgung gerutscht - und hätten sich langfristig einen neuen Tarif suchen müssen. Aber auch für Teldafax und Enervie hat die Einigung Vorteile: Denn Grundversorger in der Region sind mit den Stadtwerken Lüdenscheid und mark-e ausgerechnet zwei Unternehmen der Enervie-Gruppe. Es hätte so aussehen können, als ob Enervie sich Kunden über eine Kündigung des Netzzugangs zurückholen wollte - so argumentierte zumindest Teldafax. Der notorisch klamme Gas- und Stromanbieter selbst kann eine vierstellige Kundenzahl behalten - und muss ihre teilweise hohen Vorauszahlungen nicht zurückerstatten.

Wieder alles paletti also bei Teldafax? Nicht ganz: Der Energieversorger hat jede Menge Porzellan zerschlagen, das Vertrauen der betroffenen Kunden in ihren Energielieferanten dürfte spätestens jetzt nachhaltig erschüttert sein. Der Ansturm der Verunsicherten auf die Hagener Beratungsstelle der Verbraucherzentrale war jedenfalls in den vergangenen Tagen so gewaltig, dass für kommenden Dienstag kurzerhand eine Informationsveranstaltung zu Teldafax angesetzt wurde. Langfristige Kundenbindungen werden anders aufgebaut.

Teldafax kommt nicht aus den Schlagzeilen

Bereits Anfang Januar hatte die Bundesnetzagentur dem Handelsblatt bestätigt, dass einzelne Netzbetreiber Teldafax mit einer Abschaltung wegen Zahlungsrückständen gedroht hatten. Das Blatt spekuliert schon länger über eine drohende Pleite von Teldafax. In der Troisdorfer Zentrale des Energieversorgers verweist man dagegen seit Monaten auf einen noch ungenannten russischen Investor, der schon bald bei dem Unternehmen einsteigen werde. Die Bundesnetzagentur hat außerdem ein Verfahren gegen Teldafax eingeleitet, weil einseitig die Zahlungsweise von Bestandskunden geändert wurde.

(mb)

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